Kanalhaie unterwegs

Verbraucherzentrale warnt - und bittet um Mitarbeit

Immobilienbesitzer sind nur selten zur Überprüfung der Kanäle verpflichtet, sagt die Verbraucherzentrale.
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Immobilienbesitzer sind nur selten zur Überprüfung der Kanäle verpflichtet, sagt die Verbraucherzentrale.

Unseriöse Werbung, unnötige Arbeiten, überteuerte Rechnungen: Die „Kanalhaie“ sind wieder unterwegs.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die „Kanalhaie“ sind wieder im Bergischen unterwegs, melden die örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW: „Derzeit entdecken Hauseigentümerinnen und -eigentümer mancherorts in ihren Briefkästen einen Flyer, der den Eindruck erweckt, von der örtlichen Stadtentwässerung zu stammen.“ Die Flugblätter würden für eine Inspektion werben, die angeblich zusammen mit der Stadt durchgeführt wird. Die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht - und verknüpft dies mit einer Bitte.

Um rechtliche Schritte gegen diese Kanalunternehmen prüfen zu können, bittet die Verbraucherzentrale darum, die Flyer einzusenden. Entweder per Post an die Zentrale in Düsseldorf (Verbraucherzentrale NRW e.V.; Projekt Klimafolgen und Grundstücksentwässerung; Mintropstraße 27; 40215 Düsseldorf), per Fax (0211/3809452) oder auch per Mail abwasser@verbraucherzentrale.nrw

30 Jahre im Dienst des Verbrauchers

Das Vorgehen der unseriösen Firmen sei meist ähnlich, berichtet Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale: Interessenten würden aufgefordert, den Flyer auszufüllen und an die Firma zurückzuschicken. „Auf diese Weise erhält der Rohrsanierer die Kontaktdaten und schickt im Anschluss einen Mitarbeitenden zur mitgeteilten Adresse.“ Nach der Inspektion versuche die Firma dann, den Eigentümer zu einer „stark überteuerten und im schlimmsten Fall unnötigen Sanierung“ zu überreden.

Zumal die angebotene Inspektion meist schon nicht notwendig sei. Dass Grundstückseigentümer überhaupt zu Überprüfung ihrer Abwasserleitungen verpflichtet sind, sei die Ausnahme, berichtet Schwertner: „Fragen dazu beantwortet die Verbraucherzentrale NRW im Rahmen einer kostenlosen Beratung zur Prüfung und Sanierung privater Abwasserleitungen.“ Liege ein solcher seltener Fall doch mal vor, sei es ratsam, mehrere schriftliche Angebote einzuholen, um Leistungen und Preise in Ruhe miteinander vergleichen zu können.

Grundsätzlich rate die Verbraucherzentrale dazu, sich nicht zu übereilten Aufträgen überreden und unter Druck setzen lassen, betont Lydia Schwertner: „Egal wie dringlich die angebliche Sanierung ist: Selbst bei schwerwiegenden Schäden kann man bis zu sechs Monate warten.“ Hat man sich doch zu einer Unterschrift drängen lassen, gelte bis zu 14 Tage nach Vertragsabschluss das Widerrufsrecht, von dem man auch noch nach Beginn der Arbeiten Gebrauch machen könne. Es erlischt nämlich erst bei vollständiger Erbringung der Leistung.

Zum Thema Kanalsanierung hat die Verbraucherzentrale NRW eine Telefon-Hotline geschaltet, an der montags und mittwochs von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags 13 bis 17 Uhr kostenfrei Beratung stattfindet: (0211) 3 80 93 00.

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