Klosterkirche Lennep

Während des Konzertes in die Tasten getippt

Live-Streaming-Konzert in der Lenneper Klosterkirche: (v.l.) Gianni Bello, Ant Utama, William Wahl, Oliver Hanf, Sebastian Eichmeyer. Foto: Doro Siewert
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Live-Streaming-Konzert in der Lenneper Klosterkirche: (v.l.) Gianni Bello, Ant Utama, William Wahl, Oliver Hanf, Sebastian Eichmeyer.

115 Besucher waren online beim Livestream aus der Klosterkirche dabei. Moderator Süß verlas die Kommentare.

Von Elisabeth Erbe

Remscheid. Die Stuhlreihen mussten leer bleiben. Und doch wurden vier Bühnen aufgebaut. Die Klosterkirche in Lennep wagte erneut einen Live-Stream und hatte fünf Musiker gewonnen. Oliver Hanf präsentierte mit Sebastian Eichmeyer, Gianni Bello Kuschelrock-Lieder. William Wahl bot musikalisches Kabarett, während der Neuseeländer Ant Utama Herz und Seele berührte.

Die Musiker sind seit einem Jahr im Lockdown und freuten sich, auf die Bühne zu gehen. Auch ohne Live-Publikum, war das Event ein Highlight. Vorab hatten sich die Musiker auf Corona testen lassen. Mit negativen Ergebnissen konnte das Konzert entspannt starten. Den Auftakt übernahm Ant Utama, ein Singer-Songwriter aus Neuseeland. Er war acht Monate auf Tour und ist in Köln der Liebe wegen geblieben. Sein Ziel ist es, mit seiner Musik Lebensgefühl zu transportieren. „Meine Erfahrungen haben mich zu diesen Songs inspiriert“, sagte der Musiker und bat mit dem Song „Excuse me“ um Entschuldigung. Mit seiner samtweichen Stimme sang er von der Liebe, von der Sehnsucht und von besonderen Momenten im Leben.

Ich habe mich an Online-Streaming gewöhnt.

Oliver Hanf, Musiker

Die Kameras waren auf ihn gerichtet, die Lichtanlage strahlte in allen Farben, es fehlten nur Besucher. Samstagabend streamten über 115 Besucher das Konzert. Während die Musik spielte, tippten die Zuhörer in die Tasten. Moderator Maximilian Süß gab dem Publikum eine Stimme und las zwischendurch die Kommentare vor.

Zuhörerin Cornelia kannte den Neuseeländer nicht, „aber nun ist sie ein Fan“, las Süss vor. Zu jedem Stück gab es eine Anekdote. „Manchmal glauben andere Menschen nicht an dich, dann glaube selbst an dich“, erklärte er: „Dieser Song soll andere inspirieren“.

Stellenweise war der junge Musiker etwas nervös und vergaß kurz seinen Songtext. Charmant entschuldigte er sich bei seinem virtuellen Publikum, was ihn noch sympathischer machte. Für die Zuschauer gab es die Möglichkeit, eine Spende in den virtuellen Hut zu werfen.

Remscheid: Die Zuschauer kommentierten begeistert

Im nächsten Akt setzte sich William Wahl ans Klavier. Der A-cappella-Sänger ist seit 2012 auch als Solosänger unterwegs. Mit feinfühligen Humor und sarkastischen Texten beschrieb er alltägliche Szenen. „Die Texte haben mir aus Leib und Seele gesprochen“, verriet der Moderator. Der Musiker war als Solo-Sänger in der Klosterkirche geplant, musste aber durch Corona abgesagt werden. „Ich hab heut Nacht von dir geträumt“, begann er und sang „Ich will, dass du glücklich bist“. Bei den kleinen Seitenhieben im Text musste selbst die Technik-Crew schmunzeln.

Als Musiker erhält man kein Feedback, spürt keine Stimmung bei Besuchern. „Das macht nervös. Aber ein Freund riet mir, spiel einfach“, sagte er. Die Kommentare überschlugen sich. Anette schrieb: „William ist der Beste.“ Der Sänger ist vor kurzem Vater geworden. „Da hat sich viel in meinem Leben geändert. Die Suche nach einem Kindergartenplatz ist die Hölle. Man muss sich schon am Vorabend der Zeugung schriftlich bewerben“, sagte er augenzwinkernd.

Dazu schrieb er den Song „Schicke Kita“. Es folgten „50 Dinge, die ich an dir hasse, und 51, die ich an dir mag“. Die Stimmung in den Wohnzimmern war bestens. „Toller Abend, tolle Künstler“, schrieben die Zuschauer vor den Bildschirmen. Zum Abschluss füllten Oliver Hanf, Sebastian Eichmeyer und Gianni Bello drei Bühnen. „Ich hab mich an Online-Streaming gewöhnt“, meinte Oliver Hanf.

Seit dem Lockdown gastierte er mehrmals auf Online-Konzerten. Hanf bot eine Reise querbeet durch die letzten Jahrzehnte seiner Musiklaufbahn. Auch Lieder aus seiner aktuellen CD „Hanfarbeit“ waren dabei. In der Pandemie entstand auch ein neuer Song. „Und wenn die Welt sich die Beine bricht“, sang Hanf und versprach ein neues Album mit dem Song.

Positive Bilanz

Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen der Klosterkirche und der Expose Media Firma. Hierbei wurden die Azubis zur Unterstützung integriert. Die IHK lobte die Firma als „Ausbilder des Jahres 2020“. Klosterkirchen-Chefin Sonja Tewinkel zog durchweg positive Bilanz. „Der Aufbau, die Technik, die ganze Aufmachung ist grandios. Die Musiker hätten viel mehr Gäste verdient.“

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