Mein Blick auf die Woche in Remscheid

Viele Wünsche für Lennep bleiben am Ende unerfüllt

axel.richter@rga.de
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Nach dem DOC-Desaster haben die Lenneper viele Wünsche, was die Zukunft ihres Stadtteils angeht. Doch nur die wenigsten werden sich erfüllen, schätzt RGA-Lokalchef Axel Richter.

Remscheid. Die Wunschliste in Lenep ist lang. Alternative Wohnformen für Jung und Alt haben die einen auf ihren Zettel geschrieben. Ein Heimatmuseum in der alten Feuerwache die anderen. Bis hin zu einem Campus der Uni Wuppertal und einer Jugendherberge in der ehemaligen Grundschule am Stadion reichen die Vorschläge für die Flächen, auf denen ursprünglich das Designer Outlet Center geplant war.

Apropos Stadion. Auch das war immer wieder Thema bei der ersten Lennep-Konferenz, zu dem die Stadt nach dem DOC-Desaster in dieser Woche eingeladen hatte. Der FC Remscheid möchte es erhalten wissen. Und nicht nur er. Viele Lenneper hängen an der bald 100 Jahre alten Sport- und Kultstätte, weshalb der Vorschlag der Fußballer, daraus einen Veranstaltungsraum mit dem Neubau einer Multifunktionshalle völlig zu recht große Sympathien genießt.

Am Ende geht es freilich nicht um Sympathien, sondern um Geld. Vier bis fünf Millionen Euro hat der Verein für sein Projekt veranschlagt. Die Stadt geht davon aus, dass die tatsächlichen Kosten das Doppelte ausmachen.

Die chronisch klamme Stadt Remscheid will und darf sich daran nicht beteiligen. Im Gegenteil: Sie muss Stadion und Kirmesplatz verkaufen. So will es mit Blick auf die Haushaltslage die Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Also braucht es millionenschwere Investoren, die bereit sind, ihr Geld in das Röntgen-Stadion hineinzustecken, weil sie sich davon Gewinne versprechen. Das gilt nicht weniger für alle anderen Wunschzettel, die die Stadt in der Lennep-Konferenz hat schreiben und an Stellwänden anpinnen lassen. Ohne Geldgeber wird aus allem nichts.

Dem mit Abstand potentesten Investor wurde in Lennep der Stuhl vor die Tür gestellt. Investitionen über 170 Millionen Euro gingen der Stadt verloren. McArthur Glen verbrannte in Lennep selbst 16 Millionen. Das macht ein Unternehmen genau einmal, weshalb der britische Konzern seine Deutschland-Aktivitäten übrigens komplett eingestellt hat.
Das DOC hat die Stadt Remscheid bereits eine Stange Geld gekostet.

Man darf gespannt sein, wer sich findet, um das „Füllhorn an Ideen für Lenneps Zukunft“, über das der RGA in dieser Woche berichtete, auszugießen. Prognose: Es wird Wohnungen geben, denn die lassen sich teuer verkaufen, trotz absurder Quadratmeterpreise, die dafür mittlerweile aufgerufen werden. Von den vielen Wünschen, die in Lennep auf der Liste stehen, dürften dagegen leider nur wenige wahr werden.

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