Angebot im Lüttringhauser Rathaus

Die Zukunft des letzten Bürgerbüros ist ungeklärt

Ausweise konnten zuletzt im Lüttringhauser Bürgerbüro nicht mehr beantragt werden, das Angebot war deutlich abgespeckt. Wie es mit dem Angebot weitergehen soll, wird derzeit geklärt. Symbolfoto: Christian Beier
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Ausweise konnten zuletzt im Lüttringhauser Bürgerbüro nicht mehr beantragt werden, das Angebot war deutlich abgespeckt. Wie es mit dem Angebot weitergehen soll, wird derzeit geklärt.

Die Zukunft des Lüttringhauser Bürgerbüros ist weiter ungeklärt. „Es wurde noch keine Entscheidung getroffen“, bestätigt Stadtdirektor Sven Wiertz auf RGA-Anfrage.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Zuletzt hatte die CDU in der Bezirksvertretung Lüttringhausen nachgefragt, wann das Büro nach Corona- und Renovierungspause wieder öffnen wird.

Das Lüttringhauser Bürgerbüro ist das letzte von ehemals drei vergleichbaren Einrichtungen, auch im Südbezirk und in Lennep gab es solche Büros. Deren Schließung war Teil der Empfehlungen aus dem sogenannten Rödl-Gutachten, mit dem die Nürnberger Wirstchaftsprüfungsgesellschaft Rödel & Partner im Auftrag der Stadt 2007 Vorschläge zur Konsolidierung des Haushalts gemacht hatte.

Auf dessen Grundlage hatte der Stadtrat beschlossen, das Personal aus den Büros zentral im Bürgerservice zusammenzuziehen. Nur das Lüttringhauser Büro, für das die Stadt keine Miete zahlen muss, weil es im Lüttringhauser Rathaus untergebracht ist, blieb mit einem abgespeckten Angebot erhalten. Ein dort tätiger Mitarbeiter der Musik- und Kunstschule kümmerte sich neben seiner eigentlichen Arbeit um Bürgeranfragen.

Die zuletzt allerdings nicht mehr allzu zahlreich waren, wie Nicole Grüdl-Jakobs, Leiterin des Kommunalen Bildungszentrum, in der Bezirksvertretung berichtete: Im Schnitt hätten in den zehn Öffnungsstunden pro Woche 15 Bürger das Angebot genutzt. Übrigens lange nicht nur ältere Menschen, wie man annehmen könne, so Grüdl-Jakobs.

So bleibe die „alte Frage, ob man solche Dienstleistungen zentralisieren oder dezentralisieren“ soll, sagt Stadtdirektor Wiertz. Sei das Personal auf mehrere Standorte verteilt, führe das spätestens im Vertretungsfall zu Problemen, deswegen sei das Bürgerbüro Süd auch so oft geschlossen gewesen. „Außerdem ist es einfacher, die Technik zentral vorzuhalten.“ Insbesondere bei der Beantragung von Pässen sei der Aufwand inzwischen sehr hoch.

Auch andere technische Entwicklungen hätten Auswirkungen auf die Entscheidung, so Wiertz. Der Bürgerkoffer der Bundesdruckerei ermöglich es zum Beispiel, bestimmte Dienstleistungen mobil anzubieten. Und die fortschreitende Digitalisierung führe dazu, dass immer mehr Verwaltungsgänge digital von zuhause erledigt werden könnten.

Während die Verwaltung die Zukunft des letzten Bürgerbüros noch intern klärt, denken Teile der Politik über neue Büros nach. Mit einer Anfrage in der BV Lennep möchte die Wählergruppe Echt Remscheid von der Verwaltung erfahren, unter welchen Voraussetzungen man das dortige Bürgerbüro wieder eröffnen könnte.

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