Historisches Foto

Neues Rätsel: Wo befindet sich diese Erholungsstätte?

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Wo befindet sich diese Erholungsstätte?

Das RGA-Rätselfoto der vergangenen Woche zeigte die alte Badeanstalt in Lüttringhausen am Schmittenbusch - Hier lernten sehr viele RGA-Leser Schwimmen.

Von Andreas Weber

Remscheid. „Sofort erkannt“, meldete sich Monika Thoma. Es war die alte Badeanstalt in Lüttringhausen. „Leider wurde sie vor Jahren abgerissen“, schreibt Thoma. „In den 1960er Jahren gingen meine Großeltern dort einmal in der Woche zum ‘Wannenbad’. Das taten viele Lütterkuser, die kein Badezimmer in der Wohnung hatten.“ Monika Thoma lernte dort nach ein paar Anläufen das Schwimmen. „Es gab eine Schwimmlehrerin beim LTV, die es mir erst vermieste, indem sie mich ins große Becken schubste.“ Viele Erinnerungen stecken in den 22 Zuschriften, die der RGA erhielt. „Meine Söhne haben dort Schwimmen gelernt. Wenn der Jüngere sein Handtuch liegen ließ, sammelte der Ältere alles ein“, berichtet Renate Joswig.

Bei Heiko Müller war es so: „Als kleines Kind, in den 60er-Jahren habe ich bei Bademeister Eisenbrand, später bei Herrn Gabriel, Schwimmen gelernt. Samstag traf sich die Dorfjugend zum Schwimmen und Spaß haben. Draußen war eine große Liege- und Spielwiese mit Planschbecken. Meine Tante, die angrenzend wohnte, reichte mir manchmal ein Marmeladenbrot über den Zaun.“

69 Jahre wurde hinter dieser Fassade in Lüttringhausen bis 1999 geschwommen, bisweilen auch in der Wanne gebadet. (Repro)

Herbert Hildebrandt lief 1955 von der Schule Grund jeden Montag zum Schwimmunterricht nach Lüttringhausen. „Das war ein Fußmarsch von einer Stunde. Nach kurzer Zeit waren wir nur zu zweit, die dieses Angebot ab 7./8. Schuljahr in Anspruch nahmen. Von meinen Eltern bekam ich einen Groschen für einen ‘Amerikaner’ für den Heimweg.“ Daniel Sieper teilt mit: „Ich habe in dieser Badeanstalt 1983 Schwimmen gelernt, der Bademeister hieß Klaus Bissem. Samstags bin ich mit meinem Opa hingefahren. Am Anfang war der Sammelduschbereich der Herren offen zum Schwimmbecken. Ohne Wand, das kann man sich heute nicht mehr vorstellen.“

Beate Wellershaus hat nicht nur gute Erinnerungen. „Um den Fahrtenschwimmer zu bekommen, musste man im Obergeschoss bei den Umkleiden über das Geländer klettern, um in das darunterliegende Becken zu springen. Es gab ja keinen Sprungturm, ich hatte so eine Angst.“ Wunderschön war es für Brigitte Hornbach: „Jeden Freitag bin ich mit meinen zwei Freundinnen über 20 bis 25 Jahre zum Schwimmen und Toben ins Bad gegangen.“ Lothar Förder lernte Schwimmen bei Lehrer Mahnert. „Auch später bin ich regelmäßig zum Schwimmen gewesen, eigentlich ein bis zweimal die Woche bei einem Eintrittsgeld von 50 Pfennig.“ Anke Rösner weiß noch: „Nach dem Schwimmen ging es zum Bäcker König.“ Carmen Vogt machte einst dort ihr Schwimmabzeichen: „Da es kein Drei-Meterbrett gab, musste man von oben, wo die Umkleiden waren, herunterspringen. Ich kann mich gut an die blaugekachelten Wände in dem Duschraum erinnern, wo man aufs Becken schaute.“

Der frühere Giebel der Badeanstalt an der Adolf-Clarenbach-/Schmittenbuscherstraße ist beim Neubau erhalten geblieben.

Horst Lepperhoff spricht von der „altehrwürdigen Badeanstalt, erbaut 1928/30“. Als Sechsjähriger lernte er dort 1940 Schwimmen bei Schwimmmeister Ernst Engels. „Wir kamen als Kinder immer an der Limburger Ecke vorbei. Da war der einarmige Hufschmied Langenohl für uns interessant, wie er die Pferde beschlagen hat.“ Heinz-Jürgen Schmitz nennt die historischen Eckdaten: Am 4. April 1930 eröffnet, verfügte die Stadt danach über ein eigenes Hallenbad. 1999 wurde der Betrieb eingestellt, 2004 wurde das Bad abgerissen. Am alten Standort Schmittenbusch findet sich heute eine Wohnanlage, in die der alte Giebel integriert wurde.

Dieter Prill ergänzt: „Bis zur Übernahme durch die Remscheider Stadtwerke verfügte das Bad über einen eigenen Brunnen. Durch die Still-legung der Förderpumpe und den Anschluss an das städtische Leitungsnetz wurde der Betrieb des Bades unrentabel. Sehr zum Leidwesen vieler Lütterkuser.“

Sascha von Gerishem weist auf das schwierige Ende hin: „Heimatbund Lüttringhausen, LTV und weitere Vereine, versuchten das Gebäude zu erhalten und als ‘Bürgerhaus Alte Badeanstalt Lüttringhausen’ zu etablieren. Durch die damalige Landesregierung war ein Förderprogramm mit dem Titel ‘Initiative ergreifen’ aufgelegt worden, mit dem öffentliche Gebäude, die ihre Funktion verloren hatten, durch Neunutzung wiederbelebt werden sollten. Der Förderantrag wurde durch das Land mit einem Zuwendungsbescheid über 700 000 Euro (70 Prozent der veranschlagten Kosten) positiv beschieden. Die beteiligten Vereine sollten 200 000 Euro beisteuern, teilweise durch Eigenleistungen.

Die restlichen 100 000 Euro sollten über ein Darlehen aufgenommen werden, für das die Stadt Remscheid gegenüber der Sparkasse bürgen sollte. Der Stadtrat lehnte die Übernahme der Bürgschaft aber ab. Damit platzte das Projekt.“ Die Wohnanlage, die heute da steht, wirke „em Dorp wie ein Fremdkörper und war aufgrund der Mängel mehrfach Thema im RGA“, schreibt von Gerishem.

Dieses in leichten Nebel gehüllte Foto entstand vor 41 Jahren. An welcher Stelle in Remscheid befindet sich diese Erholungsstätte. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 4. März, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid. redaktion@rga-online.de Repro: Roland Keusch

Das neue Rätselbild:

Dieses in leichten Nebel gehüllte Foto entstand vor 41 Jahren. An welcher Stelle in Remscheid befindet sich diese Erholungsstätte. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 4. März, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid. redaktion@rga-online.de

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