Die große Nachhaltigkeitsserie „Natürlich nachhaltig“

Vorerst keine E-Roller in Remscheid

In Solingen stehen die Leih-E-Roller schon seit Mai im Stadtgebiet. In Remscheid werden sie erst einmal nicht zu sehen sein. Archivfoto: Christian Beier
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In Solingen stehen die Leih-E-Roller schon seit Mai im Stadtgebiet. In Remscheid werden sie erst einmal nicht zu sehen sein. Archivfoto: Christian Beier

Bevor Pläne konkreter werden, soll erst ein klares Konzept ausgearbeitet werden.

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. E-Roller liegen seit rund zwei Jahren im Trend. In zahlreichen Städten sind die elektrischen Tretroller zu sehen – mal fahrend, mal stehend und manchmal auch an den gefährlichsten Stellen liegend. In Solingen rollen die elektrischen Roller bereits seit Ende Mai durch die Gegend. In Remscheid werden die Fahrzeuge allerdings erst einmal nicht zu sehen sein.

E-Roller sind Tretroller mit elektrischem Antrieb. Fahrende müssen mindestens 14 Jahre alt sein. Die Roller sollten auf Radwegen unterwegs sein – gibt es keinen, muss auf die Straße ausgewichen werden. In vielen Städten gibt es Anbieter, die ihre E-Roller überall im Stadtgebiet aufstellen und diese dann gegen eine Gebühr ausgeliehen werden können.

2014 brachte die Remscheider Firma Helmut Niemeyer einen Elektroroller auf den Markt.

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„Wir haben uns verwaltungsintern darauf geeinigt, das Thema E-Scooter vorerst zurückzustellen, da wir gerne zuerst ein klares Konzept ausarbeiten wollen, um die Probleme anderer Kommunen zu vermeiden“, teilen Frank Frisch, Abteilungsleiter Fachdienst Umwelt, und Nikita Brilovics, Verkehrsplanung bei der Stadt Remscheid, auf Nachfrage der Redaktion mit.

Der Leih-E-Scooter-Anbieter Tier hingegen ist nicht abgeneigt, auch auf Remscheider Stadtgebiet künftig die alternativen Fortbewegungsmittel anzubieten: „Aktuell gibt es keine konkreten Pläne, in Remscheid zu starten. Wir können uns aber gut vorstellen, in enger Absprache mit der Stadt künftig unseren Service auch in Remscheid anzubieten und denken, dass sich unser Mikromobilität-Angebot gut in das bestehende Verkehrsangebot einfügen könnte“, erklärt Florian Anders, Pressesprecher beim E-Roller-Anbieter Tier. Dafür wäre laut Anders auch die Topografie, die vielen Berge und Hügel, in Remscheid nicht hinderlich.

So nachhaltig sind elektrische Tretroller

Aber wie nachhaltig sind die E-Roller eigentlich? Wenn die elektrischen Roller einmal produziert sind, fahren sie beinahe emissionsfrei durch die Gegend. Laut Anbieter Tier stoßen sie damit rund 70 Prozent weniger CO2 pro Personenkilometer aus als ein Auto. Damit seien E-Scooter eine nachhaltige Alternative zum Auto und sinnvolle Ergänzung öffentlicher Verkehrsnetze. Das sieht auch die Stadt Solingen nach einem halben Jahr so. „Die E-Tretroller sind ein klimaneutrales Verkehrsmittel und bieten in Verbindung mit dem ÖPNV und der Nahmobilität eine gute Alternative zum Auto“, sagt Sabine Rische, Stadtsprecherin der Stadt Solingen. So lasse sich beispielsweise eine Fahrt mit dem Auto zum Bäcker oder zum Bahnhof gut durch die Nutzung eines Leih-E-Rollers ersetzen.

Ein aktuelles Fazit des Umweltbundesamtes aus dem Oktober dieses Jahres zeigt allerdings, dass die elektrischen Roller momentan keinen erheblichen Beitrag zur Verkehrswende und damit zur nachhaltigen Mobilität beisteuern. Denn: Die E-Scooter würden eher als Ersatz für den umweltfreundlichen Fuß- und Radverkehr genutzt, statt als Alternative für den Autoverkehr. Dafür müsse laut Umweltbundesamt zunächst etwa die Infrastruktur für Radwege in Deutschland noch deutlich verbessert werden.

Die Serie „Natürlich nachhaltig“

In unserer Serie „Natürlich nachhaltig“ beschäftigen sich die drei jungen Journalistinnen Katharina Birkenbeul, Alexandra Dulinski und Valeria Schulte-Niermann mit dem Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz in den drei Themenbereichen Ernährung, Konsum und Mobilität in Remscheid.

Alle bisher erschienen Folgen der Reihe finden Sie hier.

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