Gericht

Vater soll Töchter missbraucht haben

Das Landgericht in Wuppertal.
+
Das Landgericht in Wuppertal.

39-jähriger Remscheider wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 39 Jahre alter Angeklagter aus Remscheid steht unter dem Vorwurf des teils gewaltsamen, sexuellen Missbrauchs seiner zwei minderjährigen Töchter vor Gericht. Laut Anklage vor dem Landgericht Wuppertal sollen sich die Taten des getrennt lebenden Familienvaters ab Sommer 2017 in mehreren Wohnungen ereignet haben.

Einer der Vorwürfe reicht zehn Jahre zurück. Dabei soll das Mädchen sieben Jahre alt gewesen sein. Der Anwalt des Mannes lehnte für ihn zu Prozessbeginn den Gerichtspsychiater wegen Befangenheit ab: Dessen vorläufiges Gutachten Ermittlungsakten „strotze von Vorverurteilungen.“ Zu den Vorwürfen werde der Angeklagte schweigen.

Zuvor hatte das Gericht eine zusätzliche Berufsrichterin zum Verfahren hinzugezogen: Laut Psychiater komme eine Einweisung des Angeklagten als gemeingefährlichem, psychisch Kranken in Frage. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der 39-Jährige in einem Fall eine Tochter von einer Schule abholte und sich auf der Ladefläche seines Autos an ihr verging. Mehr als 60 weitere Taten soll er im Kinderzimmer begangen haben.

Bei dem zurückliegenden Vorfall geht es um eine Szene 2009 in der Familienwohnung: Der Angeklagte habe die damals Siebenjährige gefragt, ob sie wisse, „wie man Kinder macht.“ Es habe sich eine Vergewaltigung angeschlossen. Gewalt soll der Mann bei mehreren Gelegenheiten eingesetzt haben.

Zu dem psychiatrischen Gutachten erklärte der Anwalt: „Mein Mandant ist entsetzt von der Oberflächlichkeit.“ Der Gerichtsarzt mache sich alle Beschreibungen der mutmaßlich geschädigten Töchter zu eigen, die ja grade erst bewiesen werden müssten. Er beschreibe ihn als jemanden, der keiner Arbeit nachging und Alkohol, Cannabis und Kokain konsumiere. Zusätzlich unterstelle er, dass der 39-Jährige über Jahre kinderpornografische Videos im Internet konsumiert habe. Sein Mandant werde sich nicht von diesem Arzt untersuchen lassen.

Auf die Ablehnung hin verteidigte der Psychiater seine Arbeit. Die Staatsanwältin lehnte die Bedenken ab: Der Arzt habe seine Ausführungen deutlich als vorläufig gekennzeichnet.

Das Gericht will über die Ablehnung des Arzts später entscheiden. Den Angeklagten warnte die vorsitzende Richterin: „Es ist alles noch offen, die Beweisaufnahme steht noch aus. Aber ich kann Ihnen versichern, dass das Gericht auch Angeklagte verurteilen kann, die sich nicht äußern.“

Der Prozess wird Freitag, 26. März, fortgesetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Eventgarten auf dem Schützenplatz startet mit Schlager in Open-Air-Saison
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Corona: Inzidenz bleibt in Remscheid niedrig - Land überweist 200.000 Euro für Kinder
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
Brückensteig: Die Kletterer gehen an den Start
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein
In dieser Telefonzelle gibt es viele Seiten: Awo weiht Bücherbox ein

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare