Historisches Foto

Welche Örtlichkeit suchen wir?

Was suchen wir heute?
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Unser Rätselfoto zeigte den Mollplatz in Lennep. Bis 1936 stand dort das Kaiser-Wilhelm-Denkmal.

Von Andreas Weber

Remscheid. Der profunde Lennep-Kenner Dr. Wilhelm R. Schmidt hat einmal zu unserem Rätselfoto festgehalten: „Am Mollplatz in Lennep spiegelt sich die Geschichte der ehemaligen Kreisstadt im 19. und 20. Jahrhundert wider.“ Die Bebauung begann nach den Freiheitskriegen 1813 bis 1815, als in Lennep der mittelalterliche Stadtwall überflüssig und eingeebnet wurde. Schmidt berichtete in seinen Aufzeichnungen weiter: „Lennep wuchs aus seinem historischen Stadtkern, der heutigen Altstadt, innerhalb der Wallstraße heraus, die ehemaligen Stadttore wurden abgebrochen und die Steine für die Pflasterung der neu entstehenden Umgehungsstraßen benutzt. Nördlich der Altstadt entstand in Lennep auf diese Weise die Poststraße, die mit ihrem nordöstlichen Teil in den heutigen Mollplatz mündet.“

Abrissarbeiten im Jahr 1962: Der Mollplatz am Rande der Lenneper Altstadt wurde vor 58 Jahren umgestaltet.

Viele Leser hatten die richtige Lösung. Bis 1936 hieß die Stelle Kaiserplatz. Wolfgang Sause verweist auf die noch zu erkennende Treppenanlage. „Die gehörte zu einem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, das 1889 eingeweiht wurde.“ Das Denkmal müsse imposant gewesen sein, teilt Sause in seiner Mail mit, denn: „Man findet es auf einer Reichsbanknote im Werte von tausend Reichsmark.“ Die Kaiserfigur wurde später von den Nazis eingeschmolzen, wie Manfred Armbrust berichtet. Der Sockel und die Treppe blieben bis zum Umbau des Platzes 1962 erhalten. „Es hatte Tradition, dass viele Konfirmandenjahrgänge auf den Treppenstufen fotografiert wurden“, erinnert sich Sause.

Der Mollplatz heute: Bushalt, Parkplatz, Containerstandort.

Namenspatron war die Familie Moll, speziell der Begründer der Lenneper Decken- und Zeltefabrik Albert Moll. Heinz Jürgen Schmitz verweist auf den Thüringsberg, der vom Mollplatz abzweigt und nach dem Ratsherren Thüring benannt worden war. „Der Thüringsberg war um 1911 als Alleestraße bekannt und hieß zwischenzeitlich Hindenburgwall.“ In dem Schieferhaus rechts war die Stadtverwaltung unter anderem mit dem Sozialamt untergebracht und Parterre eine Seniorentagesstätte, schreibt Schmitz.

Und im Foto links erkennt der RGA-Leser die 1887 gegründete Trikotagenfabrik von Carl Mühlinghaus. „Bis 1975 wurde dort und in der heutigen Klosterkirche produziert.“ 1985 zog in das Gebäude am Thüringsberg die Lebenshilfe ein. Schmitz weiter: „Die Lebenshilfe erhielt 1980 ihre offizielle Anerkennung. Heute arbeiten dort einige 100 Mitarbeiter hauptberuflich. Im Mai 1982 geriet die Lebenshilfe in die Schlagzeilen, weil die gesamte Belegschaft kündigte.“

Im „Berliner Hof“ wohnte die TV-Crew von „Das Halstuch“

Manfred Armbrust nennt auch noch den „Berliner Hof“, der nicht mehr auf dem Rätselfoto zu sehen ist. Dem 85-Jährigen war er bestens bekannt, weil er dort, geleitet von den Eltern von Ralf Wieber, seinen Tanzkurs absolvierte. Beim „Berliner Hof“ fällt Helmut Schucht ein, dass sich hier während der Dreharbeiten für den Durbridge-Straßenfeger „Das Halstuch“ die TV-Crew einquartierte. Richtige Antworten sandten auch Karl-Heinz Sondermann und Joachim/Maria Haarhaus.

Das neue Rätselbild

Wer hier vorbeikommt, ist zügig unterwegs. Es sei denn, er gönnt sich eine Pause. Unser Foto stammt aus dem Jahr 1962. Welche Örtlichkeit suchen wir? Schicken Sie Ihre Antwort bis Donnerstag, 16. April, per E-Mail oder Post, gerne verbunden mit Ihren persönlichen Anekdoten, an den Remscheider General-Anzeiger (RGA), Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. red

redaktion@rga-online.de

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