Pflanzenkunde

Wilde Karde löscht Durst und soll schöner machen

Die Wilde Karde ist eine Heilpflanze. Foto: Stefanie Barzen/Natur-Schule Grund
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Die Wilde Karde ist eine Heilpflanze.

Biologin Stefanie Barzen über die Wilde Karde.

Remscheid. Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund schreibt heute über die Wilde Karde: Sie ist recht häufig anzutreffen an Böschungen, Ufern und auf öden Flächen. Als zweijährige Pflanze bildet sie im ersten Jahr eine Blattrosette, um im zweiten zu ihrer stattlichen Größe von bis zu zwei Metern Höhe heranzuwachsen.

Die ganze Pflanze ist, mit spitzen Stacheln bewehrt. Die wilde Karde blüht mit einem fünf bis sechs Zentimeter großen, eiförmigen Köpfchen. Jede Blüte endet in einer etwa ein Zentimeter langen, engen Röhre, so dass der Nektar nur langrüsseligen Insekten wie Hummeln und Schmetterlingen zugänglich ist.

Die gegenständigen Blätter der wilden Karde sind am Blattstiel zusammengewachsen und bilden so einen Behälter, in dem sich Wasser sammeln kann. Daher trägt die Karde auch die Namen „Venusbad“ oder Zisternenpflanze“. Der wissenschaftliche Name der Pflanze, Dipsacus fullonum, bezieht sich darauf. Das griechische „Dipsa“ bedeutet Durst, den der Wanderer an dieser Wasserstelle löschen kann. Der zweite Namensteil, „fullonum“, leitet sich her vom mittelalterlichen Wort „Fuller“ für Tuchmacher. Diese nutzten die Fruchtstände der Karde zum Aufrauen von Wollgeweben. Manche Lodenstoffe werden heute noch so behandelt.

Die Karde ist eine bekannte Heilpflanze

Zur Zeit der Reife bildet die Pflanze häutige, einsamige Nüßchen (Achänen), die bei Stieglitzen beliebt sind. Tiere, die im Vorbeistreifen an den kratzigen Pflanzenteilen hängen bleiben, beugen diese, so dass die Samen weggeschleudert werden.

Die Karde ist eine bekannte Heilpflanze. Verwendet wird die Wurzel. Heilmittel aus Karde wirken antibakteriell, blutreinigend, harntreibend, schweißtreibend und positiv auf das Immunsystem. Sie werden innerlich eingesetzt bei Gelbsucht, Leber- und Magenbeschwerden, äußerlich bei kleinen Wunden, Fisteln, Gerstenkorn und Warzen.

Übrigens: Der Name „Venusbad“ bezieht sich darauf, dass Frauen, die sich das Gesicht mit dem Wasser aus der Pflanzenzisterne waschen, besonders schön werden! Einfach mal Ausprobieren...

natur-schule-grund.de

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