Landgericht in Wuppertal

Prozessauftakt gegen Einbrecher-Bande: Raubzug durch Kitas, Schulen, Firmen

Prozessauftakt nach Bandeneinbrüchen in Schulen in NRW
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Die Angeklagten – darunter drei Remscheider – müssen sich seit gestern wegen zahlreicher Einbrüche vor dem Wuppertaler Landgericht verantworten.

Tatorte in Remscheid und Wermelskirchen. Bei Observation und Telefon-Überwachung stellten die Ermittler fest, dass es sich nicht um Gelegenheitstäter handeln dürfte.

Von Dirk Lotze

Remscheid. In einem Großprozess um Einbruchsserien in Remscheid, Wermelskirchen und weiteren Orten in der Region hat das Landgericht Wuppertal seine Verhandlung gegen vier Angeklagte begonnen, drei von ihnen Remscheider. Die Männer im Alter von 22 bis 27 Jahren sollen zwischen dem Jahreswechsel 2020/21 und vergangenem Juli teils mehrfach in einer Nacht in Schulen, Kindertagesstätten und Firmen eingebrochen sein.

Zum gestrigen Prozessauftakt belehrte sie der Vorsitzende Richter: „Meine Herren Angeklagten – so reden wir nämlich hier: Es steht Ihnen frei, zu schweigen.“ Aufgeklärt worden sein soll die Serie durch Telefon-Abhörmaßnahmen und gezielte Observation der Polizei.

Der Anklage zufolge begann die Reihe im dichten Takt in mehreren Teilen des Remscheider Stadtgebiets – mit Einbrüchen ins Käthe-Kollwitz-Berufskolleg, einem Hotel und mehreren Schulen. Vorgegangen seien sie in wechselnder Zusammensetzung, die Methode sei jeweils gleich gewesen: Die Einbrecher hätten Türen oder Fenster aufgehebelt; teils seien sie im ersten Obergeschoss eingedrungen.

In einigen Fällen soll ein Angeklagter zur Sicherheit vor dem Haus Wache gestanden haben. Die Beute: Geld, Kameras, Kaffeeautomaten und Wassersprudler, Tablet-PCs, Büro- und Küchenutensilien. Standpunkt der Staatsanwaltschaft: „Die Gegenstände verwerteten die Angeklagten entweder für sich oder verkauften sie.“

In Wermelskirchen kam es in der Nacht des 24./25. Mai 2021 zu einer spektakulären Tat in einer Grundschule: Dort nahmen Einbrecher einen mehr als 100 Kilogramm schweren Tresor mit. Darin sollen sich Geldkassetten und ein Laptop mit Lernprogrammen befunden haben, außerdem Briefmarken für knapp 600 Euro und acht Euro in Münzen.

In Drogenhändler-Wohnung 800 Gramm Marihuana erbeutet

Laut Anklage soll die Gruppe bereits sechs Wochen zuvor eine Serie mit vier Einbrüchen in einer Nacht absolviert haben. An diese anschließend habe sie sich vorübergehend auf Firmeneinbrüche verlegt. In einem Fall sollen die Täter in eine benachbarte Wohnung eingedrungen sein, nachdem sie in einem Betrieb gestohlen hatten. Zu der Zeit soll die Gruppe eine junge Frau mit einem eigenen VW Golf als Fahrerin genutzt haben. Sie wird in einem eigenen Prozess verfolgt.

Den Abschluss der Vorwürfe bildet ein Einbruch in die Wohnung eines Drogenhändlers in Remscheid, bei dem 800 Gramm Marihuana erbeutet worden sein sollen.

Schulen und Kindertagesstätten galten Einbrechern früher als leichte Ziele, die mit Computern und Kassen von gesammeltem Geld wertvolle Beute boten. Städte und sonstige Träger haben inzwischen in vielen Fällen Alarmanlagen nachgerüstet.

Im Dezember 2020 hatte die Polizei in Remscheid eine Gruppe jüngerer Verdächtiger dingfest gemacht, die gleich gelagerte Taten ebenfalls in schneller Folge begangen hatte. Die Serien sollen nach derzeitigem Stand nicht miteinander in Zusammenhang gestanden haben.

Die Angeklagten befinden sich in Untersuchungshaft. Das Landgericht hat drei weitere Termine angesetzt und will am 27. Januar weiter verhandeln.

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