„Seele in Not“

Verein startet mit neuen Angeboten durch

Monika Erdmeier, Vorsitzende des Vereins „Seele in Not“, und Mitarbeiter Markus Pickhardt freuen sich über den Neustart. Foto: Melissa Wienzek
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Monika Erdmeier, Vorsitzende des Vereins „Seele in Not“, und Mitarbeiter Markus Pickhardt freuen sich über den Neustart.

„Seele in Not“ weitet nach der langen Coronapause die Aktivitäten aus.

Von Sabine Naber

Remscheid. Für den Verein „Seele in Not“ an der Hindenburgstraße war es in der Pandemiezeit am schlimmsten, dass sich viele Menschen zurückgezogen haben, die sonst im Café Moccasin, der Kontakt- und Begegnungsstätte, um Menschen mit und ohne Behinderung einander näher zu bringen, einen Ansprechpartner hatten.

„Viele kamen damit nicht gut klar. Wir haben versucht, kreativ zu werden und viel mit den Betroffenen gesprochen und telefoniert. Denn wir wissen ja, was mit Menschen passiert, die Angst haben“, macht die Vorsitzende Monika Erdmeier deutlich.

Jetzt ist man gerade dabei, nach der langen Coronazeit wieder aktiv zu werden. Dazu gehört beispielsweise eine Genesungsbegleitung. Um die anbieten zu können, steht Markus Pickhardt bereit. „Die größte Gemeinsamkeit ist die Erfahrung mit seelischen Erschütterungen und deren Bewältigung. Als ehemals Betroffener kann ich nachempfinden, was der Betreffende durch- und erlebt und kann ihm als Ansprechpartner auf Augenhöhe begegnen“, fasst es der Experte zusammen.

Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem, die Menschen zu befähigen, wieder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, ihnen den ersten Schritt zurück ins Berufsleben zu erleichtern oder auch als Zwischenschritt eine sogenannte Arbeitserprobung zu initiieren. „Wir bieten hier auch ein Praktikum an. Auch Spielenachmittage oder ein Malkurs können aus der Isolation heraushelfen“, weiß der Experte. Geholfen wird auch bei der Wohnungssuche, bei Behördengängen, Arztbesuchen, Schriftverkehr oder dem Ausfüllen von Antragsformularen. „Aber auch wenn es darum geht, eine Tagesstruktur zu bekommen. Entweder durch Beschäftigung oder Freizeitgestaltung.“

An den Adventssonntagen gibt es Lesungen und Musik

Mit dem Angebot „Kinderseele schützen“, das am 16. Oktober gestartet ist, gibt es erstmals eine Kooperation mit dem Zukunfts-Campus. Es geht darum, den Kindern zwischen vier und 18 Jahren einen Raum zu geben, um sich auszuprobieren und sich zu erproben. „Viele Kinder sind während ihres Heranwachsens mit schwierigen Situationen, mit Belastungen im häuslichen, privaten und schulischen Umfeld konfrontiert. Doch nicht alle bewältigen sie auf die gleiche Weise“, erklärt Monika Erdmeier das neue Angebot, bei dem Resilienz, also psychische Widerstandskraft, das Schlüsselwort ist. Als Eltern-, Kinder- und Jugendcoach leitet Katrin Eutin diesen Kurs, der den Kindern speziell nach der Coronazeit Freude bringen soll. „Es ist ein niederschwelliges Angebot. Die Eltern sitzen vorne im Café, Frau Eutin widmet sich den Kindern. Es wird kommuniziert und gelacht“, versichert die Vorsitzende.

Am 22. November soll der Kurs „Lachyoga“ an den Start gehen. Simona Mirsch wird ihn leiten und montags zu einer Unterrichtsstunde zwischen 17 und 18 Uhr einladen. Wer möchte, kann eine Schnupperstunde vereinbaren. Wird das gut angenommen, soll es 2022 damit weitergehen.

An den Adventssonntagen werden im Café Moccasin neben Kaffee und Kuchen auch Lesungen oder Musik geboten. Das sei vor der Corona-Pandemie bei den Gästen gut angekommen. Und auch am zweiten Weihnachtstag werden die Türen des Cafés offenstehen. Jeder, der kommen möchte, ist in unserem Café Moccasin herzlich willkommen“, versichert die Vorsitzende. In den Räumen an der Hindenburgstraße 10 gilt die 3-G-Regel, zu den Kursen ist eine telefonische Anmeldung nötig: Tel. (02 1 91) 29 19 90.

Hintergrund

Der Verein „Seele in Not“ wurde 2001 aus der Selbsthilfegruppenarbeit von Betroffenen und Angehörigen gegründet. Hier arbeiten Fachkräfte und Betroffene als Experten. Die einen mit erlernter, die anderen mit durch Leid erworbener Kompetenz.

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