Allen-Forrester Band tritt im Haus Eifgen auf

US-Gitarristen schätzen hiesige Clubszene

New Yorker, die den Southern Rock lieben: Josh Allen (l.) und Ben Forrester (r.) mit ihrem deutschen Bassisten Hendrik Herder. Foto: Emanuel Schwatz
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New Yorker, die den Southern Rock lieben: Josh Allen (l.) und Ben Forrester (r.) mit ihrem deutschen Bassisten Hendrik Herder.

Josh Allen und Ben Forrester hat der Southern Rock inspiriert.

Von Andreas Weber

Remscheid. Blonde, wallende Haarpracht, Vollbart, Cowboyhut on top, darunter eine robuste Statur. Die Übereinstimmung ist verblüffend und deshalb verwundert es nicht, dass Ben Forrester bei Konzerten von Besuchern schon mal ungläubig angestarrt und zur Reinkarnation von Ronnie Van Zant erkoren wird. Unangenehm ist dem 33-jährigen US-Amerikaner die Verwechselung mit dem 1977 bei einem Flugzeugabsturz früh verstorbenen, legendären Sänger nicht.

Lookalike des verstorbenen Lynyrd-Skynyrd-Frontmanns zu sein, damit kann ein beseelter Gitarrist leben, der vom Southern Rock und Größen wie Allman Brothers, Marshall Tucker und Lynyrd Skynyrd inspiriert wurde. Mit Josh Allen, seinem Kumpel aus alten New Yorker Zeiten, tourt Ben Forrester derzeit zum zweiten Mal auf dem europäischen Kontinent. 14 Gigs spielt die Allen-Forrester Band zurzeit in Deutschland, kommenden Sonntag macht sie im Haus Eifgen in Wermelskirchen Station.

Dreh- und Angelpunkt ist der klassische Twin-Guitar-Sound, dem die beiden Freunde in einem Mix aus Blues und Rock einen neuen Anstrich verleihen. Oft mit eigenem Material, aber auch mit Coverversionen von den Black Crowes, Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, Georgia Satellites. Ein Grateful-Dead-Song sei diesmal auch dabei, kündigt Ben Forrester an. Beim Zoom-Gespräch mit dem RGA sitzt er in einem kleinen Studio in Nürnberg, wo Ben mit seiner Ehefrau Eva lebt. Die Liebe hat ihn vor sieben Jahren nach Bayern verschlagen und Deutschland zu seiner neuen Heimat werden lassen. Josh Allen ist am Tag davor aus den USA eingeflogen, fünf Tage vor dem Tourauftakt in Dessau. Der 41-Jährige ist in Great River bei Islip/Long Island beheimatet, unweit von Bens familiären Wurzeln in Holbrook.

Bei Euch geben die Leute Neuem eine Chance.

Josh Allen, Gitarrist aus New York

In den Staaten ist der Kulturbetrieb in Covid-Zeiten auch wieder zu einer gewissen Normalität zurückgekehrt. Die Verordnungen in New York gestatten Konzerte mit 2G. So weit, so ähnlich. Einen riesigen Unterschied erkennt Josh jedoch im Vergleich USA und Deutschland. „Hier bei Euch geben die Leute Neuem eine Chance. Sie wollen gut unterhalten werden. Spielst du in den USA in einem Club, wollen die Besucher die bekannten Stücke hören. Spielst du sie nicht, hören sie Dir nicht mehr zu.“ Josh Allen sagt das mit einem bitteren Unterton, der aber auch die Wertschätzung für Europa und Deutschland verrät. Die Club-Szene öffnet sich hier auch interessanten, unbekannteren Bands. Sich in dem hart umkämpften Konzertmarkt durchzusetzen, fällt in Europa einfacher.

Neben den Protagonisten an der Bühnenfront, bilden zwei deutsche Musiker das Rückgrat der vierköpfigen Allen-Forrester Band: Schlagzeuger Matze Böhm, ansonsten mit der Mittelalter-Rockern dArtagnan in einem anderen Genre unterwegs und Bassist Hendrik Herder. Die erste Formation, mit der Ben Deutschland bespielte, die Ben Forrester Band, existiert nicht mehr. Gleichwohl hat er sich mit seiner Frau Eva, Dozentin an der Uni Erlangen-Nürnberg für Neuere deutsche Literatur mit historischem Schwerpunkt, 2019 ein zweites, spannendes Standbein geschaffen.

Ihre Agentur EBF Music bietet internationalen Künstlern Tourneeplanung in Europa und stellt die Begleitmusiker. Eva kümmert sich um Management und Booking, Ben spielt in der „Pick-up-Band“ Gitarre, besorgt die weiteren Mitstreiter, fungiert als musikalischer Direktor und lenkt den bandeigenen Van. Im Portfolio von EBF stehen Namen wie Jonah Smith, Jade MacRae, Paulie Cerra und Teresa James.

Live spielen ist für Ben nach Monaten ohne Publikumskontakt momentan die oberste Devise. „Every gig counts“, betont er. Jeder Auftritt zählt.

Blues im Eifgen

Der Auftritt der Allen-Forrester Band am Sonntag, 28. November (20 Uhr; Eintritt frei, eine Spende wird aber gern gesehen) im Haus Eifgen (neben dem Eifgen-Stadion) ist der Höhepunkt eines Wochenendes, das dem Blues gewidmet ist. Der Auftritt des Phil Seeboth Blues Projects am Freitag wurde zwar abgesagt, aber am Samstag , 27. November (20 Uhr; Eintritt: VVK 18, Abendkasse 22 Euro) spielt Roger´s Rolling Blues Revue im Haus Eifgen, präsentiert von Roger C. Wade und Marion Wade. Es gilt die 2G-Regel.

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