Wohngebiet

Aus für Knusthöhe führt zu Kontroverse

Hier bleibt es grün: Die Pläne für das neue Wohngebiet südlich der Ringstraße und östlich der Heinrich-Hertz-Straße werden bis auf Weiteres eingestellt.
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Hier bleibt es grün: Die Pläne für das neue Wohngebiet südlich der Ringstraße und östlich der Heinrich-Hertz-Straße werden bis auf Weiteres eingestellt.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
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Das fordern Remscheids Politiker nach dem Planungsstopp für das Wohngebiet in Lennep.

Remscheid. Die Nachricht, dass die Stadtverwaltung das Lenneper Wohngebiet Knusthöhe vorerst zu den Akten legen will, führt zu unterschiedlichen Reaktionen in der Kommunalpolitik. Projektgegner David Schichel (Bündnis 90/Die Grünen) fordert, endgültig die Reißleine zu ziehen. Der Flächennutzungsplan müsse geändert und der Grund und Boden langfristig der landwirtschaftlichen Zwecken vorbehalten bleiben.

Ganz anders sieht das Sven Chudzinski (FDP). „Die Entwicklung macht uns nicht glücklich. Aber wir werden da dran bleiben“, erklärt er mit Blick auf eine Erschießung des Geländes, die langfristig möglich bleibt.

Die Entwicklung macht uns nicht glücklich.

Sven Chudzinski (FDP)

Baudezernent Peter Heinze führte als Begründung für den Planungsstopp an, dass sich das Land Nordrhein-Westfalen nicht von seinem Teil der Knusthöhe trennen will. In Gesprächen mit Fachbehörden sei jedoch deutlich geworden, dass ein Wohngebiet an dieser Stelle nur Sinn macht, wenn die NRW-Grundstücke in die Konzeption der städtischen Flächen eingebettet werden. „Hierfür spricht, dass die Topografie einen erheblichen Einfluss auf die Bebauungs- sowie die Ver- und Entsorgungsstruktur hat“, heißt es seitens der Verwaltung.

Das heißt: Wenn das Viertel in Knusthöhe doch realisiert werden soll, wird das Wohngebiet um das Eigentum des Landes erweitert werden müssen. Im „vorgegebenen Umfang“ sollen die Pläne nicht weitergeführt werden. Und genau dies weckt beim Fraktionschef der Grünen im Remscheider Stadtrat Skepsis. „Dann gäbe es irgendwann die doppelte Fläche“, befürchtet Schichel eine noch größere Versiegelung der grünen Wiese.

Markus Kötter (CDU), der das Projekt bislang befürwortete, will zunächst „schwarz auf weiß“ sehen, dass die Landesregierung ihre Lenneper Grundstücke nicht verkaufen will. „Wer weiß? Vielleicht will das Land NRW die Flächen ja selber vermarkten - und dort ein Institut bauen“, stellt er ein Denkmodell in den Raum. Die Nähe zur Autobahn dürfte den Verantwortlichen in Düsseldorf nicht entgangen sein, nennt der CDU-Fraktionschef einen Standortvorteil der Knusthöhe.

Sven Wolf verweist auf Wohnraum auf DOC-Gelände

Für Sven Wolf (SPD) ist die Angelegenheit „kein Beinbruch“, wie er sagt. Er verweist darauf, dass es nun Ersatzflächen für den Wohnungsbau in Lennep gebe - auf den Flächen, die dem Designer Outlet Center (DOC) vorbehalten waren. „Als wir die Ideen für die Knusthöhe entwickelten, konnte ja noch niemand ahnen, dass das DOC leider nicht gebaut wird“, erklärte der Fraktionsvorsitzende.

Lennep sucht weiter nach der Zukunft für das DOC-Gelände

So, wie auch sein Amtskollege Sven Chudzinski von der FDP, hält er es für richtig, dass sich die Bauverwaltung bei den unterschiedlichen Projekten in Lennep nicht verzettele. „In der schwierigen Gemengelage müssen die ehemaligen DOC-Grundstücke Priorität haben“, erklärt Chudzinski.

Große Freude herrscht derweil bei Colin Cyrus von der Linkspartei: „Es wäre absolut absurd und unverantwortlich nachfolgenden Generationen gegenüber in diesen Krisenzeiten wichtige Natur- und Agrarflächen in einem Trinkwasserschutzgebiet zu opfern, während gleichzeitig gute Alternativen vorhanden sind.“ Insofern sei der Planungsstopp eine „sehr gute Nachricht für Lennep“.

Ampelärger

In Sachen Baugebiet Knusthöhe gab es Streit in der Ampelmehrheit im Stadtrat. Die Grünen lehnen das Projekt ab. SPD und FDP schmiedeten für die Verwirklichung des neuen Viertels eine Mehrheit mit der CDU.

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