Hahneköppen

45 Jahre Mitgliedschaft: Einmal Bücheler, immer Bücheler

Aus Büchel an die Stockder Straße gezogen: Wiebke und Hartmut Otremba sind aber der Einigkeit treu geblieben.
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Aus Büchel an die Stockder Straße gezogen: Wiebke und Hartmut Otremba sind aber der Einigkeit treu geblieben.
  • Andreas Weber
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2015 zogen Wiebke und Hartmut Otremba aus Hasten weg, blieben aber der Bücheler Einigkeit treu. Ihre Geschichte mit dem Verein begann 1977.

Von Andreas Weber

Remscheid. „Wir Buekeler haulen benien“ - Bücheler halten zusammen, ist das uralte Motto in der Hastener Hofschaft. Was sie zusammenschweißt, ist die Bücheler Einigkeit, Remscheids zweitältester Bescherungsverein - mit um die 500 Mitgliedern und 173 Familien. 1893 gegründet, sieben Jahre nach den Büchenern, pflegt der Verein neben der Tradition des Schenkens auch das Hahneköppen. Könige werden dabei gekürt. Hartmut Otremba war einer von ihnen.

Hahneköppen: Die Bücheler verteidigen ihr Brauchtum

An die Geschichte erinnert sich der Zugereiste gerne. Sie beginnt 1977, als Wiebke und Hartmut Otremba zum Büchel 43a in die verwinkelte, enge und abschüssige Wohnlandschaft in das letzte Haus vor der Ibacher Mühle an den Hippenbusch zogen. In ein Haus, das sie mieteten, später kauften. Der Einzug fiel auf den Tag, als Nachbar Werner Bremer Hahnenkönig wurde. „Im Garten nebenan marschierte der Rote-Kreuz-Fanfarenzug auf, und wir als Neue wurden direkt angesprochen.“

Auf meinem Schreibtisch stand eine Dose Cola, daneben lag eine Alka-Seltzer-Tablette.

Hartmut Otremba

Der Unternehmensberater, damals 34 Jahre alt, trat nicht nur in den Verein ein, sondern gab im allgemeinen Trubel ein Versprechen ab: „Wenn ich 10 Jahre Bücheler bin, schlage ich mit.“ 1987 war es soweit und Otremba verewigte sich in den Clubannalen. Mit dem ersten Säbelschlag, was so gut wie nie vorkommt, durchtrennte er den Hals des toten Gockels. „Und der Kopf landete auf der Bluse einer Zuschauerin.“ Heute ist Otremba neben Bremer der älteste lebende Hahnenkönig in Büchel. Was es bedeutet, die Regentschaft zu übernehmen, erlebte der dreifache Familienvater am Montag darauf in seinem Büro bei der Firma Vaillant. Den RGA-Bericht über das Jahresfest und seine Krönung hatten die Kollegen gelesen.

„Auf meinem Schreibtisch stand eine Dose Cola, dabei lag eine Alka-Seltzer-Tablette.“ Recht hatten die Spaßvögel allemal mit ihrer kleinen Geste. „Denn bei der Einigkeit wurde immer intensiv gefeiert.“ Zwischenzeitlich stieg Otremba in den Vorstand auf, bis 2021 fungierte er als Kassenprüfer, davor war er auch mal 2. Vorsitzender. Heute hält sich das Ehepaar zurück, ist aber immer noch mittendrin dabei, obwohl sie seit 2015 dem Büchel Adieu gesagt haben. Seither leben Wiebke (71) und Hartmut (79) an der Stockder Straße. Die Verlagerung ihres Lebensmittelpunktes mit weniger Quadratmetern als zuvor, aber einer wunderschönen Terrasse mit Fernblick haben sie nie bereut.

Das Paar ist schon viele Jahre teil des Vereins

Im Herzen sind sie aber der Einigkeit treu geblieben. 45 Jahre gehören sie dazu. Wiebke stammt aus Berlin, war gelernte MTA, Diplom-Kaufmann Hartmut kommt aus Köln. Kennengelernt hatten sie sich im Urlaub in Alcudia auf Mallorca. Der rasche Entschluss zusammenzuziehen, führte sie über Leverkusen schließlich nach Remscheid, wo Hartmut bei Vaillant eine Anstellung fand. Den Kontakt halten die Otrembas aufgrund ihres Alters auch über ihre Geburtstage. Elke Götz, Mutter des Vorsitzenden Michael Götz, ist die Beauftragte, die allen Über-70-Jährigen jährlich einen Vereinsgruß in Form von Wein und Keksen vorbeibringt und ein Schwätzchen hält. Auch an den Feiern nehmen die Otrembas weiter teil.

Drei Standorte für die zweijährig stattfindende Kirmes haben sie kennengelernt. Einst wurde die Dorffete in der scharfen Kurve abgehalten, wo der Vorsitzende sein Haus hat. Dann wurde sie auf dem Spielplatz Anton-Küppers-Weg ausgerichtet. Als dieser saniert wurde, verschlug es die Einigkeit 2017 zum evangelischen Gemeindehaus Hasten. Dort feiert die Einigkeit Anfang September zum dritten Mal. Zwischendurch gab es eine Ausnahme. Seinen 125. Geburtstag beging der Verein 2018 mit einem „Special“. Mit neuer Vereinsfahne (1x1 Meter groß) trafen sich vor drei Jahren alle Könige zum Hahneköppen.

Niemals geht man so ganz vom Büchel. Bei den Otrembas heißt dies, dass eine der beiden Töchter im Ort lebt. Imke wird die Familientradition aufrecht erhalten. Bei der Kirmes ist sie natürlich dabei.

Hahneköppen

Vom 2. bis 4. September findet die Bücheler Kirmes dieses Jahr am Hastener Gemeindehaus statt. Freitag spielt eine Live-Band, Samstag ist Kinderspaß, abends legt ein DJ auf. Der Sonntag beginnt mit einem Frühschoppen, nachmittags folgt das Hahneköppen.

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