Werkzeugmuseum

Kleine Schatzsucher gehen auf Entdeckungstour

Markus Heip ging im Werkzeugmuseum als Kaufmann mit den Kindern auf große Schatzsuche. Foto: Doro Siewert
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Markus Heip ging im Werkzeugmuseum als Kaufmann mit den Kindern auf große Schatzsuche.

Im Deutschen Werkzeugmuseum erweckte Marionettenspieler Markus Heip Geschichten zum Leben.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Die See rauscht gemächlich an den Bug des Schiffes, die mächtigen Segel sind gesetzt und Steuermann Balduin hat alles im Griff. Zur Suche nach dem verschollenen Piratenschatz des legendären Seeräubers Benito Bonito luden Markus Heip vom Marionetten- und Puppentheater und Annette Babetzki vom Deutschen Werkzeugmuseum (DWM) kleine und große Entdecker ins Werkzeugmuseum ein.

Die Geschichte beginnt mit dem Remscheider Kaufmannssohn und Abenteurer August Gissler. Der möchte nicht in die Fußstapfen seines Vaters treten und in Bremen brav der Kaufmannstätigkeit nachgehen, sondern Abenteuer erleben. So verschlägt es dem 1857 in Remscheid geborenen Mann nach Übersee. In Hawaii betreibt er zunächst eine Ananasplantage, bis er von einem legendären Piratenschatz erfährt.

„Die Seestadt auf dem Berge spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte.“

Markus Heip, Marionetten- und Puppentheater

„Die Person des August Gissler hat wirklich gelebt“, weiß Markus Heip. In seiner Eigenschaft als Geschichtenerzähler Wienert von Lennep befasst er sich seit einigen Jahren mit besonderen Remscheidern, „die früher viele dolle Sachen gemacht haben.“ Auch der Kaufmannssohn Gissler ist darunter. Mit dem Programm „Türen auf und Segel gesetzt“ lässt Heip nicht nur Marionette Balduin als Steuermann mit auf Schatzsuche gehen, sondern bezieht auch das Museum in die Geschichte mit ein. „Die Seestadt auf dem Berge spielt natürlich eine wichtige Rolle in der Geschichte“, erzählt Heip.

Als Museum zum Anfassen dürfen die Teilnehmer nicht nur insgesamt sechs Aufgaben lösen, die zum legendären Schatz, den der gefürchtete Pirat Benito Bonito aus der Kirche in Lima stahl, sondern auch in den Exponaten nach Schatztruhen und Hinweisen Ausschau halten.

Ronja (11) und Arvid (5) sind mit dabei und verfolgen mit viel Spaß das Geschehen. Arvid wird kurzerhand zum Kapitän befördert, denn ein Schiff braucht schließlich einen echten Kapitän. Doch wo ist der Schatz eigentlich versteckt? „Der Schatz soll der Sage nach auf Coconut Island versteckt sein“, erzählt Heip. Doch die Insel, die zu Costa Rica gehört, darf seit einigen Jahren nicht mehr betreten werden. „Man munkelt, dass neben 25 Millionen Goldtalern auch die Marienstatue aus der Kirche von Lima darunter sei.“ Ob Gissler Junior den Schatz jemals entdeckt hat, sei nicht bekannt, so Heip weiter.

An der ersten Station werden zunächst Schatzkarten erstellt, denn jeder echte Seemann oder echte Seefrau, die etwas auf sich hält, braucht eine Schatzkarte. Danach beginnt die Suche nach den Goldmünzen. Ob unter Hämmern, in alten Werkzeugkästen oder in Schränken, die Golddukaten sind überall versteckt.

Währenddessen begleitet Annette Babetzki, die seit 2019 ihr Volontariat im DWM absolviert, die Besucher durch das Museum. Trotz Mund-Nase-Maske, Abstandsregelungen und begrenzter Besucherzahl sehen sich das Museumsteam und Markus Heip bestens gewappnet für die Veranstaltung. „In den Ausstellungsräumen ist ausreichend Platz.“

Auch wenn nur wenige Familien die Aktion wahrnehmen – dass Veranstaltungen im kleinen Maßstab wieder stattfinden, erfreuen Organisatoren wie Besucher. Familie Rabe aus Wermelskirchen gefällt die Kinderaktion, das Programm kommt bei ihr gut an. „Im November wollen wir dann an ,Nachts im Museum‘ teilnehmen.“

Unter viel Jubel entdecken die Mini-Seeleute schließlich den Schatz und dürfen einen Teil der Beute mit nach Hause nehmen.

Programm

Im Oktober finden weitere Veranstaltungen im Werkzeugmuseum statt. Am Dienstag, 6. Oktober um 19 Uhr, hält Prof. Dr. Horst A. Wessels für Erwachsene einen Vortrag über Arnold Mannesmanns (1812-1881) Geschäftsreisen in West- und Südeuropa. Vom 13. bis 14. Oktober, jeweils von 10 bis 13 Uhr startet für Kinder der Ferienworkshop „In der Fälscherwerkstatt. Druck Dir Dein eigenes Geld!“ www.werkzeugmuseum.org/

Für Kinder bieten zahlreiche Träger derzeit Programm: So wird es in den Herbstferien nicht langweilig.

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