Neubau-Pläne für Mensa und OGS-Erweiterung

Waldorfschule stößt an ihre Grenzen

Schulleiter Udo Clemens auf dem Schulparkplatz, an dessen Ende der Neubau entstehen soll. Foto: Doro Siewert
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Schulleiter Udo Clemens auf dem Schulparkplatz, an dessen Ende der Neubau entstehen soll.

Stadt lehnt Vorschläge für Ersatz-Parkflächen ab.

Von Andreas Weber

Remscheid. Wer auf Google Maps schaut, findet zwischen evangelischer Kirche und Rudolf-Steiner-Schule ein Parkplatzsymbol. Aus dem Online-Kartendienst leiten sich zwar keine Rechtmäßigkeiten ab, gleichwohl liegt die Idee der Waldorfpädagogen, den ungenutzten Streifen an der Trasse als Stellfläche zu reaktivieren, nahe. Ausgangspunkt für ihre Überlegungen sind Planungen für eine Mensa und OGS-Erweiterung.

Der Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag (OGS) ab 1. August 2026 zwingt zum Handeln. Der Platz für die mit 2,5-Millionen-Euro veranschlagte Maßnahme wäre im hinteren Bereich des Schotterparkplatzes vorhanden. Dieser befindet sich zwischen Hauptgebäude und OGS-Trakt, der vor drei Jahren durch einen Anbau am bestehenden Holzhaus erweitert worden war. 112 Jugendliche werden zurzeit betreut. „Mit dem Rechtsanspruch müssen wir aber eine Kapazität von 144 erreichen“, stellt Schulleiter Udo Clemens fest.

Geplante Entlastungsstraße B 51 n erschwert Anbauten

Auch die kleine Küche, in der Schüler und OGS in vier Schichten mittags verköstigt werden, müsste ersetzt werden. Zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen wäre mit einem Neubau möglich. Gleichwohl zeichnet sich noch keine Lösung ab. Denn der ausgeguckte Ersatz-Parkplatz, der im Zuge der Kanalarbeiten an der B 51 am Schwarzen Weg lag, wo der Verkehr ab 2017 zwei Jahre durchgeleitet wurde, ist jetzt wieder vom Verkehrsgeschehen abgekoppelt. Nach der Fertigstellung des Familienquartiers mit 20 Eigenheimen am Schwarzen Weg gegenüber der Waldorfschule endet die Straße direkt hinter der Schule mit einem Wendehammer. Die weitere Nutzung ist jetzt nur fußläufig möglich.

Der Distanzunterricht an der Waldorfschule lief während des Lockdowns problemlos

„Warum sollen wir als Schule nicht die Möglichkeit haben, die paar Meter durchzufahren und die Parkfläche an der Trasse als Alternative zu nutzen“, fragt Clemens. Eine Besprechung mit Schule, Architekt und Bauamt hat es zu dem Thema bereits gegeben. „Uns wurde mitgeteilt, dass der B-Plan eine solche Nutzung nicht vorsieht.“ Erschwerend kommt hinzu: Um die Waldorfschule zieht sich eine Anbauverbots- bzw. Anbaubeschränkungszone, für den Fall, dass die Umgehung B 51 n realisiert wird. „Dabei wäre es kein Problem, die Parkfläche zu gestatten, bis die B 51 n kommt, sofern sie überhaupt gebaut wird.“

Die Waldorfschule hat noch einen Plan B, die Errichtung eines Parkplatzes auf einer Teilfläche des weitläufigen Schulgartens an der Bornefelderstraße. Dafür müsste aber die Feuerwehreinfahrt zwischen Garten und der nach einem Flutschaden gerade wiedereröffneten Schulturnhalle ausgebaut werden. Mit der Zuwegung erklärt sich die Stadt jedoch nicht einverstanden. Sie sieht einen potenziellen Gefahrenherd durch die benachbarte Bushaltestelle.

Rudolf-Steiner-Schule möchte Klassenstärken reduzieren

Die Verantwortlichen hatten überlegt, Kompensation für den „geopferten“ Teil des Schulgartens im benachbarten Waldstück zu finden und dort der Besitzerin ein Stück abzukaufen. Der Kontakt kam jedoch noch nicht zustande.

Die Waldorfschule, im September 1986 für 39 Kinder eröffnet, hat mit wachsender Schülerzahl (heute: 420) auf seinem weit verzweigten Gelände immer wieder angebaut. Die letzten beiden Projekte waren die OGS-Erweiterung und der Orchestersaal. Insgesamt sind flächenmäßig die Grenzen so gut wie erreicht. Auf dem Parkplatz, der 30 Fahrzeugen Platz bietet, ginge noch was, dann aber ist Schluss. Gerade die seit Jahrzehnten zur Entlastung des Verkehrs durch den Ortskern geforderte B 51 n sorgt dafür, dass Erweiterungen nicht möglich sind. „Das ist unser Hauptproblem für eine langfristige Schulentwicklung“, bedauert Udo Clemens.

Die Rudolf-Steiner-Schule denkt perspektivisch auch daran, die Klassenstärken (bis zu 36 Schüler in den Hauptfächern) zu reduzieren, kleinere Einheiten zu schaffen, bei leichter Erhöhung der Schülerzahl. Das aber bedeutet zusätzlichen Raumbedarf. „Wenn es soweit ist, müssen wir über einen zweiten Standort nachdenken, auch wenn das nicht optimal sein würde“, deutet der Schulleiter an. Er hat dabei Wermelskirchen und Hückeswagen im Auge.

Weitere Infos

In Hückeswagen hat die Rudolf-Steiner-Schule Bergisch Born die 2020 eröffnete Waldorf-Kita an der Ewald-Gnau-Straße finanziert, betreibt aber auch in Bergisch Born seit 1983 die Kita Zaunkönig, Am Eichholz 8. In dieser war früher die OGS untergebracht, die später in einem (mittlerweile erweiterten) Neubau an die Schule zog. Dadurch konnte die Kita Zaunkönig auf zwei Gruppen ausgeweitet werden.

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