Das Bergische Land neu erleben

Wandertouren: Hier plätscherte einst das Urmeer

Die erste Wandergruppe am Haltepunkt Wiesenkotten: Monika Schmidt, Barbara Beulecke, Horst Olaf Schmidt, Annette Kammer und Michael Beulecke (v.l.). Foto: Stephanie Licciardi
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Die erste Wandergruppe am Haltepunkt Wiesenkotten: Monika Schmidt, Barbara Beulecke, Horst Olaf Schmidt, Annette Kammer und Michael Beulecke (v.l.).

Künstler Horst Olaf Schmidt bietet Touren an: „So haben Sie die Heimat noch nie gesehen“

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Wo einst riesige Ur-Meerestiere schwammen und Algen ihre Blätter träge bewegten, zwitschern heute Vögel und dominiert die Farbe Grün. Sonnenstrahlen brechen durch das Blätterwerk, während sich Horst Olaf Schmidt und seine Gäste für die Tour rüsten.

Der Künstler hatte unter dem Titel „So haben Sie Ihre Heimat noch nie gesehen“ zur ersten Wanderung entlang der alten Ritterwege Richtung Schloss Burg eingeladen – und startet damit eine Reihe. „Die Tour durch die Wälder ist etwa zwölf Kilometer lang und führt am Südufer des vor Millionen von Jahren hier im Bergischen Land existierenden Urmeeres her“, erzählte Schmidt. Der gebürtige Remscheider kennt den Westteil der Stadt wie seine Westentasche.

Mit viel Wissen und Begeisterung möchte er auf seinen Wanderungen den „zweiten Blick auf die Heimat“ schulen. „Kunst, Kultur und Geschichte spielen eine wichtige Rolle. Es gibt viel Wissenswertes über unsere Stadtgeschichte zu erzählen.“ Auch möchte er einen Beitrag zum Tourismus in und für die Region leisten. „Das Bergische hat so viel zu bieten und zu entdecken. Historisch sowie künstlerisch und kulturell.“

Nächste Termine für Wandertouren „So haben Sie Ihre Heimat noch nie gesehen“

Schmidt ist während seiner Recherchen auf manches Anekdötchen gestoßen. „Auch die Römer und Sugambrer, ein Germanenstamm, die ersten bergischen Partisanen, haben ihre Spuren hinterlassen, nicht nur die Ritter des Mittelalters.“ Frühere Steinbrüche, Siepen, mystische Örtchen und das gemächliche Plätschern der Wupper machen die Route zu etwas Besonderen. „Die Wupper, sogar knapp 15 Millionen Jahre älter als der Rhein, übt eine unglaubliche Faszination aus“, findet der 60-Jährige.

Wo die Waldmausfamilie auf Futter wartet

Mit seiner Frau Monika ist er oft entlang des Müngstener Wanderweges unterwegs. An einer bestimmten Stelle wartet eine Waldmausfamilie auf ihren Proviant aus Nüsschen, wie Schmidt erzählt. Die Flora und Fauna des Bergischen Landes sei faszinierend. Ob Eisvogel, Biber oder Flusskrebse, auch was in der Vergangenheit durch das frühere Urmeer schwamm oder die Wälder streifte, interessiert ihn. „Der Wasserstand betrug hier mindestens einhundert Meter. So manches Fossil kann man heute noch entdecken.“

Schmidt schnürt aber nicht nur künftig seine Wanderschuhe, sondern möchte auch wieder künstlerisch tätig werden. Im Rahmen des Kunstprojektes „Faboulus Forest“ plant er die zweite Auflage. „Die Natur und ihre Formationen inspirieren mich. Bei den Rundgängen stoße ich immer wieder auf neue Ideen.“

Die nächsten Termine für die viereinhalbstündige Wanderung sind 30. Juli, 8. August und 15. August. Los geht es um 11 Uhr an der Wegkreuzung, Waldhofstraße 2. Anmeldungen: os.media@gmx.de oder unter 0170/ 40 20 349. Kostenbeitrag: 10 Euro.

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