Sportplatz

Vertragsabschlüsse ziehen sich: RSV wird kein Risiko eingehen

Warten auf den Kunstrasen: Die Alten Herren und die 3. Mannschaft des BV 1910 hoffen auf eine schnelle Umsetzung.
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Warten auf den Kunstrasen: Die Alten Herren und die 3. Mannschaft des BV 1910 hoffen auf eine schnelle Umsetzung.
  • Andreas Weber
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Sportplatz Neuenkamp und Sanierung am Fürberg – BV 1910 drängt auf Entscheidung.

Remscheid. Eigentlich sind die Voraussetzungen geschaffen: Der Sportplatz Neuenkamp soll einen Kunstrasen erhalten mit einem Drumherum als Sportfreizeitzentrum, der RSV seine Vereinsanlage am Fürberg mit Landesförderung von 1,5 Millionen Euro in Schuss bringen. Doch die Umsetzung stockt. „Wir befinden uns in einer höchst komplexen Gemengelage zwischen Stadt, BV 1910 und RSV, mit öffentlichen Zuschüssen und Altlastenentsorgung“, verdeutlicht Sportamtsleiter Martin Sternkopf.

Nachdem es jahrelang aussah, als würden in Neuenkamp die Lichter ausgehen, der BV 1910 seinem Schicksal auf Asche überlassen, wurde der Gordische Knoten im August 2020 zerschlagen, Lösungen über Landesfördermittel gefunden. Doch kurz vor dem Happy End knirscht Sand im Getriebe. Auf der Zielgeraden bewegen sich alle Beteiligten im Schneckentempo. Dreh- und Angelpunkt ist der RSV, noch Eigentümer der Anlage in Neuenkamp. Diese wird er für einen symbolischen Betrag der Stadt überlassen, die wiederum die dioxinbelastete Schlacke, das Kieselrot, entfernen muss, um anschließend die Asche durch Kunstrasen zu ersetzen. Dafür bedarf es eines weiteren Antrages auf Landesförderung, die 80 Prozent der Entfernung von 1300 Tonnen schadstoffbelasteter Erde bedeuten würde. Im Gegenzug versetzen 1,5 Millionen Euro aus dem NRW-Sportstättenförderprogramm „Moderne Sportstätte“ den RSV in die Lage, seine Immobilie am Fürberg zu sanieren.

„Wir brauchen die Sicherheit, dass wir das Geld auch ausgeben können.“

Norbert Tix, RSV-Präsident

Zwei Verträge müssen zwischen Stadt und RSV fixiert werden. Zum einen der Weiterleitungsvertrag, der die 1,5 Millionen Euro regelt, die zunächst die Stadt als Fördernehmer vom Land in Empfang nimmt, zum anderen der Verkauf Neuenkamp. Die Delegiertenversammlung des RSV segnete den Weiterleitungsvertrag ab. Der Verein hat aber noch Fragen, die er über seine Rechtsvertretung, einen Frankfurter Juristen, von der Stadt geklärt haben möchte. Der Prozess zieht sich seit Monaten. Und BV 1910 wie Sportbund verwundert, dass der RSV nicht in die Pötte kommt. Präsident Norbert Tix sagt, warum: „Wir werden bei dieser hohen Summe, die uns hilft, die Zukunft des Vereins zu sichern, kein Risiko eingehen. Wir brauchen die Gewissheit, dass wir das Geld ausgeben können. Das sind wir unseren Mitgliedern schuldig.“

Martin Sternkopf, auf städtischer Seite federführend mit dem Thema betraut, bestätigt, dass zwar mittlerweile fast alle offenen Fragen ausgeräumt und die Fördermittel aus Düsseldorf abgerufen seien, die Juristen auf beiden Seiten jedoch noch darüber sprechen würden, wie die Weiterleitung der Gelder geregelt werden kann, ohne dass möglicherweise Rückforderungsansprüche durch die Bezirksregierung in Düsseldorf entstehen.

Sternkopf hält das Pochen auf eine „wasserdichten Vertragsgestaltung“ für völlig legitim, versteht jedoch auch den BV 1910, der seine Mitglieder seit langem vertröstet. Die sind genervt und fordern eine Perspektive. „Wenn der Kunstrasen nicht kommt, werden wir im Sommer 2023 keine Bambini mehr haben“, befürchtet Nurettin Fidanci, der Trainer der Minis. Berthold Fahl, Geschäftsführer des kleinen Fußballvereins, findet die Diskussionen unnötig zeitraubend: „Denn das hundertprozentige Wohlfühlpaket mit Vollkaskoversicherung gibt es für den RSV nicht.“ Vorwürfe weist der RSV entschieden zurück. „Unser Vorstand haftet persönlich, nur mit Vertrauen kommen wir bei 1,5 Millionen Euro nicht weiter“, rechtfertigt Norbert Tix die Vorsicht.

Die bezieht sich auch auf das Vergaberecht. Der Sportverein muss klären, ob ein Generalunternehmer mit der Durchführung der Maßnahmen zu beauftragen ist. Der wiederum hätte den Nachteil, dass ein Teil der Summe als Honorar an ihn fließen würde, was wohl auf ein Abspecken geplanter Leistungen hinauslaufen würde. Teurer könnte es allemal werden. Dass sich, je länger sich die Vertragsunterzeichnungen ziehen, die Kosten für die Baumaßnahmen erhöhen, wird sich auch kaum vermeiden lassen.

Sowohl RSV wie Stadt sehen sich auf einem zwar mühsamen, aber guten Weg. „Es ist Bewegung drin“, beruhigt Tix. Sternkopf verweist auf den 31. Oktober, wenn stadtintern die letzte offene Frage abgeklärt wird. Danach werden die finalen Schritte mit dem RSV eingeleitet.

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