Unterricht

Zehntklässler lernen in der Sporthalle

An der Alexander-von-Humboldt-Realschule lernen die Abschlussklassen in umfunktionierten Räumen. Die 10 c sitzt mit 28 Schülern in der Sporthalle. Matheunterricht wird an einer Rolltafel gemacht. Foto: Roland Keusch
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An der Alexander-von-Humboldt-Realschule lernen die Abschlussklassen in umfunktionierten Räumen. Die 10 c sitzt mit 28 Schülern in der Sporthalle. Matheunterricht wird an einer Rolltafel gemacht.

Die Alexander-von-Humboldt-Realschule hat sich die Technik des Teo Otto Theaters ausgeliehen.

Von Alexandra Dulinski

Remscheid. Seit etwas mehr als drei Wochen können die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen wieder im Präsenzunterricht zur Schule gehen. An der Alexander-von-Humboldt-Realschule sind die 137 Zehntklässler in voller Klassenstärke vertreten. Denn die fünf Klassen wurden in die Aula, die Mensa, die große Pausenhalle, die Sporthalle und in einen größeren Fachraum verlegt, um – an Einzeltischen sitzend – den nötigen Abstand zu wahren. „Dass wir die Schülerinnen und Schüler als ganze Gruppe unterrichten, ist sicherlich eine Besonderheit“, sagt Schulleiterin Gundula Krüger.

Ich weiß noch, dass wir den Lehrer kaum verstanden haben.

Luca Krüger über Sporthallen

In den großen Räumen sei es allerdings oft anstrengend, laut zu sprechen. „Wir haben eine andere Akustik, aber wollten, dass die Kinder verstehen können, was vorne gesagt wird“, sagt Krüger. Weil ihr Sohn Luca Krüger seine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker im Teo Otto Theater macht, sei es naheliegend gewesen, ihn bei technischen Dingen um Rat zu fragen. Der 21-Jährige ist im letzten Ausbildungsjahr und überwiegend für die Tontechnik im Theater verantwortlich.

„Wir hatten alle Sportunterricht in der Schule. Ich weiß noch, dass wir den Lehrer damals kaum verstanden haben“, berichtet Luca Krüger. Als Gundula Krüger von ihren Plänen berichtete, habe er seinen Ausbilder angesprochen, ob er sich die nötige Technik für die Sporthalle ausleihen könne. Lautsprecher, ein Mikrofon, ein Stativ, ein Stromkabel und ein Tonpult hat Luca Krüger noch am selben Abend in der Halle installiert. Aufwendig sei das nicht gewesen, er habe lediglich Wert darauf gelegt, dass kein Jugendlicher über die Kabel fallen kann. Zwar seien die Geräte schon etwas älter, „sie erfüllen aber ihren Zweck. Der Lehrer muss nur noch den Stecker in die Steckdose stecken“, sagt er.

Rolltafeln ermöglichen den Unterricht in der Halle. Bodenplatten, die ursprünglich für die Sanierung der kleineren Sporthalle der Schule gedacht waren, schützen den empfindlichen Hallenboden vor Beschädigungen, das Bauordnungsamt hatte im Vorfeld die Genehmigung für die Hallennutzung erteilt. In den anderen Räumen wie der Aula sei die digitale Präsentationstechnik wie Beamer, Computer und Mikrofone schon vorhanden gewesen, sagt Gundula Krüger.

Luca Krüger hat die Sporthalle technisch aufgerüstet.

Die Rückmeldung der Kollegen über den Unterricht in den zweckentfremdeten Schulräumen sei positiv. Und auch die Schüler der 10 c, die in der Sporthalle unterrichtet werden, zeigen sich glücklich über die Lösung. Die 16-jährige Berra findet es in der Halle sehr angenehm, sagt sie: „Wir können hier zusammen lernen und uns gegenseitig behilflich sein. Das ist ein großer Raum, wir haben nicht viel Kontakt, können uns aber trotzdem austauschen.“

Wer in den hinteren Reihen sitzt und nicht gehört wird, kann vorne zum Lehrerpult ans Mikrofon gehen. Das Pult ist durch eine Acrylglasscheibe von den Schülern abgetrennt. „Ich fühle mich hier sicherer als im normalen Klassenraum. Es gibt keinen sichereren Ort als die Sporthalle“, sagt Luis (16).

Denn auch die Halle lässt sich gut lüften. „Lüftung ist das A und O“, sagt Gundula Krüger, die weiß, dass es in der Schule momentan sehr zugig ist. Mit Blick auf die bald anstehenden zentralen Prüfungen sei es ihr und ihren Kolleginnen und Kollegen aber wichtig gewesen, die Abschlussklassen vollzählig und sicher zu unterrichten. „Die Schüler schaffen so mehr, als wenn sie im Wechsel von zu Hause aus arbeiten.“ Das gemeinsame Lernen motiviere und schaffe wieder einen geregelten Tagesablauf.

Sportunterricht

Laut Schulministerium findet Sportunterricht grundsätzlich statt. Wann immer es die Witterung zulasse, solle dieser im Freien stattfinden. Beim Sportunterricht in der Halle ist eine Maske Pflicht. „Das ist die Kehrseite der Medaille: Wir können Sport nur draußen machen“, sagt Krüger.

Währenddessen warten Lehrer auf die Corona-Tests für ihre Schüler.

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