Campus

Remscheid wird Hochschulstandort

Till von der Heyde ist einer der zwölf ersten Studenten der Rheinischen Fachhochschule Köln am Standort Remscheid. Ab September 2019 sollen die ersten Studenten in der Grundschule Honsberg empfangen werden. Fotos: Michael Schütz
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Till von der Heyde ist einer der zwölf ersten Studenten der Rheinischen Fachhochschule Köln am Standort Remscheid. Ab September 2019 sollen die ersten Studenten in der Grundschule Honsberg empfangen werden.
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Die Rheinische Fachhochschule Köln baut einen Campus in der Grundschule Honsberg auf.

Von Lara Hunt

Der Anfang ist gemacht: Zwölf Studenten haben sich für den Bachelor of Engineering Produktionstechnik eingeschrieben – den ersten Studiengang, den die Rheinische Fachhochschule (RFH) Köln in Remscheid anbietet. Zunächst wird im Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie (BZI) unterrichtet. Die RFH Köln hat aber weitaus größere Pläne: Die ehemalige Grundschule Honsberg soll zum Campus Remscheid werden. Mit allem, was dazu gehört.

Freuen sich über den Hochschulstandort Remscheid: (oben, v.l.) Jens Nettekoven, Sven Wiertz, Arnd Zimmermann, Thomas Judt, Otto Mähler, Alexander Pollack, Peter Heinze, (unten.v.l.) Sven Wolf, Burkhard Mast-Weisz und Martin Wortmann.

Am Donnerstag gaben Stadt und RFH die großen Pläne, die den gesamten Stadtteil auf den Kopf stellen könnten, in der Grundschule bekannt. Bereits in einem Jahr soll dort unterrichtet werden. Vorausgegangen sind der Entscheidung für den Campus Remscheid zweieinhalb Jahre an Gesprächen und Planung, wie Bürgermeister Burkhard Mast-Weisz berichtete. „Das ist eine große Chance für den Standort, für die Wirtschaft und für die Stadtentwicklung“, erklärte er. Das Gesamtpaket sei einfach stimmig.

Angebot soll Bedürfnisse der Industrie vor Ort bedienen

Die RFH Köln ist eine staatlich anerkannte Fachhochschule in privater Trägerschaft. Gegründet wurde sie 1958 als Industrieschule für Kriegsrückkehrer. Heute ist sie mit 6500 Studenten die drittgrößte Hochschule in Köln und deutschlandweit die drittgrößte private Hochschule. „Wir verstehen uns als eine Hochschule für die zweite Chance. Für all diejenigen, die nicht klassisch Abitur gemacht haben und die nicht aus sozial starken Familien kommen“, erklärte RFH-Präsident Prof. Dr. Martin Wortmann. Das zeigt sich in der Unterrichtsmethode: Es gibt kleine Gruppen und statt Vorlesungen stehen Projekte und die Arbeit am praktischen Beispiel im Vordergrund.

Standpunkt von Lara Hunt

Zusätzlich gibt es Hilfe bei Problemen in Mathematik oder Deutsch – und beim Zurechtfinden, sollte die Schulzeit schon länger zurückliegen. Das müssen sich die Studenten dann allerdings auch einiges kosten lassen: 360 Euro im Monat kostet das berufsbegleitende Studium im Bachelor Produktionstechnik, der übrigens speziell auf die Bedürfnisse der bergischen Arbeitgeber zugeschnitten ist und extra für Remscheid entwickelt wurde. Oft seien es dann auch die Arbeitgeber, die die Studienkosten übernehmen – um sich Fachkräfte in ihrem Betrieb zu sichern.

HINTERGRUND

STANDORTE Die RFH hat bereits Erfahrungen mit Standorten außerhalb von Köln: Unter anderem unterhält sie Standorte in Neuss, Euskirchen und Gelienkirchen. In Wermelskirchen bietet sie zwei berufsbegleitende Studiengänge an.

OPEN ACCESS Die RFH nennt den Campus in Remscheid Open-Access-Uni – also mit offenem Zugang. Das gilt für die Räume und Forschungsergebnisse.

Auf Remscheid zugeschnitten sollen auch die anderen Studienangebote sein, die nach und nach eingeführt werden sollen. „Starten könnten wir als nächstes mit dem Studiengang Wirtschaftsinformatik“, sagte Studiengangsleiter Prof. Dr. Alexander Pollack. Die RFH will nun aktiv auf die Unternehmen zugehen, zeigen, was möglich ist und auf ihre Bedarfe eingehen, damit die Zahl der Studenten über einen längeren Zeitraum wächst. Peter Heinze, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, sieht da keine Probleme. „Die Wirtschaft hier brennt darauf, so einen Kooperationspartner zu bekommen“, erklärt er.

Bis der Campus Remscheid voll in Betrieb ist, wird es noch etwas dauern. Die GGS Honsberg muss umgebaut werden – schon allein wegen Brandschutz. Für die RFH ist es zudem wichtig, sich in den Stadtteil einzuleben und ein Bestandteil des Honsbergs zu werden, der von den Honsbergern auch so wahrgenommen wird, betonte RFH-Präsident Prof. Wortmann mehrfach. Die Honsberger sollen mitbestimmen und am Campus-Leben teilhaben – möglich werden könne das zum Beispiel durch Workshops für Schüler im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Wenn die erste Street Gang zu uns reinkommt, haben wir gewonnen“, erklärte Studiengangsleiter Prof. Pollack seine Vision.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz wagte ebenfalls einen Blick in die Zukunft: „In fünf Jahren möchte ich hier in einer coolen Kneipe mit coolen Leuten sitzen und mich darüber freuen, wie viel Leben es in Honsberg gibt.“

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