Hochwasserschutz

Zukunft der Fischtreppe in Unterburg ist ungewiss

Von der Fischtreppe im Eschbach sind nur noch Reste übrig. Das Bachbett wird derzeit von Geröll befreit.
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Von der Fischtreppe im Eschbach sind nur noch Reste übrig. Das Bachbett wird derzeit von Geröll befreit.

Der Aufstieg für Fische im Eschbach wurde durch das Hochwasser im Juli 2021 zerstört − Rückstände werden derzeit entsorgt.

Von Kristin Dowe

Remscheid. Eigentlich sollte der Bau der Fischtreppe am Eschbach in Unterburg eine wichtige Ausgleichsmaßnahme des Wupperverbandes für den umfangreichen Eingriff am Eschbach im Interesse des Hochwasserschutzes darstellen. Rund 300 000 Euro hatte der Wasserwirtschaftsverband in den rund 70 Meter langen Aufstieg, bestehend aus vormals 20 Stufen, investiert, damit Fische und Kleinstlebewesen im Gewässer den Höhenunterschied problemlos überwinden können. Als die Fischtreppe 2020 fertiggestellt wurde, ahnte noch niemand, dass die Bemühungen vergebens sein würden, wurde sie bei der Hochwasserkatastrophe am 14. Juli 2021 doch vollständig zerstört. Von der Konstruktion sind nur noch grobe Rückstände zu sehen.

Rückblick: Auf die Flut folgte der Beistand

„Darüber hinaus gab es diverse Schäden an Ufermauern und Böschungen in dem Abschnitt zwischen unserer in den vergangenen Jahren umgesetzten Hochwasserschutzmaßnahme, sprich die Sohlvertiefung und die Ufermauersanierung, und dem Bereich der Fischtreppe“, erläutert Ilona Weyer, Sprecherin des Wupperverbandes. Gut 1300 Kubikmeter Geröll habe sich dort abgelagert. Seit Anfang Juli räume der Wupperverband deshalb das Bachbett und entsorge das Material in Fließrichtung. „Dadurch führen wir den Abschnitt wieder in den Planzustand zurück.“

Für die Fortsetzung des Hochwasserschutzprojekts liefen derzeit Abstimmungen vom bereits fertiggestellten Abschnitt bis zur Fischtreppe. „Hier werden bei der Planung die Aspekte Hochwasserschutz, Ökologie und Durchgängigkeit gemeinsam betrachtet und eine Lösung entwickelt, die diese Aspekte vereint“, so Weyer. Die Kosten ließen sich noch nicht konkret beziffern, allein für die Sohlräumung seien circa 600 000 Euro veranschlagt.

Grundsätzlich strebe man an, die Durchgängigkeit des Gewässers für Fische zu erhalten, heißt es beim Wupperverband weiter. Wie dies baulich konkret geschehen soll, ist noch unklar, da sich in unmittelbarer Nähe der Fischtreppe auch der Eschbachsammler befindet.

Burg/Höhscheids Bezirksbürgermeister Paul Westeppe (CDU) plädiert auf Nachfrage dafür, das Flussbett so zu gestalten, dass die Steigung für Wasserlebewesen wieder zu bewältigen ist. Gleichzeitig solle aber im Falle eines Hochwassers durch die Steine auf der dortigen Rampe der Flusslauf nicht verändert werden. „Ob die Fischtreppe in ihrer ursprünglichen Form der richtige Weg ist, bezweifle ich.“ Die Problematik habe womöglich dazu beigetragen, dass das Haus einer Familie am Mühlendamm nach dem Hochwasser abgerissen werden musste.

Ob nun gänzlich auf die Fischtreppe verzichtet und der Eschbachsammler möglicherweise verlegt wird, werde noch untersucht, kündigte Wupperverbandsvorstand Georg Wulf an.

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