Partnerstadt

Verein fehlen Ansprechpartner in Presov

Hauptversammlung des Vereins Städtepartnerschaft Remscheid – Presov: Vorsitzender Udo Dalitz (stehend) begrüßte Donnerstagabend in der Denkerschmette zehn Mitglieder.
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Hauptversammlung des Vereins Städtepartnerschaft Remscheid – Presov: Vorsitzender Udo Dalitz (stehend) begrüßte Donnerstagabend in der Denkerschmette zehn Mitglieder.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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Partnerschaft mit der slowakischen Stadt befindet sich in einer Sackgasse – Vorsitzender geht auf Kontaktsuche.

Remscheid. Der Partnerschaftsvertrag zwischen Remscheid und Presov wurde am 17. April 1989 unterzeichnet, der Partnerschaftsverein 2003 ins Leben gerufen. Regelmäßige Besuche der Bürger zwischen den 1300 Kilometer entfernt liegen Städten im Bergischen und der Slowakei sind das Ziel. Doch die Völkerverständigung lahmt. Ein Austausch findet derzeit nur auf offizieller Ebene (Verwaltung/Politik) und mit dem Leibniz-Gymnasium statt.

Der hiesige Partnerschaftsverein hat kein Gegenüber. „Die letzten drei Jahre ruht still der See. Es gibt keine Kontakte mehr“, bedauert Udo Dalitz, der Vorsitzende. Das liegt nicht nur an Corona. In der 87 000-Einwohner-Stadt gibt es keine Ansprechpartner mehr auf Bürgerebene, geschweige denn einen entsprechenden Verein. Über Jahre hatten die Remscheider losen Kontakt zu Deutschlehrerinnen in Presov. Der aber ist eingeschlafen. Auch in Remscheid rührt sich wenig. 45 Mitglieder zählt der Verein, das Durchschnittsalter liegt jenseits der 70, Zuwachs gibt es keinen.

2017 fand die letzte einwöchige Reise nach Osteuropa statt mit Flug nach Budapest, von dort vier Stunden weiter mit dem Bus. Mit 19 Teilnehmern war sie gut besetzt. „2019 gab es nur noch einen Interessenten“, stellt Dalitz fest. Die Tour entfiel. Mittlerweile ist auch Reisen so teuer geworden, dass Dalitz allein aufgrund der Kosten nicht dran glaubt, dass das Interesse an einem Besuch in der Slowakei absehbar steigen wird.

Udo Dalitz hatte vor, sich im Juni an die offizielle Delegation mit den Kommunalpolitikern Anke Fellner, Jürgen Heuser und Beatrice Schlieper dranzuhängen, die regelmäßig das Stadtfest in Presov am 2. Wochenende im Juni besucht. „Ich wollte Anreise und Unterkunft selber bezahlen, trotzdem wurde das aber von der Stadt Remscheid abgelehnt.“ Der Vorsitzende begreift dies nicht. „Man hat den Eindruck, dass man den Verein links liegen lässt.“

Auf der Mitgliederversammlung in der Denkerschmette wurde die Problematik am Donnerstagabend besprochen. Einhellige Meinung: Noch mal einen Anlauf nehmen. Udo Dalitz, ehemaliger Jugendleiter der SG Hackenberg, kam über das Pfingstturnier der SHG mit den Slowaken in Berührung, die Nachwuchsteams geschickt hatten. Um die Jahrtausendwende reiste Dalitz mit einer C-Jugend erstmals in die zweitgrößte Stadt der Ostslowakei. Presov gefiel ihm. „Die Gastfreundschaft ist riesig, die Landschaft um die Stadt herum wunderschön.“

Dalitz trat dem Partnerschaftsverein bei, und übernahm vor ein paar Jahren, weil niemand mehr wollte, dessen Führung. Der Verein unterstützte in der Vergangenheit sowohl die Schüleraustausche wie die Semesterferienarbeit der Presover Studenten in Remscheid mit seinen finanziellen Mitteln. Ob Letzteres nach Covid-19 wieder auflebt, muss sich zeigen. Anke Fellner will sich darum bemühen.

Die Partnerschaft des Leibniz-Gymnasiums mit dem evangelischen Gymnasium Presov geht nach der Zwangspause weiter. Diese Woche machte Schulleiter Dr. Thomas Giebisch die Fortsetzung klar. In den ersten beiden Wochen nach den Osterferien 2023 werden Presover Schüler in Lüttringhausen erwartet. Die jetzigen Stufen 8/9 sind aufgerufen, die Gäste privat eine Woche zu beherbergen. Wer sich bereiterklärt, erwirbt 2024 das Anrecht für einen Gegenbesuch in der Stufe 9/10. Jahrelang hatte Lehrer Klaus Fey den Austausch mit Czernowitz in der West-Ukraine aufgebaut, später den mit Presov federführend gepflegt. Nach seiner Pensionierung haben nun die Lehrerinnen Marina Rohn und Jolanta Ruda-Dietrich die Aufgabe übernommen. Ruda-Dietrich ist schulintern die Beauftragte für Schüleraustausche.

Giebisch befürwortet die Fortsetzung: „Presov ist ein sehr schöner Austausch, weil ungewöhnlich.“ Slowakisch spricht niemand, gleichwohl läuft die Verständigung über Deutsch und Englisch. Um die 15 bis 20 Leibniz-Schüler sind bislang immer mitgeflogen.

Schule ist eine solide Basis, um Austausche über Ländergrenzen auf ein sicheres Fundament zu stellen. Quimper in Frankreich ist der beste Beweis. Dass sich aber auch andere Partnerschaftsvereine schwertun, der Idee der Völkerverständigung Leben einzuhauchen, weiß Udo Dalitz. Vielleicht, überlegt er, hilft es, wenn es einen Zusammenschluss der Partnerschaftsvereine in Remscheid gibt.

Der Vorstand

Vorsitzender des Presov-Vereins ist Udo Dalitz, 2. Vorsitzende Jutta Paul-Fey, Kassierer Harald Mohr, Schriftführerin Alexandra Wöllner, Beisitzer Hans Mundt-Frohberg; Kontakt über Tel. (0 21 91) 66 19 13 (Dalitz).

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