„Interkulturelle Lesereihe“

Welche Schule möchte Brückenbauer der Kulturen sein?

Die AES-Schüler Lea, Franziska und Theo (v. l.) präsentierten im Juni 2021 das Ergebnis ihrer Schreibwerkstatt mit Rajvinder Singh (†). Archivfoto: Doro Siewert
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Die AES-Schüler Lea, Franziska und Theo (v. l.) präsentierten im Juni 2021 das Ergebnis ihrer Schreibwerkstatt mit Rajvinder Singh (†).

Das Team sucht Teilnehmer für Schreibwerkstätten.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Der plötzliche Tod des ehemaligen Stadtschreibers und Autors Rajvinder Singh, der in Remscheid mit vielen Schülerinnen und Schülern Schreibwerkstätten durchgeführt hat, hat tiefe Bestürzung ausgelöst. Schließlich hat er im Bergischen auch sichtbare Spuren hinterlassen: 2019 erschienen unter dem Titel „Worte ohne Grenzen“ im Bergischen Verlag die Erzählungen der Schüler, die Singh mit ihnen erarbeitet hatte. „Die Schreibwerkstätten bilden das Kernstück meiner Arbeiten mit Jugendlichen“, hatte er noch im RGA-Interview im Oktober 2020 gesagt. Im Dezember war er in einem Berliner Krankenhaus verstorben.

Die Partner der „Interkulturelle Lesereihe“ wollen die Arbeit in seinem Sinne weiterführen – denn Kultur verbindet und baut Brücken. Nun suchen die Projektpartner Remscheider Schulen, die Brückenbauer werden möchten. Alle weiterführenden Schulen wurden angeschrieben. „Wir stehen im Gespräch mit dem Autor und ,Zeit‘-Journalisten Ijoma Mangold für eine Lesung Ende März oder im zweiten Schulhalbjahr“, erklärt Wolfgang Luge vom Organisationsteam. Das Gertrud-Bäumer-Gymnasium werde trotz eines dichten Schulprogramms dem Autor eine Lesung in der Oberstufe ermöglichen. Seit zwei Jahren wird dieser Termin immer wieder verschoben – Corona ist Schuld. Mangold soll aus seinem Buch „Das deutsche Krokodil“ lesen. Sein neues Werk ist jüngst erschienen: „Der innere Stammtisch: Ein politisches Tagebuch“.

Aktuell gebe es zudem eine Liste von Autorinnen und Autoren, die zur Bewertung innerhalb der Projektgruppe zirkuliert. „Hieraus könnte sich später auch eine Kontaktaufnahme zu einzelnen Literaten ergeben“, erklärt Wolfgang Luge vom Organisationsteam. Im Gespräch sind Olga Martynowa, Ali Can, Dimitri Kapitelmann, Galsan Tschinang. „Herr Dr. Baumstark vom katholischen Bildungswerk Wuppertal-Solingen-Remscheid versucht zudem, den deutsch-syrischen Autor Rafik Schami zu einer Lesung im bergischen Städtedreieck zu bewegen.“

Die Partner: Das Kommunale Integrationszentrum, der Caritasverband, der Verein „Die Lütteraten“, der IKE – Förderverein für Interkulturelle Erziehung, die Schlawiner, die Deutsch-Indische Gesellschaft, die Akademie der Kulturellen Bildung sowie das Katholische Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid arbeiten zusammen. Schirmherr ist OB Burkhard Mast-Weisz.

Das Konzept: Die „Interkulturelle Lesereihe“ ist als Zweiteiler angelegt. Ein deutschsprachiger Autor aus einer Familie mit Zuwanderungsgeschichte liest zunächst an einem Abend an öffentlichen Orten wie der Zentralbibliothek aus seinem Werk. Begleitet wird er dabei von einem Musiker, der ebenfalls einen anderen kulturellen Hintergrund hat. Im Anschluss gibt es eine Frage- und Diskussionsrunde. Der Eintritt ist frei.

Der zweite Teil des Konzeptes sieht die Begegnung mit Jugendlichen vor: Der Autor gibt eine Schreibwerkstatt in einer Schule. „Schüler erfahren so nicht nur etwas über die hochspannende Vita eines Autors, der sich sehr gut in das Kulturgeschehen eingefügt hat, sondern merken: Da ist jemand, der hat es geschafft. Und zwar über die Sprache“, erklärt Wolfgang Luge.

Kontakt: Schulen, die sich für eine Schreibwerkstatt interessieren, können sich melden bei Wolfgang Luge, Tel. (02 02) 46 22 24, oder bei Michaela Pappas, Tel. (0 21 91) 16 28 65.

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