Maßnahmenpaket

Vandalismus und Müll: Das Parkhaus am Hauptbahnhof bleibt ein Problemfall

Die Größen des Parkhauses wird mit Blick von St. Suitbertus deutlich. Vandalismus und Müll prägen das Bild.
+
Die Größe des Parkhauses wird mit Blick von St. Suitbertus deutlich.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

Stadt verhandelt mit Park Service Remscheid über Dienstleistungsvertrag am Hauptbahnhof. So sollen Vandalismus und Müll verhindert werden.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Demolierte Türen, zersplittertes Glas, Schmierereien an den Wänden, Müll und zahllose Zigarettenkippen prägen nach wie vor das schmuddelige Bild im P+R-Parkhaus am Hauptbahnhof: „Kürzlich wurde der Aufzug wieder beschädigt. Das hätte schlimme Folgen haben können. Es ist ein Irrsinn“, berichtet Stadtdirektor Sven Wiertz, für den der Problemfall Parkhaus längst ein Dauerbrenner ist.

So soll Vandalismus verhindert werden

Vandalismus am Parkhaus.

Um dem Vandalismus Herr zu werden, schnürte er mit dem Gebäudemanagement ein ganzes Maßnahmenpaket. Ein externer Wachdienst ist laut Angaben der Verwaltung rund 30 Stunden pro Woche im Einsatz, um nach dem Rechten zu schauen und Fehlverhalten zu unterbinden. Zudem erfolgten Tageskontrollen zu wechselnden Zeiten. Diese umfassen auch die „grobe Reinigung“ der Parkdecks. Sämtliche Abfallbehälter aller 13 Etagen würden einmal wöchentlich durch die Technischen Betriebe geleert.

Das alles ändert aber am Grundproblem nur wenig, wie Baudezernent Peter Heinze feststellt. „Es ist ein offenes Parkhaus, zu dem jeder Zutritt hat. Gerade in den Sommermonaten führt dies dazu, dass Partys gefeiert werden.“ Mit Begleiterscheinungen, die ganz sicher nicht zur Aufenthaltsqualität beitragen.

Für mehr Ordnung soll nun die Park Service Remscheid GmbH (PSR) sorgen, die in Remscheid sechs eigene beziehungsweise gepachtete Parkeinrichtungen mit rund 1200 Stellplätzen unterhält. „PSR kennt sich mit der Bewirtschaftung von Parkhäusern bestens aus“, erklärt Heinze, der Verhandlungen über einen Dienstleistungsvertrag führt.

Das heißt: Die Stadt würde PSR damit betrauen, die Anlage in ihre Obhut zu übernehmen. Heinze spricht in diesem Zusammenhang von einem „Rund-um-Versorgungspaket“. Unternehmenssprecher Armin Freund bestätigt, dass die Verhandlungen zwischen Stadt und PSR mittlerweile sehr konkret seien.

Es geht unter anderem darum, Aufwand und Manpower zu berechnen.

Armin Freund über das Angebot von Park Service Remscheid

Auf der Grundlage von Daten und Zahlen, „die noch zusammengeführt werden müssen“, werde das Unternehmen ein Angebot für die Dienstleistungen unterbreiten. „Es geht unter anderem darum, Aufwand und Manpower zu berechnen“, erklärt Freund. Grundlage sollen zum Beispiel Informationen des städtischen Gebäudemanagements sein, das sich bisher um das Parkhaus kümmert. Nach der PSR-Offerte sei die Kämmerei am Zug, die ermitteln müsse, ob die Dienste des Partners für die Stadt Remscheid wirtschaftlich seien, fügt Peter Heinze hinzu.

Neue Zufahrtsregeln könnten helfen

Vandalismus und Müll prägen das Bild.

Für den Kampf gegen den Vandalismus könnten aus seiner Sicht neue Zufahrtsregeln einen Beitrag leisten - mittels eines Parktickets, das allerdings gratis sein soll. Eine Schrankenanlage müsse her. „Dort können die Nutzer dann eine Karte ziehen, die aber keine Kosten nach sich zieht. Mit dem Null-Ticket haben auch andere Kommunen positive Erfahrungen gesammelt“, berichtet Heinze. Die Anlage bekäme so den Charakter eines geschlossenen Parkhauses.

Dies ändert aber nichts an einem weiteren Problem: Der Anlage fehlt ein Wasserzugang. „Das ist beim Bau des Parkhauses nicht glücklich gewesen. Und rächt sich nun“, erklärt Heinze mit Blick auf die Reinigungsarbeiten, die sich als durchaus aufwendig entpuppen.

Die Sanierung des Aufzugs, der in den letzten Jahren immer wieder schwer beschädigt wurde, schließt Stadtdirektor Wiertz unterdessen für die nahe Zukunft aus. „Erst einmal muss das Parkhaus sicher sein.“ Ansonsten seien Sanierungskosten in sechsstelliger Höhe nicht zu rechtfertigen.

City in Remscheid soll autoärmer und verkehrsberuhigter werden

Tochter der Stadtwerke

Die Park Service Remscheid GmbH ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Remscheid. Es bewirtschaftet unter anderem die Tiefgarage am Rathaus, das Parkhaus Allee-Arkaden, den Theaterparkplatz an der Ecke Konrad-Adenauer- / Scharffstraße sowie Parkhaus und Parkplatz an der Daniel-Schürmann-Straße. Gegründet wurde das Tochterunternehmen der Stadtwerke 2004.

Standpunkt von Frank Michalczak: Alles hat seinen Preis

frank.michalczak@rga.de

Seit etlichen Jahren befassen sich Ortspolitiker und Verwaltungsmitarbeiter mit der Frage, wie dem Vandalismus im Parkhaus am Hauptbahnhof beizukommen ist. Nun soll es Park Service Remscheid (PSR) richten.

Und schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Stadt das umfangreiche Dienstleistungspaket alles andere als zum Nulltarif erhalten wird. Regelmäßige Wartungsarbeiten, Reinigung und vor allem aber der personelle Einsatz bei den Kontrollen werden ihres Preis haben, den schlussendlich der Steuerzahler aufbringen muss.

Die Allgemeinheit bezahlt auch all die Schäden, die in der Anlage im Laufe der Jahre entstanden. Der Aufzug, der immer wieder demoliert wurde, ist da nur ein trauriges Beispiel für das Unwesen, dem auch durch mehr sichtbare Polizeipräsenz begegnet werden könnte. Alleine wird PSR das Problem kaum lösen können. Da muss ein engmaschiges Sicherheitskonzept her.

Lesen Sie auch: Remscheids Taxipreise könnten im Herbst steigen

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Bayram Ö. wegen versuchten Totschlags angeklagt
Bayram Ö. wegen versuchten Totschlags angeklagt
Bayram Ö. wegen versuchten Totschlags angeklagt
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger

Kommentare