Bahnhof

Wohnprojekt am Lenneper Bahnhof: Noch ist kein Baugerät in Sicht

Das ehemalige Möbelhaus Giminski am Bahnhof Lennep soll seniorengerechten Wohnungen weichen.
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Das ehemalige Möbelhaus Giminski am Bahnhof Lennep soll seniorengerechten Wohnungen weichen.

Alle Weichen für das Wohnprojektes auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Giminski sind gestellt. Investor schweigt.

Von Joachim Dangelmeyer

Remscheid. Eigentlich sollten längst die Bagger anrücken und die Ruine des alten Möbelhauses Giminski am Lenneper Bahnhof abreißen. Auf dem Areal soll nach Plänen eines Investors ein „Gebäude für Wohngruppen und Wohnen mit Pflegedienst“ errichtet werden. Aber noch ist kein schweres Baugerät in Sicht.

Dabei hat die Stadt Remscheid ihre Hausaufgaben gemacht. Die Bauaufsicht hat keine Einwände mehr, „wir warten auch darauf, dass es endlich losgeht“, sagt Bauamtsleiter Jörg Schubert. Im Herbst hatte es noch verschiedene Abstimmungsgespräche zwischen Stadt und Investor gegeben – eigentlich nur Kleinigkeiten, denn im Grunde war man sich einig.

Einen aktuellen Grund für die Verzögerung kennt der Bauamtsleiter nicht. „Die Baugenehmigung ist erteilt, von unserer Seite besteht kein Hindernis mehr“, versicherte Thomas Hildebrand-Effelberg von der städtischen Wirtschaftsförderung, die das Projekt intensiv begleitet hat. Zuletzt sei auf dem Gelände ein Stromkabel, das nicht korrekt verlief, ordentlich verlegt worden, jetzt müsse noch ein Loch zugeschüttet werden. Das sei in Kürze erledigt. Wann der Investor loslegt, weiß man bei der Wirtschaftsförderung nicht.

Bei der Firma „TBP Generalplaner“ aus Düsseldorf, die das Projekt realisieren soll, hieß es auf Anfrage nur lapidar: „Es gibt intern noch einiges zu klären.“ Man solle doch in drei Wochen noch einmal nachfragen. Im Übrigen hätte der Investor das Sagen. Das ist nach Recherchen unserer Zeitung die Firma „HT Remscheid GmbH“, ebenfalls mit Sitz in Düsseldorf. Die 2018 ins Handelsregister eingetragene Gesellschaft („Erwerb von Grundstücken zur Errichtung von Wohnhäusern sowie deren Nutzung und Verwaltung“) hat dieselbe Firmenadresse und Telefonnummer wie „TBP Generalplaner“. Und einer der Generalplaner-Geschäftsführer ist zugleich auch Co-Geschäftsführer der „HT Remscheid“. Für kurze Kommunikations- und Abstimmungswege sollte also gesorgt sein.

Die Verkäuferin des Areals, die Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) war für eine Auskunft nicht zu erreichen. Dem Vernehmen nach hatte die BEG, deren Aufgabe es ist, ehemalige Bahnhöfe an den Mann zu bringen, die Möbelhaus-Ruine bereits 2018 verkauft. Dann geriet das Projekt insbesondere wegen der Brandschutzauflagen, die die Stadt dem neuen Eigentümer gemacht hat, ins Stocken.

Remscheid: Weitere Park-und-Ride-Parkplätze sollen entstehen

Im Herbst 2019 zeichnete sich dann eine positive Lösung für das seit Anfang den 2000er Jahren leerstehende Möbelhaus-Gebäude, das als Schandfleck vielen ein Dorn im Auge ist, ab. Das geplante Wohnprojekt, das alten Menschen möglichst lange ein Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen soll, kommt für Remscheid gerade richtig, denn die Stadt wird deutlich altern: Bei insgesamt zurückgehender Bevölkerungszahl wird die Gruppe der älteren Menschen weiter wachsen. Vor allem bei den hochaltrigen Menschen ab 80 Jahren steigt die Bevölkerungszahl ab 2020 deutlich an.

Das alte Möbelhaus ist das letzte Relikt des ehemaligen Bahnhofareals in Lennep. Mit dem Abriss und der Neubebauung sollen weitere Park-und-Ride-Parkplätze im rückwärtigen Bereich entstehen. Danach wären nahezu alle Bahnhofsflächen einer neuen Nutzung zugeführt. Bereits Vergangenheit ist das alte Bahnbetriebswerk: Die Straßen- und Tiefbaufirma Krasniqi aus Heiligenhaus hatte es gekauft und im vergangenen Sommer abreißen lassen. Auf dem 728 Quadratmeter großen Grundstück an der Robert-Schumacher-Straße entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus.

Der Bahnhof Lennep war einst eine bedeutende Drehscheibe für den Bahnverkehr im Bergischen Land. Seiner wichtigen Funktion wegen war der Bahnhof im Zweiten Weltkrieg mehrmals bombardiert worden. Aus der Kriegszeit stammt auch der massive Bunker unter dem alten Möbelhaus Giminski, der sich in Richtung der Bahngleise erstreckt. Dem Bau des Hauses für seniorengerechtes Wohnen soll er nicht im Weg stehen. Im Gegenteil. Experten schätzen den Bunker als besonders stabilen Baugrund. Der Investor will den Bunker deshalb in sein Bauprojekt miteinbeziehen und möglicherweise als Keller nutzen.

BAHNHOFSUMFELD

UMGESTALTUNG Die Entwicklung des Lenneper Bahnhofsumfeldes zieht sich seit vielen Jahren hin. Die Voraussetzungen wurden mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes durch die Stadt Remscheid geschaffen. Die umfassende städtebauliche und verkehrliche Aufwertung des Bahnhofsbereichs steht jetzt vor dem Abschluss.

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