Sportausschuss lehnt Masterplan ab

Zukunft des Sportzentrums Hackenberg wieder ungewiss

Nach dem DOC-Urteil ist die Zukunft des Sportzentrums Hackenberg wieder ungewiss, das neue Stadion in weite Ferne gerückt. Foto: Roland Keusch
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Nach dem DOC-Urteil ist die Zukunft des Sportzentrums Hackenberg wieder ungewiss, das neue Stadion in weite Ferne gerückt.

Sportentwicklungsplanung soll fortgeschrieben werden – Geld für Kunstrasen ist nicht vorhanden.

Von Andreas Weber

Remscheid. Der Sportausschuss hat beschlossen, die Sportentwicklungsplanung für die Remscheider Sportfreianlagen fortzuschreiben. Der Antrag von SPD, Grüne und FDP wurde mit breiter Mehrheit angenommen. Der Ausschluss folgte den Antragstellern, die die Existenzängste von BV 1910 und SG Hackenberg erkannten und insbesondere für diesen beiden Fußballvereine „schnellstmöglich eine Perspektive für die Nutzung moderner Sportstätten“ fordern.

„Optimale, bedarfsgerechte Spiel- und Trainingsmöglichkeiten für die Remscheider Vereine“ hätten oberste Priorität. Vorgeschlagen wird deshalb die Entwicklung eines neuen Konzepts für die Sportanlagen im Fußball- und Leichtathletikbereich. Dieser Einschätzung folgte auch die CDU, die jedoch mit ihrem weitergehenden Antrag, einen Masterplan Sportinfrastruktur 2025 auszuarbeiten, scheiterte.

Die Christdemokraten hatten betont, dass sowohl die Sportplätze Neuenkamp und Klausen wie das Sportzentrum Hackenberg einen Kunstrasen benötigen. Um die vier Millionen Euro müssten dafür insgesamt veranschlagt werden. Jens Nettekoven betonte: „Wer heute auf Asche spielt, hat eindeutig einen Nachteil.“ Sowohl im Spielbetrieb wie bei der Mitgliederentwicklung. Klar sei, so Nettekoven, dass nicht alle Vereine gleichzeitig bedient werden, Prioritäten gesetzt werden müssten.

Wichtig sei, eine Summe X in den nächsten Doppelhaushalt einzustellen, um die Absichten monetär zu zementieren. Nettekoven dachte dabei an ein oder zwei Millionen Euro im städtischen Budget. „Wenn später Fördergelder von Land oder Bund fließen sollten, können wir diese Summe von dem bereitgestellten Geld abziehen“, erklärte der sportpolitische Sprecher der CDU.

„Wer heute auf Asche spielt, hat eindeutig einen Nachteil.“
Jens Nettekoven (CDU)

Soweit wollten die anderen Parteien nicht gehen. Für Thomas Brützel (WiR) stellte sich die alles entscheidende Frage: Wer soll das bezahlen? „Angesichts der Schulden, die die Stadt jetzt noch zusätzlich aufnehmen will, weiß ich nicht, wo das Geld herkommen soll.“ Bernd Fiedler (Grüne) fand: „Bevor wir Mittel in den Haushalt stellen, sollten wir Fakten für eine fundierte Entscheidung haben. Wir sollten uns jede Anlage unter Einbeziehung der Leichtathletik noch mal anschauen.“ Auch Parteikollege David Schichel mochte nichts überstürzen: „Erst für eine Grundlage sorgen, dann über Geld reden.“

Als mögliche Finanzierungsquellen nannte Schichel die Sportpauschale, Fördermittel oder die Aufnahme zusätzlicher Kredite. Letzteres war der Stadt von der Bezirksregierung für die Modernisierung des Freibades Eschbachtal zugestanden worden. „Aber nur aufgrund der Einmaligkeit des Freibades“, schränkte Sportdezernent Thomas Neuhaus ein und fügte hinzu, dass es ohne Förderung für die Stadt „finanziell nicht einfach werde“. Als Grundlage für weitere Entscheidungen regte er eine externe Expertise zur Sportentwicklungsplanung an. Erstmals war diese 2006/2007 von der Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ der Bergischen Uni Wuppertal für Remscheid erstellt worden. 8 - 10 000 Euro Kosten müsste man für eine solche Expertise veranschlagen, mit Ergebnissen sei fünf Monate nach Auftragsteilung zu rechnen, schätzt Neuhaus.

Jens Nettekoven erinnerte daran, wie oft vor allem der BV 1910 („Zwei Wochen vor der Wahl ist dem BV 1910 das Blaue vom Himmel versprochen worden“) in der Vergangenheit vertröstet worden sei. Wolfgang Kolonko, als sachkundiger Bürger für die Linke im Ausschuss, stieß in dasselbe Horn: „Über das Thema Sportplätze reden wir seit 20 Jahren. Da hat die Stadt Entwicklungen verschlafen.“ Angesichts der Dringlichkeit für die Sportvereine warf Nettekoven den anderen Parteien vor, mit ihrem Antrag auf „Zeit zu spielen“. Denn zu welchem Ergebnis die Expertise zur Sportentwicklungsplanung auch käme, die Gelder wären im Haushalt erst mal nicht vorhanden und die Zukunftsplanung für BV 1910, SG Hackenberg und FC Klausen läge auf Jahre auf Eis.

Still ruht der See

Peter Lange (Linke) riet, die Planungen für das DOC und den Sportplatz Hackenberg als Ersatzstätte für das Röntgen-Stadion zu entkoppeln: „Sonst ruht im Sport auf Jahre weiter still der See.“

Keine Förderung durch den „Investitionspakt Sportstätten 2020“.

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