Stimmabgabe unter Corona-Bedingungen

Wahlhelfer sitzen in Remscheid hinter Acrylglas

Die Stimmabgabe findet auch in Remscheid unter Corona-Bedingungen statt.
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Die Stimmabgabe findet auch in Remscheid unter Corona-Bedingungen statt.
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    VonAndreas Tews
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Die Stimmabgabe findet auch in Remscheid unter Corona-Bedingungen statt. Elf Kandidaten wollen für Remscheid in den Bundestag.

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Remscheid. 76.245 Wahlberechtigte sind bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Sie können nicht nur darüber mitentscheiden, wie sich das Parlament in Berlin in den kommenden vier Jahren zusammensetzt. Auch haben sie die Wahl zwischen elf Kandidaten, die den Wahlkreis 103 (Solingen, Remscheid sowie Wuppertal-Cronenberg und -Ronsdorf) als direkt gewählter Abgeordneter im Bundestag vertreten wollen.

Remscheid: Eigenen Kugelschreiber mitbringen

Es ist eine Wahl, die unter Corona-Bedingungen stattfindet, wie Wahlkoordinator Bernd Hoffmann von der Remscheider Stadtverwaltung berichtet. „Wer teilnimmt, sollte einen eigenen Kugelschreiber mitbringen“, sagt er. In und vor den Wahllokalen herrscht Maskenpflicht. Die Helfer müssen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. „Sie sitzen hinter Acrylglas“, kündigt Hoffmann an, der zum letzten Mal vor seinem Ruhestand den organisatorischen Rahmen für eine Wahl in Remscheid absteckt.

Stimmen: Jeder Wähler hat bei der Bundestagswahl zwei Stimmen. Mit der ersten wird der Wahlkreisabgeordnete gewählt. Die Zweitstimme ist entscheidend für die Kräfteverhältnisse im Deutschen Bundestag.

Wahllokale: Die 54 Remscheider Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. „Sie sind übrigens nun alle barrierefrei. Das war uns ein wichtiges Anliegen“, berichtete Wahlleiterin Barbara Reul-Nocke kürzlich. So entfällt unter anderem die Grundschule Siepen an der Wolfstraße als Wahllokal und wird durch die Hauptschule an der Wilhelmstraße ersetzt. Wichtig: Welches Wahllokal das richtige ist, steht auf den Wahlbenachrichtigungen, die die Stadtverwaltung vor einigen Wochen verschickt hat. „Wer in Hasten wohnt, darf nicht in Bergisch Born abstimmen. Wähler müssen sich in das für sie zuständige Wahllokal gehen“, erklärt Koordinator Bernd Hoffmann. Zur Stimmabgabe ist auf jeden Fall der Personalausweis mitzubringen. Die Wahlbenachrichtigungen müssen die Wähler nicht dabeihaben.

Briefwahl: Der Anteil der Briefwähler wird einen neuen Rekord erreichen. 26 500 Remscheiderinnen und Remscheider haben in den vergangenen Wochen einen entsprechenden Wahlschein beantragt – das entspricht einem Anteil von 35 Prozent der Wahlberechtigten. Der bisherige Rekord für eine Bundestagswahl lag vor vier Jahren in Remscheid bei einem Briefwahlanteil von 27,2 Prozent.

Wahlhelfer: Damit bei der Stimmenauszählung am Wahlabend alles möglichst reibungslos läuft, sind in den Wahllokalen in den Stadtteilen sowie bei der Briefwahlauszählung in der Sophie-Scholl-Gesamtschule nach Rathausangaben rund 500 Wahlhelfer im Einsatz. Über den aktuellen Stand am Wahlabend informiert der RGA laufend hier auf seiner Internetseite.

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Kandidaten: Das Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis 103 verspricht, eng zu werden. Aussichtsreichste Kandidaten sind der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt (CDU) und der SPD-Kandidat Ingo Schäfer. Um sicher im Bundestag zu sein, müssen beide den Wahlkreis gewinnen. Mit Platz 22 auf der NRW-Landesliste seiner Partei ist Hardt nicht gut abgesichert. Derzeit zählt die CDU-Landesgruppe im Bundestag zwar 42 Abgeordnete, die Christdemokraten erringen traditionell aber viele Direktmandate. Darum „zog“ die Landesliste 2017 nur bis Platz 10. Auch Schäfer ist mit Platz 43 auf der SPD-Landesliste (sie „zog“ vor vier Jahren bis Platz 17) nicht abgesichert. Silvia Vaeckenstedt (Grüne), Robert Weindl (FDP), Shoan Vaisi (Linkspartei) und Frederick Kühne (AfD) dürften sich mit dem Rennen um Platz drei im Wahlkreis begnügen müssen. Chancen, über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag zu kommen, hat Vaisi. Er steht auf Platz zwölf der Linken-Landesliste, aktuell kommen zwölf Abgeordnete seiner Partei aus NRW (alle über die Liste). Außerdem stehen als Direktkandidaten im Wahlkreis 103 Volker Dörner (Die Basis), Christoph Gärtner (MLPD), Jan Klein (Freie Wähler), Peter Heinrich Kramer (Einzelbewerber) und Judith Röder (Die Partei) zur Wahl.

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Standpunkt: Demokratie bewahren

frank.michalczak@rga.de

Kommentar von Frank Michalczak

Die Bundestagswahl stößt in Remscheid auf großes Interesse. Dies belegt die hohe Zahl an Briefwählern, die bereits ihre Stimme abgegeben haben und mit ihrer Beteiligung einen Rekord aufgestellt. Hoffentlich setzt sich dieser Trend am Wahlsonntag fort. Denn: Wer die Regierung übernimmt und wer für Remscheid in den Bundestag einzieht, ist alles andere als eine Nebensächlichkeit. Im Gegenteil: Die Wahlmöglichkeit zwischen unterschiedlichen Parteiprogrammen und Persönlichkeiten ist Hauptbestandteil unserer Demokratie, die angesichts der Verhältnisse in vielen anderen Staaten und auch angesichts der deutschen Geschichte alles andere als selbstverständlich ist. Jene, die ihre Stimme nicht abgeben wollen, sollten sich vor Augen führen, dass sie anderen die Entscheidung überlassen, wer künftig die Geschicke unsere Republik lenkt. Es kommt auf jedes Kreuzchen an.

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