Mit dem RGA wandern

Unterwegs auf dem Drei-Seen-Weg

Kleine Bachläufe in den Tallagen finden die Wanderer immer wieder.
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Kleine Bachläufe in den Tallagen finden die Wanderer immer wieder.

Eschbach-, Wupper- und Panzertalsperre in Remscheid lassen sich zu einer schönen 20-Kilometer-Runde verbinden.

Von Daniel Juhr

Remscheid. Es frohlockte einst die Mama an einem Sonntagnachmittag um kurz nach drei: „Komm, wir gehen an der Talsperre spazieren!“ Und Sohnemann, knapp im Teenageralter, dachte: „Och, nööö ...“ Lang ist’s her; die Remscheider Eschbachtalsperre, einst als Trinkwassertalsperre erbaut, hat seitdem nichts von ihrem Status als Hotspot für eine entspannte Flanierrunde eingebüßt. Viel reizvoller ist sie indes als Ausgangspunkt für eine Drei-Seen-Wanderung. Denn die Wupper- und die Panzertalsperre sind von hier aus prima erreichbar und die Verbindungswege auf einer 20 Kilometer langen Runde sehr reizvoll.

Klar, auch die Ausblicke auf die Eschbachtalsperre machen Spaß, so richtig losgeht dieser aber, wenn man sie nach gut einem Kilometer über den Röntgenweg und später den Wanderweg A1 Richtung Bergisch Born verlässt. Hier direkt mal das Tempo drosseln, denn es wartet der längste Anstieg der gesamten Wanderung. Er führt am Töckelhauser Bach entlang halbrechts auf den Buchholzer Weg und auf die Straße Bergisch Born, die sofort überquert wird. Obacht: An Werktagen kann man von hier halbrechts in die Raiffeisenstraße einbiegen und am Ende über den Parkplatz des gleichnamigen Marktes auf die Balkantrasse gelangen. Sonntags ist das Tor geschlossen.

Dann nach dem Überqueren der Hauptstraße dieser nach rechts folgen und nach ein wenigen Hundert Metern scharf links in die andere Seite der Raiffeisenstraße einbiegen. Sie führt direkt zur Trasse. Diese nutzen wir nur als Verbindungsstück, um halblinks in den parallel verlaufenden Wanderweg zu gelangen. Der ist hier mit einer 8 in einer Raute und, für uns viel wichtiger, mit zwei übereinanderliegenden weißen Balken markiert. Diese begleiten uns von hier bis zur Wuppertalsperre, also immer diesen Balken folgen. Und sich auf das wandertechnisch schönste Teilstück freuen: Nach wenigen Metern biegt der Weg scharf rechts ab und verwandelt sich in einen idyllischen schmalen Pfad, der direkt ins Tefental führt.

Es geht über eine Weide, am Ende müssen ein verwittertes weißes Tor geöffnet und eine private Einfahrt durchquert werden, bevor es scharf links tief ins Tefental und weiter ins Dörpetal hinein geht. Neben dem Weg plätschert der Tefentaler Bach, staut sich das Wasser in Teichen, breiten sich sanfte Auen aus.

Bei winterlichen Temperaturen bilden sich kleine Eisflächen auf den Talsperren. Betreten verboten.

Wir folgen immer dem Schild mit den zwei Balken, biegen scharf rechts an einer Schranke ab, folgen dem schmalen Pfad und finden uns bald in einem wilden Waldstück wieder: Hier liegen auch mal abgeknickte Bäume mitten auf dem Weg, also ist kraxeln angesagt. Lohn der Mühen ist die Querung des Dörpebachs am Goldenbergshammer, wo der Weg ganz schmal und direkt am Wasser entlang führt. „Ach hier sind wir!“, wird so mancher sagen, wenn er nach einem kurzen Anstieg zuerst links abbiegt und dann der Straße Goldenbergshammer bis zur Hauptstraße führt. Die verbindet den Ortsteil Forsten über Dörpmühle mit Hückeswagen. Nachdem wir die Hauptstraße überquert haben, geht es steil den Hangberg hinauf und dort unmittelbar an den bekannten Villen vorbeigeht, die jeder schon mal von der Straße aus gesehen hat.

Was viele nicht wissen: Der Wanderweg führt direkt dahinter in den Wald hinein und auf die Höhen bis in die Ortschaft Voßhagen. Hier lohnt es, innezuhalten und die atemberaubende Rundumsicht zu genießen. Haus Hammerstein, bis letztes Jahr noch ein beliebtes Tagungshotel der Lebenshilfe, das leider wegen Corona geschlossen werden musste, sehen wir auf dieser Route nicht, weil wir hinter Voßhagen scharf links in den Wald einbiegen, auf direktem Weg zur Wuppertalsperre.

Kormorane und andere Wasservögel gibt es zu entdecken

Hinter einem Birkenwald wird es abschüssig, und unten im Tal schimmert schon das Wasser des Stausees. An der nächsten Weggabelung kann man dem Schild mit Doppelbalken folgen – oder, wer es querfeldein mag, geradeaus einem leicht zugewachsenen Stichweg folgen und am Ende scharf links abbiegen. Wie auch immer: Wer sich links hält, erreicht automatisch die Dörpervorsperre, eine von fünf Wuppervorsperren.

