Prozess

Vater soll Tochter vergewaltigt haben

+
Ein Angeklagter aus Remscheid muss nicht mehr mit seiner Zwangseinweisung in eine geschlossene Klinik rechnen.

Ein Angeklagter aus Remscheid muss nicht mehr mit seiner Zwangseinweisung in eine geschlossene Klinik rechnen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Ein 45 Jahre alter Angeklagter aus Remscheid muss im Prozess um die mutmaßliche Vergewaltigung seiner Tochter 2015 nicht mehr mit seiner Zwangseinweisung in eine geschlossene Klinik rechnen. Der Mann ist voll schuldfähig aus medizinischer Sicht, stellte ein Gerichtspsychiater am Dienstag im Landgericht Wuppertal fest. Der vorsitzende Richter informierte den 45-Jährigen, es gehe für ihn nun um Freispruch oder Strafe.

Laut Staatsanwaltschaft kam es zur Tat im März 2015 am damaligen Wohnort der Familie. Die Frau des Angeklagten sei am Morgen zur Arbeit gegangen, er habe seine damals 17 Jahre alte Tochter ins Schlafzimmer gerufen. Dann sei es zur Tat gekommen. Über die Abläufe befragte das Gericht die Tochter unter Ausschluss der Öffentlichkeit, um ihre Intimsphäre zu schützen.

Die psychische Gesundheit des Angeklagten geriet in Zweifel, nachdem er Weihnachten 2015 jegliche Kontrolle über sich verlor und in der Familienwohnung randalierte: Er soll mit Besteck, Scheren und weiteren Gegenständen um sich geworfen haben. Auslöser sei gewesen, dass er das Handy der mutmaßlich vergewaltigten Tochter kontrollieren wollte und sie es nicht so schnell entsperrt hatte, wie er wünschte. Die Tochter soll sich wenige Tage zuvor erstmals der Mutter gegenüber wegen der Vergewaltigung anvertraut haben.

Es sei damals keine Kommunikation mehr möglich gewesen, sagte die Mutter aus. Der Mann kam vorübergehend in eine psychiatrische Fachklinik. Die Familie trennte sich. Das Paar war 20 Jahre verheiratet.

Für den Angeklagten folgten weitere Klinikaufenthalte. Der Gerichtspsychiater stellte klar, dass Drogenkonsum des Mannes die Grundlage für seine Ausbrüche waren. Das habe sich mit der Pubertät seiner Kinder zugespitzt. Seit Ende 2019 allerdings lebe der Angeklagte praktisch drogenfrei.

Den Richtern beteuerte der Mann seine Unschuld: „Ich bin gewalttätig und aggressiv, aber ich bin nicht das sexuelle Monster, als das man mich hier darstellt.“

Die Plädoyers erfolgten nichtöffentlich, um die Tochter zu schützen. Das Gericht will heute sein Urteil verkünden.

Im Gerichtsverfahren gegen die mutmaßliche Brandstifterin, die im Februar 2018 ein Feuer im Sana-Klinikum gelegt haben soll, wird das Urteil für den 14. Dezember erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Michael Wellershaus: „Täter sind skrupellos und professionell“
Morsbach: Anwohner suchen Gespräch mit dem Wupperverband
Morsbach: Anwohner suchen Gespräch mit dem Wupperverband
Morsbach: Anwohner suchen Gespräch mit dem Wupperverband
Pensionslasten für die Stadt werden weiter steigen
Pensionslasten für die Stadt werden weiter steigen
Pensionslasten für die Stadt werden weiter steigen
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung
Alpaka-Spaziergang ist die beste Bescherung

Kommentare