Konzert

Van Anderen: So war das erste Konzert ohne Maske im Miro

Frontmann Sebastian „Doc Rock“ Rehbold rockte im Publikum - zum ersten Mal konnte im Miro gefeiert werden wie in den Zeiten vor Corona.
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Frontmann Sebastian „Doc Rock“ Rehbold rockt im Publikum - zum ersten Mal konnte im Miro gefeiert werden wie in den Zeiten vor Corona.

Die Gage des Abends soll Menschen aus der Ukraine helfen. Doc Rock selbst war mit einem Hilfstransport unterwegs.

Von Peter Klohs

Remscheid. Nach den vergangenen 25 Monaten, in denen man nur wenige Menschen ohne Masken gesehen hat, ist das extrem gut besuchte Miro an der Scharffstraße am Freitagabend schon ein gewöhnungsbedürftiger Anblick: Keiner der Besucher trägt einen Schutz. Nach Monaten des kulturellen Stillstands geht es nun wieder los mit Konzerten in der beliebten Location. Am Freitagabend spielte die Remscheider Coverband Van Anderen. Und man darf es vorwegnehmen: Das Haus wurde ordentlich gerockt.

Frontmann der Band ist Dr. Sebastian Rehbold, auch bekannt als Doc Rock. Zu Beginn des mehrstündigen Konzertes berichtete er, wie er in der dritten Märzwoche in Sachen Hilfe für die Ukraine unterwegs war. Zahlreiche Hilfsgüter habe er an die Grenze zwischen Polen und das von Russland überfallenen Nachbarland Ukraine gebracht - vor allem Medikamente.

„Aber weitere Hilfsgüter sind dringend nötig“, befand der Sänger. Wie seine fünf Mitmusiker spendete er die Gage des Abends. Miro-Inhaber Torsten Dehnke rundete die so zusammengekommenen 312 Euro großzügig auf 400 auf, die ukrainischen Menschen zu Gute kommen.

Die Band hatte den Abend in drei Sets aufgeteilt. Ging es zu Anfang mit John Lennons „Imagine“ noch sehr gemäßigt los, änderte sich dies jedoch rasch. „Sweet home Chicago“, ein waschechter Blues, der durch die Version der Blues Brothers zu Bekanntheit gelangte, zog Stimmung und Tempo schon beträchtlich an. Und bereits beim dritten Stück des Abends, „Honky Tonk Women“ von den Stones, war den 70 Besuchern klar, wohin die musikalische Reise gehen würde.

Von BAP bis Status Quo

Auf dem Programm standen hauptsächlich Rock-Klassiker der vergangenen 50 Jahre: Status Quo, Bryan Adams, Whitesnake, Steppenwolf, Kid Rock. Das zweite Set stellte deutsche Musik in den Vordergrund: BAPs „Verdamp lang her“ stand fast symbolisch für diesen Abend nach so langer Corona-Pause. Einige Songs von Westernhagen belebten die Setlist ebenso wie die Spider Murphy Gang. Es ist schon großes Kino, wie die Band den Spagat zwischen „Highway to hell“ und „Joanna“ schafft, ohne dass es wie ein gigantischer Bruch klingt.

Besucher Jost, Endvierziger aus Remscheid, freute sich ungemein, wieder maskenlos feiern zu dürfen. „Auch wenn eine nicht so gute Band heute Abend hier gespielt hätte, wäre ich gekommen“, sagt er. „Es geht nichts über einen ungezwungenen Konzertbesuch. Nach so einer langen Zeit ist da die Klasse der Musik schon zweitrangig. Aber die Musik von Van Anderen ist erstklassig.“

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