Impfungen empfohlen

Wegen Corona-Schutz: Ärzte befürchten schwere Grippe

Wer eine Grippeimpfung wünscht, muss derzeit Geduld haben. Archivfoto: Roland Keusch
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Gesundheitsamt ruft zur Impfung gegen Influenza auf.
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Gesundheitsamt ruft zur Impfung gegen Influenza auf: Körper konnten sich mit dem Virus nicht auseinandersetzen.

Von Axel Richter

Remscheid. Die Grippesaison 2020 ist ausgefallen. 2021 könnte sie umso schlimmer ausfallen. Dr. Gabriela Marek, im Gesundheitsamt Remscheid verantwortlich für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung, erwartetet im Herbst und Winter deshalb nichts Gutes und bittet die Remscheider dringend: „Lassen Sie sich impfen – nicht nur gegen Corona, sondern auch gegen die Grippe.“

Denn auch die fordert in jeder Saison ihre Opfer. So starben nach Angaben es Gesundheitsamtes in der verheerenden Grippewelle 2017/2018 im Bergischen Land bis zu 40 überwiegend ältere Menschen an der Virusgrippe beziehungsweise an Folgeerkrankungen wie einer Lungenentzündung.

Im Winterhalbjahr 2020 / 2021 blieb eine solche Welle, mutmaßlich erstmals in der Menschheitsgeschichte, nahezu aus. Um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen, trugen die Menschen Maske, wuschen sich häufig die Hände, hielten Abstand voneinander, und Veranstaltungen, bei denen viele Menschen aufeinandertreffen, waren abgesagt. Das ließ den Grippeviren der verschiedenen Stämme wenig Chancen, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen. Doch wie alles hat auch das seine Kehrseite.

„Es fehlt ein Jahr der Auseinandersetzung des menschlichen Körpers mit dem Influenzavirus“, erklärt Gabriela Marek. Das könnte es deshalb in diesem Jahr umso leichter haben und umso schlimmer wüten.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Grippeschutzimpfung deshalb allen Menschen ab 60 Jahren, dazu Schwangeren, chronisch Kranken und medizinischem Personal. Wechselwirkungen mit den Corona-Impfstoffen sind nicht bekannt. Um sicherzugehen, empfiehlt das Gesundheitsamt in Remscheid zwischen beiden Impfungen 14 Tage verstreichen zu lassen.

Impfungen sind ab sofort möglich. Das Serum, das gegen vier Stämme des Influenzavirus schützt, sollte seit August in den Praxen der Hausärzte vorliegen. Gemeinsam mit den Betriebsärzten übernehmen sie nach dem 30. September auch die Impfkampagne gegen Covid-19. Wie berichtet, wird das Impfzentrum in Reinshagen Ende des Monats abgebaut.

Aktuell sind 68 912 Remscheider vollständig gegen Covid-19 geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 28,7, im Land dagegen bei 57,5. Die Krankenhäuser vermelden drei Covid-Kranke, die sie in Behandlung haben. Davon liegt einer auf Intensivstation.

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