Zeit für eine kurze Rast. Am Ufer auf einem der Steine oder der Bank oben am Weg lässt sich super der Ausblick genießen. Macht auch Sinn, denn nach rund zehn Kilometern ist hier Halbzeit. Wer genau hinschaut, entdeckt hier und an anderen Stellen Kormorane, Schwäne und weitere Wasservögel. Ein Naturparadies.

Die Staumauer der Panzertalsperre ist seit 2016 nach der Sanierung des Bauwerkes begehbar.

Gut erholt folgen wir der Wuppertalsperre, erreichen das Strandbad an der Kräwinklerbrücke und überqueren diese in die Straße Niederfeldbach hinein bis zum nächsten Damm, auf den wir scharf rechts abbiegen. Einmal drüber und gleich rechts am Wasser entlang – immer dem R folgend, denn wir wandern mittlerweile auf dem Röntgenweg. Auf diesem bleiben wir für einige Kilometer und genießen die grandiosen Fernblicke auf die Wuppertalsperre. Bald wird der Weg zu einem großen U und verläuft parallel zur Rader Straße Richtung Lennep.

An der Kreuzung zur Straße Nagelsberg gibt es zwei Möglichkeiten: die Talvariante oder die Bergvariante. Wer durchs Tal Richtung Panzertalsperre möchte, biegt hier rechts und später dem Talweg folgend leicht links ab. Wir laufen über den Berg, weil dort das Panorama über bis Lennep zu schön ist, als das man das verpassen sollte. Auf die historische Hofschaft Nagelsberg werfen wir einen Blick, lassen sie dann links liegen und biegen halbrechts auf den Feldweg ein, folgen ihm immer geradeaus über die Anhöhe und gelangen auf den Weg A3, der bis zur Panzertalsperre führt.

Kurz davor lohnt sich ein kleiner Schlenker links ab über den Pferdeweg (Blaues Schild) und dann scharf rechts über den Weg A2, der direkt zur Aussichtsbank der Talsperre führt. Denn dort lässt sich beobachten, wie Renaturierung aussehen kann: Nach dem Kyrill-Desaster 2007 stand keine Fichte mehr, heute wachsen Tausende junge Buchen in den Himmel. Apropos mach neu: Die Staumauer der Panzertalsperre wurde von 2013 bis 2016 saniert, ist seitdem begehbar und bietet schöne Perspektiven auf den kleinen Stausee, der einst von Albert Schmidt erbaut wurde.

Wir lassen diesen rechts liegen und wandern über den Asphaltweg weiter. Wer mag, kann eine Runde durch den angrenzenden Lenneper Stadtwald drehen. Wichtig: Immer genau entgegengesetzt der Staumauer orientieren, denn wir wollen ja zurück zur Eschbachtalsperre. So oder so läuft man entweder durch die Hofschaft Leverkusen oder sieht diese links der Wegstrecke, bevor man in den gleichnamigen Zuweg einbiegt, der bergauf zur Borner Straße (B 51) führt. Wieder so ein Augenöffner: „Ach, hier sind wir!“

Genau, links geht es nach Bergisch Born, rechts nach Lennep. Und geradeaus zurück, denn wir kreuzen die B 51, laufen unter der Brücke der Balkantrasse auf die Anliegerstraße nach Stöcken, folgen ihr bis zum letzten Haus, das rechts von uns liegt, und biegen scharf links auf einen Waldweg ab. Der führt als verwunschener schmaler Pfad ins Tal, quert dort den Stöcker Bach, folgt für einige Meter einer Asphaltstraße und biegt an der übernächsten Kreuzung rechts in den Wanderweg A3 ab. Diesem folgen wir jetzt konsequent für die letzten Kilometer und erreichen automatisch die Eschbachtalsperre, biegen rechts auf den Rundweg und laufen bis zur Staumauer. Wer mag, kann hier auf Infoschildern noch Spannendes über den Lebensraum Wald nachlesen.

Ein letzter Blick auf die Sonnenstrahlen, die im Wasser glitzern – geschafft. Drei Seen auf 20 Kilometern. Und viele tolle Pfade zwischendrin.

Drei-Seen-Weg

Länge: 20,1 Kilometer

Dauer: ca. 4 bis 6 Stunden oder länger

Einkehren: Serways Hotel Remscheid an der Eschbachtalsperre

Pause machen: Auf einer der vielen Bänke entlang der Wanderroute

Parken: kostenloser Parkplatz an der Eschbach-Talsperre, mehrere Ladepunkte für E-Autos

Anforderungen: Nicht kinderwagengeeignet. Moderate Steigungen mit insgesamt rund 300 Höhenmetern

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX-Track DreiSeen

Alle Folgen unserer Serie „Wandern mit dem RGA“ haben wir hier für Sie aufgelistet: Wandern rund um Remscheid mit unseren Entdeckungstouren.

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