ADFC klärt über die richtige Nutzung auf

Was bei Radschutzstreifen zu beachten ist

Auf der Lüttringhauser Straße endet dieser Fahrradschutzstreifen und wird auf einem Gehweg weitergeführt. Dort dürfen Radfahrer wegen des Zusatzschuldes „Fahrrad frei“ auch unterwegs sein. Verpflichtend ist das aber nicht, sagt Anderas Roeschies vom ADFC. Fotos: Roland Keusch
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Auf der Lüttringhauser Straße endet dieser Fahrradschutzstreifen und wird auf einem Gehweg weitergeführt. Dort dürfen Radfahrer wegen des Zusatzschuldes „Fahrrad frei“ auch unterwegs sein. Verpflichtend ist das aber nicht, sagt Anderas Roeschies vom ADFC.

In Lennep und Lüttringhausen gibt es neue Fahrrad-Streifen. Der ADFC kritisiert: Sie sind vielfach falsch eingerichtet. Auch das sorgte dafür, dass Radfahren in Remscheid keinen Spaß macht.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die neuen Fahrradschutzstreifen, die in den vergangenen Wochen in Lennep und Lüttringhausen entstanden sind, sollen Fahrräder im Straßenverkehr schützen. Sie sollen insbesondere dafür sorgen, dass Autofahrer Fahrräder mit einem Abstand von mindestens 1,5 Metern innerorts (2 Meter außerorts) überholen.

Doch müssen Fahrradfahrer diese für sie auf der Fahrbahn markierten Streifen benutzen? Was ist zu tun, wenn ein Schild – zum Beispiel am Ortsausgang Lennep Richtung Lüttringhausen – darauf hinweist, dass nur Fußgänger den Weg benutzen können, darunter aber steht „Fahrräder frei“? Andreas Roeschies vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) klärt auf.

„Die sogenannten Schutzstreifen für die Fahrradfahrer sind keine ausgewiesenen Radwege“, weiß er. „Die Terminologie sagt: Straße ist ein Oberbegriff, der die Fahrbahn, Radwege, Gehwege, Seitenstreifen etc. umfasst.“

Radspur: Radler dürfen hier fahren - müssen aber nicht

Um das Problem, was Fahrradfahrer benutzen müssen oder dürfen, zu klären, ist es wichtig zu wissen, dass die Fahrbahn ebenso ein Teil der Straße ist wie der ausgewiesene Radweg. Wenn nun ein Schild aussagt, dass der Radverkehr frei ist, dann darf ich diesen Weg als Fahrradfahrer benutzen. Ich muss nicht. Wenn ich ihn allerdings benutze, darf ich ausschließlich Schrittgeschwindigkeit fahren. Und daran halten sich, wenn überhaupt, nicht viele. Fahrradfahrer sind keine besonderen Verkehrsteilnehmer. Auch sie machen Fehler.“

Gehwege sind immer tabu

Anderas Roeschies vom ADFC.

Roeschies weist darauf hin, dass für Fahrradfahrer die Benutzung des Gehweges immer und überall verboten ist. „Die Benutzung der Fahrbahn ist vorgeschrieben, wenn es keinen Radweg gibt.“ Und die mit einem blauen Schild gekennzeichneten Radwege müssen Radfahrer benutzen. „Alle anderen darf ich benutzen.“

Alleine in Lennep und Lüttringhausen gibt es bei den Fahrradstreifen mindestens 75 Verstöße gegen Verordnungen

Ein weiteres Problem an der fraglichen Stelle am Ortsausgang Lennep: „Der Übergang von der Fahrbahn auf den für Radfahrer freigegebenen Weg kann nicht stoßfrei erfolgen“, erkennt der Fachmann und zeigt auf eine Kante zwischen Schutzstreifen und freigegebenen Fußgängerweg.

Rad-Lobbyist: Verstöße sorgen dafür, dass Radfahren in Remscheid keinen Spaß macht

„Das ist einer der Fehler, die die Stadtverwaltung bei der Einrichtung der Schutzstreifen gemacht hat. Ich finde alleine in Lennep und Lüttringhausen mindestens 75 Verstöße gegen alle möglichen Verordnungen. Die sind mit daran Schuld, dass Fahrradfahren in Remscheid keinen Spaß macht. Ausnahme sind hier und da die Trassen.“

Fahrradschutzstreifen auf der Lüttringhauser Straße.

Dennoch: „Die Schutzstreifen haben zwei Vorteile: Man glaubt, dass die Stadt etwas für Radfahrer tut. Und bei Stau kommen die Radfahrer besser durch. Wenn der Streifen nicht durch Autofahrer zugestellt worden ist.“ Im Normalfall darf der Schutzstreifen nicht von Autofahrern überfahren werden. „Selbst dann nicht, wenn ich erkennen kann, dass kein Fahrradfahrer auf ihm unterwegs ist“, weiß der passionierte Fahrradfahrer. Manche Fahrbahnabschnitte würden dadurch für Autos sehr eng.

Ein weiteres Problem erkennt Roeschies darin, dass viele Radwege nicht den Vorschriften entspricht. „Das begünstigt ein Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer. Versuchen Sie mal, von der Kreuzung Trecknase in die Innenstadt zu fahren. Ich sag nur eins: Katastrophe.“

Mustergültig

Bei aller Kritik hat Andreas Roeschies vom ADFC doch noch ein korrekt ausgeführtes Radweg-Ende in Remscheid gefunden: Am Ende der Nordstraße auf Höhe der Hausnummer 2 Richtung Wansbeckstraße.

Remscheid ist auch eine Fahrradstadt.

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