Neugründung

Wohnagentur soll frischen Schub bringen

Eine der Straßen, in der dringender Sanierungsbedarf besteht: Fachdienstleiter Carsten Thies in der Scheiderstraße (Innenstadt). Foto: Roland Keusch
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Eine der Straßen, in der dringender Sanierungsbedarf besteht: Fachdienstleiter Carsten Thies in der Scheiderstraße (Innenstadt).
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Zwölfköpfiges Team bei der Stadt macht Dampf: Kampf gegen Leerstände und für mehr bezahlbaren Mietraum.

Remscheid. Acht Haushalte standen ohne Heizung da. Vom Vermieter im Stich gelassen, hatten die Parteien am vorletzten Samstag in ihrer Verzweiflung einen Hilferuf an die Stadt geschickt. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bat Carsten Thies, Fachdienstleiter Soziales und Wohnen, in dem Haus in der Innenstadt nach dem Rechten zu schauen.

Mit dessen Hilfe rückte Energieversorger EWR schnell an, um die ausgefallene Gasheizung notdürftig zum Laufen zu bringen. Am Montag darauf nahmen die Betroffenen präventiv Kontakt mit den drei Kolleginnen der Wohnungsnotfallhilfe der Stadt auf, falls auf längere Sicht eine Unbewohnbarkeit ihrer Wohnungen gedroht hätte.

„Wohnen ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht für alle Bürger dieser Stadt“, betonte OB Mast-Weisz am Dienstag bei einem Pressegespräch, bei dem die neu gegründete Agentur für Wohnen an der Haddenbacher Straße vorgestellt wurde, die unter dem Dach des Fachdienstes Soziales und Wohnen firmiert. Nachdem dort mit dem 15. Februar eine Koordinatoren-Stelle besetzt wurde, ist das zwölfköpfige Agenturteam komplett.

Sie gliedert sich in zwei Säulen und Teams: Unter „Wohnungsnotfallhilfe“ sind Wohnraum- und Unterkunftsmanagement sowie Wohnraumsicherung und wohnbegleitende Hilfen angesiedelt, unter „Geförderter Wohnungsbau“ finden sich die soziale Wohnraumförderung und Wohnungsaufsicht sowie das Management des preisgebundenen Wohnraums.

Mit der Agentur verfolgt die Stadt vier ambitionierte Ziele: eine „Stadt ohne Obdach“, Versorgung aller Haushalte mit Normalwohnraum, effektive Wohnungsaufsicht und eine Erhöhung des dramatisch gesunkenen Bestandes an Sozialwohnungen. „Bei diesem Thema sind wir prominent besetzt in unserer Sozialverwaltung“, findet Burkhard Mast-Weisz. Durch die Agentur soll noch einmal ein frischer Schub kommen und nicht zuletzt dem Negativtrend bei den momentan noch verbliebenen 4200 Sozialwohnungen entgegengewirkt werden. „Jetzt haben wir die Vernetzung und Möglichkeiten und müssen die PS nur noch auf die Straße bringen“, meint Carsten Thies.

„Wir müssen die PS nur noch auf die Straße bringen.“

Carsten Thies, Sozialamt

Förderung soll vorangetrieben werden, Wohnen bezahlbar bleiben. Remscheid bietet dafür die Voraussetzungen. Denn Wohnraum ist alles andere als ein rares Gut. Es gibt extrem viele alte Wohnungen, die seit Jahrzehnten einer Renovierung harren. Obendrein stehen acht Prozent des Bestandes leer, insgesamt 4000 Wohnungen, bezifferte Sozialdezernent Thomas Neuhaus in der Pressekonferenz.

Auf der anderen Seite war es noch nie so attraktiv, an NRW-Förderung für öffentlich geförderten Wohnraum zu gelangen. Neuhaus und Thies sprechen von „nie dagewesenen Traumkonditionen“, die das Land auslobt und die dabei helfen sollten, dass private Besitzer wie Wohnungsgesellschaften die Modernisierung ihres Eigentums anpacken.

Die Agentur soll helfen, Überzeugungsarbeit bei Immobilienbesitzern zu leisten, die auf das Angebot nicht aufmerksam geworden sind oder sich gegen Investitionen gesträubt haben. Beim sozialen Wohnungsbau habe man einen „dicken Fisch an der Angel“, verkündete Mast-Weisz. Es handelt sich um eine Wohnungsgesellschaft, die die Förderung im großen Stil in Modernisierungsmaßnahmen umsetzen will. „Das Projekt wird Leuchtturmcharakter haben“, verspricht Carsten Thies.

Der öffentlich geförderte Bereich ist tatsächlich stark nachgefragt. Martina Lajewski, stellvertretende Fachdienstleiterin, zählt 183 Personen und Familien, die sich bei der Stadt gemeldet haben und nach einer Unterkunft suchen. Je größer die Familie, desto schwieriger werde es, eine adäquate Bleibe zu finden.

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