Gefährliche Körperverletzung

Vater und Sohn zu Haftstrafen verurteilt

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Das Amtsgericht in Remscheid.

Nach drei Stunden stand für die Richterin im Amtsgericht Remscheid fest, dass sich das Vater-Sohn-Gespann strafbar gemacht hatte.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Nach drei Stunden stand für die Richterin im Amtsgericht Remscheid fest, dass sich das Vater-Sohn-Gespann auf der Anklagebank wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs strafbar gemacht hatte. Ergebnis: acht Monate Haft für den Vater, sieben für den Sohn. Beide zur Bewährung ausgesetzt.

Der 46 Jahre alte Vater hatte offenbar die Trennung von seiner Frau und gleichzeitig die Mutter des zweiten Angeklagten, nicht verkraftet. Denn als er am 6. Mai an der Wohnung der Frau in Remscheid vorbei fuhr und das Auto eines anderen Mannes sah, wollte er dringend wissen, was da vor sich geht. Er rief seinen Sohn dazu. Die beiden stießen gewaltsam die Tür auf, stürzten auf den fremden Mann, schlugen und traten ihn. Das sah die Richterin als bewiesen an, auch, wenn die beiden Angeklagten abstritten, den Mann geschlagen und getreten zu haben. Die Frau machte von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Der Sohn hätte ihn sofort am Hals gepackt, gab der Geschädigte an. Dann sei der Vater dazu gekommen. Beide hätten ihn geschlagen und getreten und der 46-Jährige zudem damit gedroht, ihn über die Balkonbrüstung zu stoßen.

Den gesamten Prozess durch legte der 46-jährige Angeklagte ein aggressives und respektloses Verhalten an den Tag. Immer wieder fiel er der Richterin ins Wort, antwortete, obwohl sein Sohn befragt wurde. Und auch bei der Aussage des Geschädigten konnte er nicht an sich halten.

Remscheid: Sohn bricht vor dem Urteil weinend zusammen

Dieses Verhalten habe er auch am Tattag gezeigt, erklärte ein Polizist im Zeugenstand: „Es war problematisch, ihn zu bändigen.“ Beide Angeklagten hätten die Schläge sofort zugegeben. Und wieder redete der völlig aufgebrachte 46-Jährige lautstark dazwischen: „Der Mund geht von alleine auf, wenn ich so einen Blödsinn höre.“ Der Richterin reichte es. Sie verhängte 250 Euro Ordnungsgeld gegen den Mann.

Kurz vor der Urteilsverkündung brach der Sohn zusammen, fing hemmungslos an, zu weinen, brauchte eine Pause. Als Bewährungsauflage müssen der Vater 800 Euro und der Sohn 400 Euro an den Verein für Bewährungshilfe zahlen.

Körperverletzung, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, tätliche Beleidigung, Bedrohung – die Liste der Vorwürfe gegen einen Angeklagten im Amtsgericht Remscheid war lang.

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