Historisches Foto

Warum wurde an dieser zentralen Stelle gebuddelt?

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Hier ging es im Jahr 1971 in die Tiefe. Was wurde an dieser Stelle mit großem Aufwand gebaut?

RGA-Rätselfoto zeigte eine Einmündung an der Daniel-Schürmann-Straße, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wer das Rätselfoto vergangenen Samstag heranzoomte, konnte die Lösung schemenhaft erkennen. Neben dem Vorfahrtsschild am rechten Rand waren Fragmente zweier Straßennamen zu sehen. Und weil die Lupe für die RGA-Rätselfreunde bisweilen dazu gehört, fiel Stefan Debus die Antwort nicht schwer: „Das Bild zeigt die Daniel-Schürmann-/Ecke Winkelstraße.“

Es ist eine Einmündung im Herzen Remscheids, unterhalb der Alleestraße, die es nicht mehr gibt.

Das Mietshaus der Neuen Heimat in der Innenstadt, das in den 70er-Jahren abgerissen wurde. Die Einmündung wurde komplett überbaut.

Die Ecke – schräg gegenüber vom Discounter „Action“ – ist komplett überbaut worden. Ein riesiger Wohnkomplex steht heute dort, daneben eine Parkgarage mit drei Ebenen. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Parkplatz hält die PSR dort 225 Stellplätze vor. In die Winkelstraße gelangt man nach dem Umbau über die Freiherr-vom-Stein-Straße oder die Luisenstraße.

Frank Berghoff kann sich gut an Zeiten erinnern, als an der Stelle freie Fläche war: „Ich bin in der Daniel-Schürmann-Straße aufgewachsen und wir haben auf der Wiese zwischen den Häusern oft Fußball gespielt und sind wegen des Lärms dann verjagt worden.“

Heute steht an der Stelle neben der Parkgarage der Wohnkomplex Daniel-Schürmann-Straße 35, 33, 31 mit insgesamt 48 Wohneinheiten.

Ein Stück dahinter sei ein Spielplatz an der Ecke Luisenstraße gewesen. „Immer wenn ich von Liedermacher Reinhard Mey ,Es gibt keine Maikäfer mehr‘ höre, muss ich an die Ecke denken“, erklärt Berghoff, denn: „Die Maikäfer gab es da nämlich.“

Helmut Schucht ordnet das abgebildete triste Mietshaus der Wohnungsbaugesellschaft Neues Heim zu, die mit ihren schlichten Objekten in den 50er-Jahren die große Nachkriegs-Wohnungsnot linderte. „In den 70er-Jahren hat man diese Mietskasernen abgerissen und moderne Häuer entstanden an gleicher Stelle mit einem großzügigen Parkhaus.“ Der verschachtelte Wohnkomplex Daniel-Schürmann-Straße mit den Nummern 35, 33 und 31 umfasst 48 Wohneinheiten.

Michael Müller konsultierte das Geo-Datenportal der Stadt

Michael Müller spricht von einer „halbharten Nuss“, die es zu knacken galt. Müller war sich bei der Antwort zunächst nicht ganz sicher, weil sich an dieser Stelle alles komplett verändert hat. Er konsultierte deshalb für die Rätsellösung seine Mutter, die es aber auch nicht genau wusste. Deshalb nahm er ein weiteres Hilfsmittel in Anspruch: „Dem Geo-Datenportal der Stadt und einem Luftbild von 1956 sei Dank: Damals gab es ein kleines Stück Winkelstraße hoch zur Daniel-Schürmann-Straße. Und die beiden Wohnblocks standen auch 1956 schon und sind auf dem Luftbild von 1973 zu sehen.“

Heinz-Jürgen Schmitz stellte das Innenstadt-Motiv schnell in den richtigen Kontext, die Bauten der Wohnungsbaugesellschaft Neues Heim. Wie Helmut Schucht, so teilt Schmitz zum Namensgeber der Daniel-Schürmann-Straße mit: „Sie wurde benannt nach dem großen Rechenmeister, der 1752 in Lüttringhausen geboren wurde.“

Daniel Schürmann unterrichtete in der alten Ortsschule im Schatten der Remscheider Stadtkirche. Er starb 1838. „Der Spruch ,nach Schürmanns Rechenbuch‘ ist allen bekannt“, meint Helmut Schucht. Auf das Umfeld der Einmündung geht Schmitz ein: „Im unteren Teil der Luisenstraße praktizierten bis weit in die 90er-Jahre die weit über Remscheid bekannten Orthopäden Dr. Brade und Dr. Bontemps. „Zu erwähnen ist, dass an der Ecke Daniel-Schürmann-Straße im August 1963 der erste Supermarkt Remscheids eröffnete.“

Neues Rätsel

Hier ging es im Jahr 1971 in die Tiefe. Was wurde an dieser Stelle mit großem Aufwand gebaut? Die Antwort sollte nicht allzu schwer fallen, da es sich um einen zentralen Ort handelt. Schicken Sie die Lösung bis Donnerstag, 14. Januar (12 Uhr), per E-Mail oder Post, gerne mit Ihren persönlichen Anekdoten angereichert, an den RGA, Alleestraße 77-81, 42853 Remscheid. redaktion@rga-online.de

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