Wolf Codera präsentiert spannendes Konzept im Eventgarten

Neun hochkarätige Sessionmusiker finden für einen einmaligen Abend zusammen

Bei der Session dabei: Bassist Samuel G. Mpungu. Foto: Oliver Ajkovic
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Bei der Session dabei: Bassist Samuel G. Mpungu.
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Saxofonist und Bandleader tritt morgen Abend auf dem Schützenplatz auf.

Remscheid. Ein Biograf hätte seine Freude an der vielschichtigen Lebensgeschichte von Wolf Codera. Mit 59 Jahren wäre der Saxofonist aus Witten tatsächlich im besten Alter, um in seinen Memoiren zurückzublicken auf Leid und Auferstehung mit einer Karriere, die nach einer schweren Erkrankung eine irre Wendung nahm und den angehenden Mediziner zu einem Musiker mit einem in Deutschland einmaligen Live-Konzept werden ließ. Mit Session Possible tritt Codera am Donnerstag (Beginn: 19.30 Uhr) im Open-Air-Eventgarten auf dem Schützenplatz auf.

Neun Profis, zusammengestellt aus halb Europa fliegen für den Abend in Remscheid ein, um bekannte Stücke quer durch die Rock- und Popgeschichte auf ihre spezielle Art zu covern. Ehernes Prinzip: Es wird vorher nicht geprobt. „Erst beim gemeinsamen Essen vor unseren Auftritten werden Leadsheets, Notenblätter mit den nötigsten Informationen verteilt“, sagt Codera. Für jeden heißt es raus aus der Komfortzone. Was auf der Bühne passiert, ist bisweilen ein Abenteuer, das von allen Beteiligten höchste Flexibilität fordert, in jedem Fall ein Genuss, der das Publikum verzückt.

Wolf Codera (rechts) gastiert morgen erstmals in Remscheid und schart ein hochkarätiges Ensemble um sich.

Solinger schätzen Session Possible seit 13 Jahren. In der Nachbarstadt kommt der bunte Profi-Haufen seit 2008 einmal monatlich zusammen. Früher im Alten Bahnhof, danach bis zur Pandemie in der Festhalle Ohligs. Wolf Codera fing in Solingen bei null an. Nach einem halben Jahr war er erstmals ausverkauft. Seither ist Session Possible, das vornehmlich in NRW unterwegs ist, in Solingen eine Bank.

Im Eventgarten in Remscheid spielen am Donnerstag die Söhne Mannheims

Auf ähnliche Weise hat sich Dirk Trümmelmeyers Soul Shake Party in der Klosterkirche ein Stammpublikum erobert. So gut wie nie greift Wolf Codera auf dieselben Mitstreiter zurück. Seine Kartei weist über 2000 Profis von Portugal bis nach Litauen aus. Aufgebaut hat er sie ursprünglich einmal, um Sessionmusiker für Industriejobs bei Firmenevents zu testen. Immer wieder aufs Neue stellt er für seine Gigs neue Kombinationen zusammen. Alles Cracks, die mit viel größeren Namen unterwegs waren und sind. In Remscheid spielt Samuel M. Mpungu Bass, der live mit Limp Bizkit tourt. Schlagzeuger Ralf Gustke trommelte für Xavier Naidoo, Chaka Khan und die Söhne Mannheims.

Keyboarder Marin Subasic, von Codera zum musikalischen Leiter an diesem Abend erkoren, begleitet sonst Sängerin Jennifer Rush. Der in Valencia beheimatete US-Amerikaner Irvin Doomes sang unter anderen für Kool & The Gang, und Gitarrist Jordi Repkes jettet mit dem niederländischen Top-DJ Sam Feldt bei dessen Auftritten durch die Welt. Zweiter Tastenmann wird Andreas Recktenwald aus Wuppertal sein, am Mikro stehen die Sängerinnen Anna Schenk (Polen) und Lélé (Litauen) sowie Ruhrgebiets-Songwriter Nick Montes. Die Setliste stellt nicht nur der Chef, sondern seine Gäste zusammen. Anna hat zum Beispiel „No roots“ gewählt, Irvin „Don´t look any further“ und Jordi hätte gerne „Walking in Memphis“ im Programm.

Verliere nie den Mut.

Wolf Coderas Lebensmotto

Die Chancen für einen gelungenen Einstand in Remscheid stehen gut für Wolf Codera: Morgen sollen die Temperaturen auf angenehme 26 Grad klettern. Der Mann, der mit spitzem Bleistift rechnet, um sein 1a-Ensemble immer wieder aufs Neue zusammenzustellen und zu finanzieren, sieht seinen festen Glauben an die Kraft der Musik als Überlebensquelle.

Sängerin Anna Schenk ist eine von neun Top-Acts in Remscheid am Donnerstag.

Während seines Medizinstudiums wurde Sarkoidose diagnostiziert, eine extrem seltene Lungenkrankheit, die ihm bei kleinsten Anstrengungen den Atem raubte. Der ehemalige Leistungssportler (Tennis und Skirennen) verbrachte Monate in Kliniken. Mission impossible? Gab's für Codera nicht. „Sollte ich lebend aus dem Krankenhaus kommen, werde ich Profimusiker“, schwor er sich damals und entwickelte für seine Saxofone und seine Klarinette ein spezielles Klappensystem. Die Erfindung erlaubte es ihm, mit stark eingeschränktem Lungenvolumen im Rampenlicht zu reüssieren. Ein Lebensmotto begleitet ihn seither: „Verliere nie den Mut.“

Kartenverkauf

Tickets für Wolf Coderas Session Possible am Donnerstag (Einlass: 17.30, Beginn 19.30 Uhr) beim Open-Air-Eventgarten auf dem Schützenplatz können online über www.remscheid-live.de geordert werden. Tickets kosten 25 Euro (Preisgruppe 1 – Liegestuhl oder Biertisch), 22 oder 18 Euro (Sitzplatz am Biertisch).

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