Öffentlich zugängliche Toiletten

WC auf der Alleestraße: Keine Alternative zur „Netten Toilette“

Die „Nette Toilette“ soll öffentliche WC-Häuschen ersetzen.
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Die „Nette Toilette“ soll öffentliche WC-Häuschen ersetzen.

Die Remscheider müssen weiterhin auf eine öffentliche Toilette an der Alleestraße warten.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Nachdem die WC-Anlage an der oberen Alleestraße schon vor geraumer Zeit abgebaut wurde – Grund war ein Gerichtsurteil, das die Kombination aus Klo und Werbung verboten hatte – setzt die Stadt weiterhin auf das Konzept der „Netten Toilette“, das wegen Corona derzeit aber auf Eis liegt. Alternative Vorschläge, wie sie zuletzt in verschiedenen politischen Gremien besprochen wurden, sind aus Sicht der Verwaltung keine Lösung, wie eine Mitteilungsvorlage für den Behindertbeirat zeigt.

Dort hatte man sich unter anderem mit einer Anregung befasst, leerstehende Ladenlokale als öffentliche Toilette zu nutzen. Eine solche Umnutzung wäre aber mit erheblichen Umbaumaßnahmen verbunden, heißt es in der Antwort der Verwaltung. Auch weil sich die Abwasseranlagen meist im Untergeschoß oder im rückwärtigen Bereich eines Ladenlokals befänden – behindertengerechte Toiletten aber im Erdgeschoss eingerichtet werden müssten.

Eine Absage erteilte die Verwaltung auch der Idee, vorübergehend ungenutzte Toilettenwagen von Schaustellern auf der Alleestraße aufzubauen: Dies sei in Zeiten von Corona keine Alternative. „Auch wenn eine Schmierinfektion durch das Anfassen von Türklinken bei der Übertragung von Viren keine Rolle spielt, ist die Übertragung von Tröpfen beziehungsweise Aerosolen bei Sars-CoV-2 möglich.“

Gegen beide Ideen spreche zudem die finanzielle Lage der Stadt, sagt die Verwaltung. Vermutlich gebe es keinen Betreiber, der „die Nutzung einer öffentlichen Toilette kostenfrei anbieten dürfte“, ist in der Vorlage zu lesen. Und eine Miete zu finanzieren, sei der Stadt derzeit nicht möglich.

Remscheid: Stadt hält am Plan der „Netten Toilette“ fest

Stattdessen hält man am Plan der „Netten Toilette“ fest. Dabei sollen Geschäfte und Gastronomen ihre Sanitäreinrichtung für Passanten zur Verfügung stellen und darauf mit einem Aufkleber auf der Tür hinweisen. Ein erprobtes Konzept, das in mehr als 250 Kommunen genutzt wird. Auch in Remscheid hatten sich bereits einige Interessenten gefunden – bevor Corona alle Planungen zunichtemachte.

Langfristig könnte der Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes die Lage entspannen. Baudezernent Peter Heinze hatte im Hauptausschuss in Aussicht gestellt, dass man dort eine Toilettenanlage einplanen könnte. Bis dahin bleiben in der City nur zwei Alternativen: das Allee-Center und das Seniorenbüro am Markt.

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