Corona-Schutzverordnung

Zu zweit darf auf Sportanlagen wieder trainiert werden

Im Stadion Reinshagen darf wieder trainiert werden. Allerdings nur alleine, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes, betont Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Ordnungskräfte werden dies regelmäßig kontrollieren. Archivfoto: Roland Keusch
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Im Stadion Reinshagen darf wieder trainiert werden. Allerdings nur alleine, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes, betont Sportamtsleiter Martin Sternkopf. Ordnungskräfte werden dies regelmäßig kontrollieren. (Archivfoto)

Remscheider Sportfreianlagen öffnen – Mannschaftssport bleibt aber untersagt.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Eigentlich waren bis einschließlich letzten Sonntag die städtischen Sportanlagen wie das Stadion Reinshagen für Freizeitsportler gesperrt. Dennoch ließen es sich am Wochenende nicht wenige nehmen, trotzdem schon auf die Sportplätze zu gehen und dort – teilweise in großen Gruppen – zu kicken oder anderen Sport zu treiben. So fand das Sportamt beispielsweise bei einem Besuch am Honsberg einen Kunstrasenplatz vor, der mit Hütchen und anderen Gegenständen für ein Mannschaftstraining ausgestattet und so genutzt wurde. Auch am Hackenberg trafen Mitarbeiter des Sportamtes bei Kontrollfahrten Gruppen von Sportlern an. „Das widerspricht der Coronaschutzverordnung“, macht Sportamtsleiter Martin Sternkopf klar und bezieht sich dabei nicht nur auf die Extrembeispiele.

Wir müssen uns jetzt vorsichtig rantasten. Wir wollen Sport und müssen daher Regeln ohne Risiko schaffen.

Martin Sternkopf, Sportamtsleiter

Laut neuer Coronaschutzverordnung sind Sport- und Freizeitaktivitäten erst seit dem 22. Februar allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes auf Sportanlagen unter freiem Himmel einschließlich der sportlichen Ausbildung im Einzelunterricht wieder zulässig. Mannschaftssport bleibt untersagt.

Angesichts dieser Lockerung hat der Remscheider Corona-Krisenstab am 24. Februar beschlossen, einige Sportfreianlagen zu öffnen: Stadion Reinshagen, Röntgen-Stadion, Sportanlage Stadtpark, Sportplatz Neuenkamp, Sportanlage Bergisch Born, Sportanlage Jahnplatz und Sportanlage Hackenberg. Allerdings nur zu bestimmten Zeiten. Montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr dürfen die Sportanlagen genutzt werden. Gemeinschaftsräume, Umkleiden und Duschen bleiben allerdings weiter geschlossen.

„Wir müssen uns jetzt vorsichtig herantasten. Wir wollen Sport und müssen daher vernünftige Regeln ohne Risiko schaffen“, erklärt Sternkopf die Spielregeln. Und dabei seien besonders die Nutzer dieser Sportanlagen in der Pflicht, sich an die Regeln zu halten. Wer allein, zu zweit oder mit Personen des gleichen Hausstandes auf den Anlagen Sport treibt, muss dann darauf achten, zu anderen Personen mindestens fünf Meter Abstand zu halten. „Mir ist bewusst, dass die Grenzen auf so einer Anlage leicht verschwimmen. Jugendliche haben sich lange nicht gesehen und treffen ihre Kumpels zufällig da. Aber es gibt eben nur diese kleine Ausnahme“, sagt Sternkopf.

Sportamtsleiter Martin Sternkopf.

In der nächsten Zeit werden daher vermehrt Ordnungskräfte auf den Sportfreianlagen unterwegs sein, um die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen zu kontrollieren. Wer sich nicht daran hält, bekommt einen Platzverweis. Bei weiteren Verstößen müssen die Sportler mit einer Anzeige rechnen. Sollten sich alle an die nun geltenden Regeln halten, so könne überlegt werden, die Sportanlagen auch zu weiteren Zeiten zu öffnen. Gleiches gelte aber auch umgekehrt.

Auch die Sportvereine freuen sich über die neue Regel. So startete am vergangenen Montag der Betrieb des Golfclubs Dreibäumen in Hückeswagen an der Stadtgrenze zu Remscheid. „Es wird sehr gut angenommen, ich habe selten so glückliche Menschen gesehen“, sagt Vizepräsident und Clubmanager Erich Buchholz, der sich aufgrund des Wetters auch über den Zeitpunkt der Lockerung freut. Auf 72 Hektar lassen sich die Abstände gut einhalten. Gespielt werde immer zu zweit mit einem Startabstand von 8 Minuten.

Standpunkt: Vertrauen nicht verspielen

Von Katharina Birkenbeul

katharina.birkenbeul@rga-online.de

Über die Öffnung einiger Sportfreianlagen seit Montag freuen sich vermutlich viele derjenigen, die gerne Sport treiben. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass sich auf den gerade freigegebene Sportplätzen viele Menschen tummeln, um Abwechslung in den mittlerweile doch schon langweiligen Corona-Alltag zu bringen. Die Regel, dass weiterhin nur alleine, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Haushaltes trainiert werden darf, dämpft die Stimmung jedoch wieder und führt dazu, dass dann doch einige – mehr oder weniger bewusst – in Gruppen dort aufschlagen. Und das ist in Anbetracht der steigenden Inzidenzzahlen nicht gerade sinnvoll. Das Vertrauen, das die Stadt Remscheid den Bürgern mit der teilweisen Öffnung der Sportfreianlagen entgegenbringt, verliert sich dadurch. Dabei ist das gar nicht notwendig, bei der großen Vielzahl an Sportarten, die auch zu zweit Spaß machen – man muss nur manchmal über den Tellerrand blicken und etwa die gute alte Frisbee-Scheibe rausholen.

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