Willkommensfest

Remscheid zeigt Weltoffenheit

Im Chor Women of Wuppertal singen Frauen aus vielen Ländern der Erde Lieder in verschiedenen Sprachen.
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Im Chor Women of Wuppertal singen Frauen aus vielen Ländern der Erde Lieder in verschiedenen Sprachen.

Internationales Willkommensfest in der Klosterkirche brachte Kulturen zusammen.

Von Sabine Naber

Zu einem Internationalen Willkommensfest – gedacht als ein zwangloses Beisammensein – hatten der Caritasverband und das Kulturzentrum Klosterkirche am Dienstagabend in die Klosterkirche eingeladen. „Wir hatten dabei die Flüchtlinge aus der Ukraine im Blick, die sich seit einiger Zeit schon im Willkommenscafé im Johannessaal der Kirchengemeinde St. Suitbertus treffen, aber auch alle anderen neu Zugewanderten, die wir über das Kommunale Integrationszentrum eingeladen haben“, erklärte Andrea Schara von der Caritas.

Sie freute sich, dass auch alteingesessene Remscheider Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit des interkulturellen Austausches wahrnahmen. „Wir haben bewusst keine Benefizveranstaltung organisiert, sondern uns gewünscht, dass sich die Menschen hier näherkommen. Gemeinsam etwas essen und trinken und dann noch ein Konzert erleben, das lässt die Menschen ja näher rücken“, zeigte sich Gabriele Hötte vom Vorstand des Kulturzentrums überzeugt. Sie versprach sich von diesem Willkommensfest aber auch, dass sich die Gäste über den Abend hinaus für Kulturveranstaltungen begeistern lassen.

Mehr als 80 Gäste lauschten dem Chor Women of Wuppertal

„Welcome to Remscheid – wie schön, dass sie alle da sind“, begrüßte sie die mehr als 80 Gäste, die nach dem Essen im Minoritensaal zusammenkamen, um die Women of Wuppertal, einen Chor von Frauen aus vielen Ländern der Erde, singen zu hören. Begleitet wurden sie von Igor Parfenov am Piano. Hayat Chaoui leitet den Chor der Sängerinnen, die Lieder in 30 verschiedenen Sprachen singen und zum Teil in der Tracht ihres Heimatlandes auf der Bühne standen.

„Wir bieten Ihnen ein buntes Programm, werden gleich ein Lied zuerst auf Türkisch, das gleiche Lied dann auch in einer kroatischen, griechischen und arabischen Version singen. Und in allen Ländern wird behauptet, es sei ihr Lied“, erzählte die Dirigentin mit einem Augenzwinkern.

„Was heute Abend auf dieser tollen Veranstaltung passiert, das ist so wichtig“, befand auch Ratsmitglied Christine Krupp (SPD) und nannte die Musik ein verbindendes Element. „120 Nationen leben hier friedlich und solidarisch zusammen, packen gemeinsam mit an.“

Frank Gärtner von der Caritas erinnerte an den Krieg und die entstandenen Veränderungen im Zusammenleben. Er fragte sich, wie man sich fühlt, wenn man an einem fremden Ort einen ganz neuen Anfang machen muss. „Da tut es sicher gut, in einer Gemeinsamkeit wie dieser hier Weltoffenheit zu zeigen“, befand Gärtner.

„Das Fest ist eine sehr schöne Idee, ich bin gerne dabei“, sagte Tasheem Alghoubary, die 2014 mit ihrem Mann und ihren drei Kindern aus Syrien nach Remscheid gekommen ist. Die gelernte Bauingenieurin, die wegen ihrer drei Kinder nicht in Vollzeit arbeiten kann, macht gerade eine Umschulung zur Pflegeassistenz. „Ende April bin ich fertig und hoffe, dann einen Job zu finden.“

Ihre Nachbarin Ruola Frzat ist vor fünf Jahren aus Syrien gekommen und nimmt gerade noch einmal an einem Sprachkurs teil. Ihre Familie habe durch die Caritas und die Awo inzwischen guten Kontakt mit Remscheidern. „In meiner Heimat war ich Buchhalterin, aber in diesem Beruf kann ich hier nicht arbeiten. Jetzt muss ich umschulen. Das wird nicht einfach, aber ich versuche es.“

Hintergrund

Die Sängerinnen des Chores Women of Wuppertal definieren sich über das gemeinsame Tun, nicht darüber, woher sie kommen oder wie gut sie Deutsch sprechen.

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