Historisches Foto

Welche Straße in der Altstadt wird gesucht?

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Das neue Rätsel: Welche Straße in der Altstadt wird gesucht?

Rätselfoto zeigte die Kreuzung Amtsgericht – Der Verkehrsknotenpunkt hat sich über die Jahrzehnte komplett verändert.

Von Andreas Weber

Einer der zentralen Punkte in der Remscheider Innenstadt war diesmal gefragt. Und viele hatten die Kreuzung Amtsgericht richtigerweise auf dem Radar. Doris Fischer schreibt dem RGA in einem Brief mit wunderschöner Handschrift: „Auf der linken Bildhälfte verläuft die Schüttendelle und rechts geht die Königstraße ab. Im Hintergrund ist die Lutherkirche.“

Allein an der Martin-Luther-Kirche im Hintergrund lässt sich das Rätselfoto zuordnen.

Fischer erinnert sich: „Meine Tante und mein Onkel wurden bei dem Luftangriff auf Remscheid in der Nacht zum 31. Juli 1943 in der Waldstraße total ausgebombt. Sie fanden im Haus Schüttendelle 17 eine ganz kleine Mansardenwohnung.“ Doris Fischer ist Jahrgang 1940. „Ich kann mich nur erinnern, wie es nach der Bombardierung aussah. Das Eckhaus Bügeleisen gab es nicht mehr. Ich meine, es hätte eine Treppe von der Schüttendelle zur Königstraße hochgeführt.“

Thorsten Wolff verbindet mit dieser Kreuzung nicht zuletzt Verkehrschaos im Winter. „Bei Schnee war der Berg Richtung Alleestraße für viele Busse und Lkws zum fast unüberwindlichen Hindernis geworden, so dass dort viele steckenblieben. Darunter auch viele Busse der damaligen Linie 4, heute 654, Richtung Stadtmitte über Lennep nach Lüttringhausen.“

Auf der linken Bildseite, an der Ecke zur Freiheitstraße, steht heute ein Ärztezentrum. Auf der Rückseite des Gebäudes war früher ein Aldi-Markt sowie die Metzgerei Hermes, schreibt Thorsten Wolff weiter.

Wer von oben die Allee runterkommt, fährt geradeaus Richtung Reinshagen oder biegt rechts zur Königstraße ab.

Klaus Müller, der in den Fünfzigern in der Königstraße 49 wohnte, verweist auf die Kronen-Apotheke, die rechts auf dem Foto zu erkennen war. „In den 50er-Jahren kaufte meine Mutter dort die Medikamente ein und ich kann mich noch gut an die Einrichtung aus dunklem Holz erinnern.“

Dieter Prill denkt an den kleinen Kiosk von Heinz Radziwill an der Ecke Schüttendelle/Freiheitstraße, bei dem er sich als Pennäler des Hindenburg-Gymnasiums auf dem Heimweg mit den ersten Zigaretten versorgte. Später habe Radziwill einen Kiosk an der Burger Straße, Haltestelle Rosenhof gehabt.

Auch Harald Eles konnte das alte Foto schnell zuordnen: „Aus der Stadt die Alleestraße herunter ging es entweder geradeaus nach Reinshagen oder rechts in die Königstraße nach Hasten.“

Roland Benscheid geht auf das „Bügeleisen“ ein und die Herkunft der Bezeichnung: „Alte Remscheider bezeichneten langgestreckte, schmale Eckhäuser zwischen spitz aufeinander zulaufenden Straßen als ,Bügeleisen‘. Dieses stand bis 1943 zwischen Schüttendelle und Königstraße, in der Nähe des heutigen Amtsgerichts.“ Nach dem Bombenangriff 1943 wurde es nicht wieder aufgebaut.

Benscheid verweist darauf, dass es noch ein weiteres „Bügeleisen“ an der Lenneper Straße 63/65 gibt. „Hinter diesem Haus befand sich bis ca. 1968 ein kleiner Betriebshof der Remscheider Straßenbahn mit der Haltestelle ,Grüne‘“. Auch Helmut Schucht hatte keine Probleme, die Stelle festzumachen, nicht nur aufgrund des „Bügeleisens“ und der Luther-Kirche im Hintergrund.

Hanne Palubitzki regelte an der Kreuzung den Verkehr

„Heute ist der Bereich völlig anders gestaltet. Hier ist täglich mit ungewöhnlich viel Verkehr zu rechnen, ohne Ampel würde nichts gehen.“

Manfred Armbrust, früher selbst Handballer, damals in der Jungliga, denkt gerne an den Polizisten zurück, der an der Kreuzung den Verkehr regelte. „Das war Hanne Palubitzki, der aus Berlin gekommen war.“ Anfang der 50er Jahre spielte er in der höchsten Klasse, der Oberliga für den äußerst anhangstarken PSV Remscheid. „Wenn er mich erkannt hat, hat er mir immer zugewinkt“, meint Armbrust.

Das neue Rätsel

Heute geht es in die Lenneper Altstadt. Mit der Fotografenperspektive verknüpfen sich mehrere Straßen. Um welche handelt es sich? Wenn Sie die Lösung wissen, schicken Sie sie uns bis 17. September, per E-Mail oder Post, gerne mit persönlichen Anekdoten, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42 853 Remscheid.

redaktion@rga-online.de

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