Erinnerungen an alte Zeiten

Ursula Durach bereiste China als Mao an der Macht war

Ursula Durach (99) erinnert sich gerne an ihren China-Besuch vor 56 Jahren. Sie hat bereits 1983 für den RGA eine Serie über Albanien geschrieben. Die 99-Jährige kommt auch mit dem Tablet klar und nimmt an Videokonferenzen teil. Foto: Roland Keusch
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Ursula Durach (99) erinnert sich gerne an ihren China-Besuch vor 56 Jahren. Sie hat bereits 1983 für den RGA eine Serie über Albanien geschrieben. Die 99-Jährige kommt auch mit dem Tablet klar und nimmt an Videokonferenzen teil.

Ursula Durach ist 99 Jahre alt. Bereits 1966 besuchte sie zur Zeit der Kulturrevolution das Land. Gerne erinnert sie sich daran.

Von Sabine Naber

Remscheid. 1966, in dem Jahr, in dem die „Große Proletarische Kulturrevolution“ von Mao Tse-tung und seinen Verbündeten in der Volksrepublik China gestartet wurde, bekam die Remscheiderin Ursula Durach die Gelegenheit, ins Land der Mitte zu reisen. „Und jetzt, wo dort gestern die Olympischen Spiele begonnen haben, da kommen so viele Erinnerungen wieder hoch“, sagt die 99-Jährige. Und möchte sie gerne mit den RGA-Lesern teilen.

Schon als Kind habe sie die Reise-Gene in sich gehabt und als Jugendliche Bilder aus Peking gesehen. „Da wollte ich hin“, habe schnell festgestanden. Als sie dann las, dass Tigges-Reisen eine große Ostasienreise bewarb, zu der als Vorprogramm zehn Tage in China gehörten, da habe sie nicht widerstehen können. „Damals gab es noch keine durchgehenden Flüge dorthin. Und nur ganz bestimmte Maschinen durften fliegen. Wir warenlänger als zwei Tage unterwegs, flogen von Frankfurt über London, Beirut, Teheran und Bangladesch“, kann sie sich noch gut erinnern.

Auch an die Warnungen, es könnte bei dieser außergewöhnlichen Reise Schreckliches passieren. „Aber die Befürchtungen waren unnütz, als Touristen wurden wir überall höflich und zuvorkommend behandelt.“ Auf dem Flugplatz in Shanghai sei die zehnköpfige Reisegruppe, von einem Angestellten des chinesischen Travel-Service freundlich begrüßt worden. Lautsprechermusik habe sie in der Halle empfangen. Mao-Bilder hingen an den Wänden, junge Leute – teils in Soldatenuniform – saßen in Gruppen zusammen und lasen in einem kleinen roten Buch Maos Gedanken und Zitate.

Paläste, Tempel, Parks mit Seen und vieles mehr haben Durach auf ihrer Reise nach China beeindruckt

Mit einer Propellermaschine ging es weiter nach Peking. „Während des Flugs standen zwei Stewardessen im Gang und sangen ‚Der Osten ist rot‘. Die Melodie habe ich heute noch im Ohr, so oft haben wir sie auf dieser Reise gehört.“ Im Hotel in Peking sei sie morgens vom Klingeln unzähliger Fahrräder geweckt worden, mit denen die Leute zur Arbeit fuhren. „Und als ich aus dem Fenster guckte, da standen Menschen auf dem Bürgersteig und machten Tai Chi.“ Sie seien herumgeführt worden, hätten einen tollen Ausblick auf die Palastanlage der Verbotenen Stadt gehabt. „Auf Umwegen und durch ein abgelegenes Tor sind wir dann sogar in die Verbotene Stadt gekommen. Der ganze Zauber fernöstlicher Kunst und Kultur bot sich uns. Das war sensationell“, sagt Ursula Durach.

Sie habe in Peking Paläste, Tempel, Parks mit Seen und Teichen, Pavillons und Pagoden gesehen. Auch die alte, romantische Kaiserstadt Hangchow habe sie begeistert. Mit der Eisenbahn ging es weiter in Richtung Süden.

„In dem Zug, in dem wir auch übernachtet haben, war alles tadellos sauber. Und das Essen hat mir auch gut geschmeckt.“ Vorbei sei es an interessanten Landschaften, zahlreichen Dörfern und bestellten Feldern gegangen.

Vor fünf Jahren besuchte sie den Enkel in Los Angeles

Nach zehn Tagen erreichte die Gruppe Hongkong. Hier startete die fünfwöchige Ostasienreise, rund 25 Gäste kamen dazu. Es ging unter anderem nach Japan, Bali und Kambodscha. Dort sei sie zweimal, einmal vor und einmal nach dem Vietnamkrieg gewesen. „Ich habe außer dieser noch sehr viele Reisen gemacht. Vor fünf Jahren bin ich beispielsweise noch alleine zu meinem Enkel nach Los Angeles geflogen. Und alle Reisen hatten ihren besonderen Zauber. Aber China, das war meine erste, ganz weite Reise. Das war zu dieser Zeit schon etwas Besonderes“, sagt Ursula Durach.

Engagement

Ursula Durach ist seit 42 Jahren in der FDP. Sie hat beispielsweise im Ausländer- und im Behindertenbeirat mitgearbeitet, sitzt heute noch im Sozialausschuss. Per Videokonferenz nimmt sie an den Fraktionssitzungen teil.

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