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Oktoberfest und Karneval: Vorerst fallen Zeltpartys in Lennep aus

Das Oktoberfest fand 2019 zuletzt statt. Dann kam die Pandemie. Auch im Herbst wird es wieder ausfallen.
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Das Oktoberfest fand 2019 zuletzt statt. Dann kam die Pandemie. Auch im Herbst wird es wieder ausfallen.
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Karnevalisten wollen ihre Feten nicht mehr am Bahnhof feiern.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Die Lenneper Karnevalsgesellschaft (LKG) und der Verkehrs- und Förderverein verzichten auf ihre Zeltveranstaltungen am Lenneper Bahnhof. Somit entfallen erneut sowohl das Oktoberfest als auch die närrischen Partys zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag, die bis zur Beginn der Pandemie an der Robert-Schumacher-Straße für Frohsinn sorgten.

„An diese Straße“ zieht es LKG-Chef Gunther Brockmann nicht mehr hin. „Dem einen ist es dort zu zugig, Anwohnern sind die Bässe zu laut“, blickt Brockmann auf Veranstaltungen zurück, die auch Kritiker auf den Plan riefen. „Und wir brauchen vor allem wetterunabhängige Räumlichkeiten“, hebt der Vorsitzende hervor, der die Überlegungen begrüßt, dass in Lennep eine multifunktionale Halle entstehen könnte.

Die sähe auch Klaus Kreutzer gerne. Der Vorsitzende des Verkehrs- und Fördervereins bezieht diesen Wunsch aber auf ganz Remscheid. „Die Halle forderte ich schon seit 30 Jahren.“ In Lennep gelte es, die Gegebenheiten realistisch zu betrachten. „Der Kirmesplatz ist als Veranstaltungsfläche verloren gegangen, weil dort nach Umbauarbeiten die Infrastruktur nicht mehr vorhanden ist. Wir benötigen einen Wasseranschluss. Vor allem muss das Wasser ja dann auch irgendwo hin“, erklärt er mit Blick auf fehlende Leitungen.

Lennep: Oktoberfest 2022 fällt wegen Corona aus

Zudem gelte es, die Stromzufuhr für ein Festzelt mit bis zu 2500 Besuchern sicherzustellen. An der Robert-Schumacher-Straße hätten die Technischen Betriebe Remscheid für all das gesorgt. „Ein Festzelt auf der Umgehungsstraße ist natürlich nicht ideal. Andererseits hat es sich ja erwiesen, dass es funktioniert.“

Dass dort 2022 kein Oktoberfest unter der Vereinsregie stattfindet, liege an der Entwicklung des Infektionsgeschehens. „Schon jetzt schießen ja die Fallzahlen unter die Decke“, erklärt der Vorsitzende, der befürchtet, dass sich diese Entwicklung in den Herbst hinein noch verstärkt. Entsprechend habe sich der Vorstand dazu entschieden, Vorbereitungen nicht weiter voranzutreiben. „Darüber bin ich froh. Denn der Verein hätte ein erhebliches finanzielles Risiko getragen.“ So werde die Zwangspause für die Traditionsveranstaltung verlängert. Sie sei aber nicht ihr Ende. „Im kommenden Jahr werden wir die Lage neu beleuchten. Und einen rationalen und keinen emotionalen Beschluss fassen“, kündigt Kreutzer an.

Die Karnevalisten sinnieren derweil darüber, bei ihren Partys neue Wege zu gehen - offenbar unabhängig von einem Festzelt. „Jedenfalls für den Karnevalssamstag. Aber das ist noch nicht ganz spruchreif“, berichtet Gunther Brockmann, der jetzt erst einmal dem Weinfest am ersten August-Wochenende entgegensieht.

Standpunkt von Frank Michalczak: Wer soll es bezahlen?

frank.michalczak@rga.de

Die Zeltpartys in Lennep hatten es schon vor der Pandemie schwer: 2017 zum Beispiel fiel die Weiberfastnachtsfete in quasi letzter Sekunde aus, weil orkanartige Winde aufgezogen waren. Diese höhere Gewalt sorgte für lange Gesichter beim Publikum und den Veranstaltern von der Karnevalsgesellschaft. Auch vor diesem Hintergrund ist der Wunsch des Vorsitzenden Gunther Brockmann nur allzu verständlich, dass Lennep eine Multifunktionshalle bekommt, die anders als ein Zelt wetterfest ist. Die Frage ist nur in Anlehnung eines beliebten Karnevalsschlagers: Wer soll sie bezahlen, wer hat so viel Geld? So dürfte es einstweilen beim ungeliebten Veranstaltungsort auf der Robert-Schumacher-Straße bleiben. Es wäre schade, wenn hier die Partytradition für immer verloren ginge. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben. Und dass sich die Menschen schon jetzt nach Geselligkeit sehnen, zeigt der Ansturm auf die Tickets fürs Weinfest.

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