Pandemie

Zeugnisse werden mit Termin abgeholt

An der Sophie-Scholl-Gesamtschule bekommen die Schüler ihre Zeugnisse zunächst als PDF. Die zehnten Klassen benötigen ihre Originale aber schon jetzt für Bewerbungen. Deshalb verschicken Dr. Olaf Noll (l.) und Schulleiter Michael Pötters einige Zeugnisse. Foto: Roland Keusch
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An der Sophie-Scholl-Gesamtschule bekommen die Schüler ihre Zeugnisse zunächst als PDF. Die zehnten Klassen benötigen ihre Originale aber schon jetzt für Bewerbungen. Deshalb verschicken Dr. Olaf Noll (l.) und Schulleiter Michael Pötters einige Zeugnisse.

Am Freitag gibt es Noten für Schüler – Keinen Corona-Bonus bei der Bewertung.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Am Freitag, 29. Januar, gibt es an den Schulen in NRW Halbjahreszeugnisse. Wie diese verteilt werden, hat Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Schulen freigestellt. So können die Zeugnisse per Post verschickt, von den Schülern abgeholt oder elektronisch versandt werden – mit späterer Übergabe des Originals. An den Remscheider Schulen wird das unterschiedlich gehandhabt.

„Wir hatten vom Bundesministerium aus die Vorgabe bekommen, dass wir auf jeden Fall den Leistungsstand der Schüler übermitteln müssen, und das machen wir“, erklärt Michael Pötters, Schulleiter der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Die Noten über den Leistungsstand, der elektronisch übermittelt wird, stimmen mit denen auf den Zeugnissen überein. Diese bekommen die Schüler dann, wenn der Präsenzunterricht wieder stattfinden kann. Die Leistungen der Schüler seien im normalen Rahmen. „Bei den Zeugnissen gibt es keinen Corona-Bonus und auch keinen -Nachteil“, betont Pötters.

Remscheid: Um Abstände einzuhalten, kommen Zeugnisse elektronisch

An der Alexander-von-Humboldt-Realschule setzt man auf eine elektronische Übermittlung einer Zeugniskopie. Beschlossen haben die Lehrer dies am vergangenen Montag. „Wir haben uns für die digitale Variante entscheiden, weil wir zwar in der Schule für Abstände und Co. sorgen können, nicht aber auf dem Weg hierhin“, so Schulleiterin Gundula Krüger.

Was die Noten angeht, stimmt sie Pötters zu. „Die Noten sind auf einer soliden Basis gegeben worden“, betont Krüger. Die Schulleiterin weist daraufhin, dass die Lehrer bis Ende des Jahres die Schüler in Präsenz erleben konnten, während des Distanzunterrichtes in ständigem Austausch stehen, und Klassenarbeiten wurden geschrieben.

Das bestätigt auch Martina Garthen, Schulleiterin der Albert-Einstein-Schule. Wie genau sich die Noten der einzelnen Schüler verändern, könne man erst im nächsten Schuljahr mit Präsenzunterricht sagen. Seit Dienstag bekommen die rund 1200 Schüler der AES ihre Zeugnisse in Kleingruppen von fünf Personen von den Klassenlehrern. „Zeugnisse sind Dokumente, die man nicht verschickt, und da manche ihre Noten für ihren Abschluss bereits jetzt brauchen, haben wir uns für die persönliche Ausgabe entschieden“, erklärt sie. Nur die Abiturienten haben ihre Zeugnisse bereits vor zwei Wochen mit der Post erhalten.

An der Grundschule Reinshagen müssen nur noch drei Klassen am Freitag mit Noten versorgt werden. „Die Viertklässler haben ihre Zeugnisse bereits per Post erhalten. Zusammen mit den Anmeldebögen für die weiterführenden Schulen“, sagt Sekretärin Sandra Bockholt. Die etwa 70 Kinder der dritten Klasse bekommen ihre Zeugnisse aber coronakonform nach Zeiten gestaffelt in der Schule. „Das ist schön, so kann kurz persönlich Rücksprache gehalten werden, und sie bekommen auch eine kleine Aufmerksamkeit, damit sie weiter durchhalten“, sagt Schulleiterin Jasmin Steinhaus. Für die ersten und zweiten Klassen gebe es keine Halbjahreszeugnisse oder Berichte.

Das Berufskolleg Technik (BTR) beheimatet viele unterschiedliche Bildungsgänge, deshalb läuft die Notenvergabe dort unterschiedlich ab. Die Vollzeitbildungsgänge: Alle Schüler, die täglich zur Schule gehen, bekommen ihre Zeugnisse in einem terminierten Verfahren heute und am Freitag. Für die rund 800 Schüler wurden mehrere Ausgabestellen eingerichtet und diese als Einbahnstraßensystem gekennzeichnet. Die Schüler, die eine Ausbildung machen, bekommen ihre Zeugnisse von der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer. Dabei seien dann auch Kollegen des BTR.

„Wir haben bei der Zeugnisvergabe der Q2 in der letzten Woche gute Erfahrungen gemacht und deshalb ein Konzept erstellt, wie alle Schüler persönlich an ihre Zeugnisse kommen“, so der Schulleiter des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums, Rainer Schulz. So habe auch am Freitag jede Klasse oder Jahrgangsstufe einen Zeitraum zwischen 7.50 und 13.10 Uhr. In diesem können die Klassenlehrer an einer der sechs Ausgabestellen die Zeugnisse an die verbleibenden rund 780 Schüler überreichen. „Das steht zwar im Gegensatz zu Kontakte meiden, aber es ist gut, die Schüler noch einmal persönlich zu sehen.“ Bei den Ausgabestellen wurde darauf geachtet, dass sie von zwei Seiten begehbar sind, zudem wurde gebeten, möglichst auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten, um Kontakte zu vermeiden.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Hintergrund

Am Freitag, 29. Januar, gibt es Halbjahreszeugnisse. Die ersten und zweiten Klassen bekommen nur zum Ende des Schuljahres einen Leistungsnachweis. Wie die Zeugnisse bedingt durch den Distanzunterricht vergeben werden, bleibt den Schulen überlassen.

Standpunkt

katharina.birkenbeul@b-boll.de

Ein Kommentar von Katharina Birkenbeul

Ich erinnere mich noch gut an meine Schulzeit und die Tage, an denen es endlich Zeugnisse gab. Es waren immer irgendwie besondere, aufregende Tage. Ein Abschluss eines Schulhalbjahres, auch wenn es nach einem Wochenende direkt weiter mit Lernen weiterging. Deshalb ist es super, dass sich einige Schulen ein Konzept ausgedacht haben, wie die Schüler dennoch vor Ort ihre Zeugnisse abholen können. So kann die Freude über gute Noten oder die Bedrücktheit über solche, die nicht den Erwartungen entsprachen, mit anderen Personen geteilt werden. Nur vielleicht diesmal mit den Lehrern, die sich sicher ein oder zwei Minuten Zeit nehmen können, um sich persönlich mit den Schülern zu unterhalten, anstatt mit Freunden. Aber das ist in dieser schweren Zeit nicht von Bedeutung. Im Vordergrund steht der Kontakt zu anderen Personen. Wichtig ist dabei nur, dass sich alle an die geltenden Corona-Regeln halten – in und um die Schule. Die Konzepte der Schulen, die ausgeklügelten Wege, um viele Kontakte zu vermeiden, scheinen dafür schonmal sehr gut durchdacht.

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