WTT

Publikum erlebt großartige Premiere

Das WTT-Ensemble machte die Premiere von „Eine Weihnachtsgeschichte“ zu einem Erlebnis für das Publikum. Foto: Michael Schütz
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Das WTT-Ensemble machte die Premiere von „Eine Weihnachtsgeschichte“ zu einem Erlebnis für das Publikum.

Das Westdeutsche Tourneetheater zeigte „Eine Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die Bühne im kleinen Theater im Studio verwandelte sich am Sonntagnachmittag in einen Marktplatz in London. Geschäftiges Treiben herrschte hier, Menschen, bepackt mit Geschenken, wünschen fröhliche Weihnachten. Und die Freude auf das Bevorstehende lässt sich an ihren Gesichtern ablesen. Nur bei Ebenezer Scrooge nicht. Der griesgrämige Geizhals hält Weihnachten für Geld- und Zeitverschwendung.

Mit „Eine Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens, für die Bühne eingerichtet von Intendantin Claudia Sowa, feierte das Westdeutsche Tourneetheater (WTT) an der Bismarckstraße eine Premiere, die ursprünglich schon für den Advent 2020 geplant war, wegen der Corona-Pandemie aber ausfallen musste.

Das Weihnachtsmärchen passt wunderbar auch in unsere heutige Zeit, obgleich Charles Dickens seinen Roman schon 1843 geschrieben hat. Im Mittelpunkt steht Ebenezer Scrooge, für den Weihnachten nur eines dieser lästigen Feste ist, an denen andere Leute feiern, obwohl sie arbeiten könnten. Geld hat er zuhauf, doch sein Leben ist einsam. Bis ihm die drei Weihnachtsgeister erscheinen und ihn in seine Vergangenheit, in die Gegenwart und eine vorstellbare Zukunft führen, die selbst den harten Scrooge erschauern lässt. Das prophezeit ihm sein ehemaliger Geschäftspartner Jacob Marley, als dessen Geist plötzlich vor ihm steht, behangen mit silbernen Ketten, und ihn warnt: „Wie oft war ich so ein Halsabschneider wie du. Ändere dein Leben.“

Noch lacht Scrooge. Aber um ein Uhr morgens erscheint ihm tatsächlich der Geist der vergangenen Weihnacht. Und er sieht sich als einsamen Jungen, der an Weihnachten nicht nach Hause durfte. Der zweite Geist nimmt ihn mit ins bescheidene Heim seines Angestellten Bob Cratchit und führt ihm das traurige Schicksal des kleinen Tim vor Augen. Als die Glocke dreimal schlägt, erscheint der Geist der zukünftigen Weihnacht. Die Erkenntnis, für das Elend auf den Straßen mitverantwortlich gewesen zu sein, trifft Scrooge heftig. Er fasst den Beschluss, sein Leben zu ändern.

In dieser kindgerechten, auf eine Stunde gekürzten Version der Weihnachtsgeschichte, glänzte das fünfköpfige Ensemble. Scrooge (großartig: Björn Lukas) nahm man sowohl die Rolle des harten Geizkragens ebenso ab, wie den geläuterten Mann, der über die Bühne hüpft, dabei lacht und singt, als er begreift, dass die Zukunft wieder ihm gehört.

Ein beeindruckendes Bühnenbild von Peter Strieder

Den sprechenden Tannenbaum-Geist (Kostüme: Katrin Eckstein), der den Geizhals mit Scroogilein anspricht und ihm einen goldenen Stern auf die Stirn pappt, spielt Alina Rohde so wunderbar witzig. Und der dritte Geist (Kim Preyer) der die Schatten der Dinge, die noch nicht passiert sind, zeigt, beweist, dass man auch ohne Worte viel ausdrücken kann.

Scroogs eingeschüchterten Mitarbeiter, der im eiskalten Büro des Geizhalses für wenig Geld arbeiten muss, verkörpert Björn Lenz überzeugend. Und Matthias Knaab ist die ideale Besetzung für Scroogs herzensguten Neffen. Als Erzähler fungierte ein gemütlich aussehender Straßenkater, das beeindruckende Bühnenbild (Peter Strieder) ließ sich blitzschnell verwandeln, zeigte mal den Marktplatz, mal die Orte in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Eine großartige Premiere, nach der das begeisterte Publikum die Protagonisten mit herzlichem Applaus immer wieder auf die Bühne holte.

WTT-Vorschau

Für das Kinderstück „Eine Weihnachtsgeschichte“ nach C Dickens, hebt sich der Vorhang am Sonntag, 19. Dezember um 16 Uhr. Ebenso am Sonntag, 26. Dezember zur selben Zeit. Am Montag, 27. Dezember steht um 16 Uhr „Oh, wie schön ist Panama“ auf dem Programm, einen Tag später „Die Frau vom Fischer und der Fischer selbst“. An Silvester heißt es um 18 Uhr „Frühschicht bei Tiffany“. Karten können unter Tel. (02191) 3 22 85 bestellt werden.

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