Historisches Foto

Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?

Auf unserem Foto, entstanden 1960, wird eine Remscheider Straße in weihnachtlicher Stimmung gezeigt. Welche ist es? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne verbunden mit persönlichen Erinnerungen, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, E-Mail: redaktion@rga.deRepro: Roland Keusch
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Auf unserem Foto, entstanden 1960, wird eine Remscheider Straße in weihnachtlicher Stimmung gezeigt.
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Letztes Rätselfoto zeigte das Alumnat an der Hackenberger Straße, das einen prominenten Schüler beherbergte.

Von Andreas Weber

Unser aktuelles Rätsel: Auf unserem Foto, entstanden 1960, wird eine Remscheider Straße in weihnachtlicher Stimmung gezeigt. Welche ist es? Schicken Sie Ihre Lösung, gerne verbunden mit persönlichen Erinnerungen, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid, E-Mail: redaktion@rga.de.

Die Aufnahme aus dem Jahr 1956 zeigt das ehemalige Schülerheim der Freiherr-vom-Stein-Schule.

Das Rätsel der letzten Woche: Viele der treuen RGA-Leser, die sonst keine Lösung verpassen, blieben stumm. Heinz-Jürgen Schmitz, der zum harten Kern der Rätselknacker gehört, lieferte, musste aber eingangs zugeben: „Das Foto war schwierig zu lösen.“ Seine Antwort versah er mit einem kleinen Fragezeichen. Aber: Es handelte sich tatsächlich um das ehemalige Alumnat. Als Schülerheim weist der Duden diesen Begriff aus. „Dieses wunderschöne in verschiedenen Stilen in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaute Haus gibt es leider in dieser Form nicht mehr. 1899 wurde dort an der Hackenberger Straße das bergische Alumnat gegründet. Dieses diente in erster Linie der Unterbringung auswärtiger Schüler, die am Lenneper Röntgengymnasium ihr Abitur machen wollten“, schreibt Schmitz.

Der prominenteste Schüler, der ins Alumnat an der Hackenberger-/Ecke Teichstraße wechselte, war Heinz Rühmann. Der berühmte deutsche Schauspieler ging allerdings nicht aufs Rögy, das erst 1916 gegründet wurde, sondern auf die Freiherr-vom-Stein-Schule, die 2019 ihr 150-jähriges Bestehen feierte. Sie wurde, wie Lennep-Historiker Lothar Vieler für den RGA in seiner Bibliothek nachschlug, 1869 gebaut und vollzog den Wandel von der Lenneper Bürgerschule zum Real-Pro-Gymnasium und 1909 zum Realgymnasium mit 340 Schülern. Heinz Rühmann wurde 1902 in Essen geboren als Sohn des Gastwirte-Ehepaares Margarethe und Hermann Rühmann.

Auch nach der Sanierung und Renovierung lassen sich noch die alten Strukturen des historischen Gebäudes erkennen.

Auf einer Internetseite über die Biografie von Heinz Rühmann (www.ruehmann-heinz.de) wird die Lenneper Zeit beschrieben, die Heinz mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Hermann erlebte: „1913 übernahm der Vater in Essen das große Hotel Handelshof mit Restaurant, Bierkeller, Café und Weinstube, direkt neben dem Bahnhof. Die Privatwohnung der Rühmanns war in dem Hotel, was der Mutter aber zu viel wurde, da die Kinder überall im Hotel herumrasten, vor allem in der Konditorei. Deswegen mussten Heinz und Hermann Rühmann in ein Alumnat in Lennep. Heinz Rühmann hatte Heimweh, war unglücklich, weinte viel und bekam in der Schule seine erste Ohrfeige – wegen fortgesetzten Fehlverhaltens.“ 1914 durften Heinz und Hermann zurück ins Ruhrgebiet. Später zog Heinz mit seiner Mutter und den beiden Geschwistern nach München, nachdem der Vater in Berlin Selbstmord beging.

Weitere historische Fotos

Das Schülerheim erhielt eine andere Bestimmung, berichtet Heinz-Jürgen Schmitz: „In den Anfängen der 30er-Jahre diente das Haus als Kinderheim Frauenhilfe. In den 60er- und 70ern verbrachten in diesem Haus ehemalige Pädagogen ihren Ruhestand.“

Ebenfalls richtig lagen Dr. Martin Ohst und Helmut Schucht. Letzterer urteilt: „Man erkennt das Gebäude, das als Wohnhaus ausgebaut wurde, heute kaum wieder, so schmuck wurde es hergerichtet und perfekt seniorengerecht gestaltet, eine Augenweide handwerklicher Gestaltung.“ Auch Volker Hebda brachte es auf den Punkt: „Bergisches Kinderheim der Frauenhilfe Lennep, ehemaliges evangelisches Alumnat in Lennep.“

Zur Freiherr-vom-Stein-Schule hält Lothar Vieler ein flammendes Plädoyer für das Tuchmuseum, das sich im Gebäude der heutigen Grundschule in der Hardtstraße 2 befindet. Das von Franz Werner von Wismar liebevoll gepflegte Museum legt er jedem Remscheider ans Herz, weil es ungeheuer viel über die Lenneper Stadtgeschichte verrate.

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