Historisches Foto

Welche Straße suchen wir diesmal?

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Welche Straße suchen wir diesmal?

Auf dem Rätselfoto wurde die Honsberger Straße gesucht – Viele Leser erinnerten sich an die alten Geschäfte auf dem Bild.

Von Andreas Weber

Remscheid. „Das war einfach“, atmete Birgit Völpel auf: „Es ist die Honsberger Straße“. Für die RGA-Leserin war es ab 1968 der Schulweg zur Grundschule von Papenberg aus. „Im Haus in der Bildmitte residierte unser Hausarzt Dr. Schmidt, unterhalb ist das Möbelhaus vom Stein.“

Die Honsberger Straße kurz hinter dem Fußgängertunnel in Höhe der Hausnummer 20.

Mit der Honsberger Straße verbindet sich für Völpel eine tragische Geschichte: „Weiter unten ist eine Schulkameradin auf dem Weg zum ,Büdchen‘ von einem Auto überfahren worden und gestorben. Ich war dabei und das hat mich als Neunjährige lange beschäftigt.“ Wolfgang Schmiedel erkennt den Tabak- und Lottoladen von Karl Borchers. „Dort kaufte mein Onkel immer seine Stumpen und spielte Lotto. Sie hatten sich viel zu erzählen, da beide kriegsgeschädigt waren. Der eine hatte nur noch einen Arm und der andere nur ein Auge.“

Michael Becker blickt mit vielen Erinnerungen zurück: „Im Möbelhaus vom Stein haben meine Eltern, später ich für meine Junggesellenwohnung und für die Wohnung mit meiner Frau viele Möbel gekauft.

Was heute direkt auffällt: das Möbelhaus vom Stein, das in den 70er Jahren abbrannte, wurde abgerissen und nicht ersetzt.

Der damalige Geschäftsführer Bernd Muchau war Torwart bei der SpVg. Remscheid. Leider ist durch einen Brand das Haus fast zerstört und später abgerissen worden.“ Heute ist vom Stein an der Lenneper Straße angesiedelt. Brigitte Mannß berichtet: „Dr. Heinz Schmidt war mein damaliger Lehrherr. Die Arztpraxis lag ebenerdig. Dort begann am 1. Januar 1966 meine zweijährige Lehre als Arzthelferin. Die Praxis war stark frequentiert, es ging oft turbulent zu.“ Mannß lernte die Honsberger als „rau, aber herzlich“ kennen.

Auch Hans Ulrich Budde hatte eine Bindung zum Honsberg: „Hier wohnten mein Vater und seine Eltern. Er erzählte uns oft von seinem Schulweg, durch das Tal, wie er sagte, zur Schule Kremenholl. Der war nicht unbedingt angenehm und nicht nur im Winter für den kleinen Jungen stressig. Außerdem wohnte in der Nachbarschaft seine Cousine, die die Drogerie Maul leitete, alten Honsbergern bekannt.“

Dietmar Nickolmann wuchs in der Honsberger Straße 20 auf. Die Häuser gegenüber ordnet er zu: Nr. 19 Friseur Hölzer, Nr. 21 Dr. Schmidt, Nr. 23 Tabakladen Borchers, Nr. 25 - 27 Möbel vom Stein. Gleiches tat auch Elly Graupner, die bis zu ihrer Heirat 1962 in der Siemensstraße lebte und 20 Jahre bei Dr. Schmidt angestellt war. Burkhard Bindzau schreibt, was nach dem brandbedingten Abriss von Möbel vom Stein folgte an der Stelle: eine Parkanlage.

Die Historie beschäftigte Roland Benscheid: Der Honsberg wurde bereits 1648 als Honschaft urkundlich erwähnt. „Eine Honschaft ist ein Lebensverband ohne Mittelpunkt, sprich: Kirche.“ Ab 1919 entstanden durch die Gemeinnützige Bau-Aktien-Gesellschaft Reihenhaussiedlungen. So auch in der heutigen Siemensstraße. Heinz Jürgen Schmitz erinnert an das in den 60er Jahren von den bekannten Schauspielern Karl-Heinz Hildebrandt und Lotti Krekel an der Ecke Lobacherstraße geführte Restaurant. „Viele Spuren der alten Mietskasernen findet man noch im unteren Teil der Honsberger Straße. Auf kleinstem Raum lebten dort Arbeiterfamilien“, schreibt Schmitz. Dass der Honsberg ein klassisches Arbeiterviertel war, betont Manfred Armbrust und vergleicht: „Heute gibt es in der ehemaligen Grundschule eine Dependance der Rheinischen Fachhochschule.“ Die Veränderung des Stadtteils in ein modernes und zeitgemäßes Zentrum betont auch Heinz Jürgen Schmitz.

Manfred Kinnen, der 1947 eingeschult wurde, schreibt: „Auf dem Weg zur Honsberger Volksschule waren viele Ruinen von den Bombenangriffen zu sehen.“ Präsent ist ihm noch: „Nach Schulschluss trafen sich Schüler von Honsberg und Kremenholl in der Alexanderstraße. Man beschimpfte sich und es kam oft zu körperlichen Auseinandersetzungen.“

Weitere richtige Einsendungen schickten unter anderem Ernst Erdmann, Ulrich Hager, Thomas Groß, Andreas Martin, Klaus Jäger, Brigitte Herbertz und Helmut Schucht.

Das neue Rätsel

Dieses Bild entstand in den 60er Jahren. Die Baustelle vor dem Haus ist gewichen, das Gebäude aber gibt es noch. Welche Straße suchen wir diesmal bei unserem Bilderrätsel? Schicken Sie uns die Lösung bis zum Donnerstag, 3. Dezember per E-Mail oder auch per Briefpost, gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid.

redaktion@rga-online.de

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