Neues Angebot begeistert

Unternehmen werben im Allee-Center um Nachwuchs

Stark frequentierte Ausbildungsmesse im Allee-Center: Am Stand der Firma Wurm berät Guido Hessenbruch (l.).
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Stark frequentierte Ausbildungsmesse im Allee-Center: Am Stand der Firma Wurm berät Guido Hessenbruch (l.).

Ausbildungsbörsen gab es in Remscheid in den vergangenen Jahren in regelmäßigen Abständen. Die Ausbildungsbörse am ersten Advent bildete im Vergleich der Vorgängerinnen eine Ausnahme.

Von Peter Klohs

Remscheid. Erstmals fand die Veranstaltung im Herzen der Stadt, im Allee-Center statt. Zudem reizte die Remscheider Innenstadt mit einem verkaufsoffenen Sonntag, der auch das Center einbezog. Der Testlauf gelang.

Kurz nach dem Beginn der Börse um 13 Uhr gab es von Seiten der Aussteller erste positive Rückmeldungen. „Doch, das merken wir schon jetzt“, sagte Leon Schroth, Ausbilder bei der Wurm GmbH & Co.KG mit Sitz im Morsbachtal. „Wir haben drei oder vier interessante Gespräche geführt.“ Das Unternehmen, dessen Kernkompetenz im Bereich der Kälte- und Gebäudetechnik liegt, sucht acht Auszubildende. „Wenn sie gut sind, auch gerne mehr“, sagt Schroth und legt Wert darauf, dass „gut“ für das Unternehmen mehr ist als ein Blick auf die Noten des Auszubildenden. Das aktuelle Ausbildungsjahr ist zwar „abgehakt“, aber für 2023 darf man sich gerne per Mail beim Unternehmen bewerben. Technische Affinität ist sicherlich hilfreich.

Direkt nebenan ist der Stand des B. Boll Verlages/RGA, wie alle anderen Stände klassisch aufgebaut. Alexander Erkelenz und Julia Ziegler erklären Interessenten, welche Arbeiten man als Medienkaufmann zu erledigen hat, dessen Lehrzeit offiziell zweieinhalb Jahre beträgt. Auch bietet der Verlag ein duales Studium im Studiengang General Management an.

Auch die Stadt Remscheid beteiligt sich an der Ausbildungsbörse. Gesucht wird eine breite Palette an Azubis: Angefangen bei medizinischen Fachangestellten über Fachkräften für Abwassertechnik bis zu Brandmeisteranwärtern bei der Berufsfeuerwehr reicht das Spektrum. „Oder auch Fachkraft für Veranstaltungstechnik“, sagt Ausbilder Roland Wegmann. „Das sind die Leute, die im Teo Otto Theater arbeiten.“

Beim Stand der Kreishandwerkerschaft informiert Fred Schulz mit Alexander Schmidt über einen möglichen Berufsweg. „Wir haben in allen Berufen Ausbildungsplätze frei“, sagt Schulz. „Und wir haben einen großen Vorteil: Unser Cut ist am 31. Dezember jeden Jahres.“ Auch hier ist das Angebot groß: Friseurlehrlinge werden ebenso gesucht wie Metallbauer, Steinmetze, Tischler, Zimmerleute und alle Berufe rund ums Auto. Wichtig sei es, so Schulz, wenn der Bewerbung an die Kreishandwerkerschaft eine Erklärung angefügt wird, die es der Kreishandwerkerschaft erlaubt, die Bewerbung an interessierte Unternehmen weiterzuleiten.

Der 17-jährige Gary hat sich noch nicht entschieden, ob er einen Handwerks- oder lieber einen Verwaltungsberuf ergreifen soll. Er lässt sich zahlreiches Info-Material zustecken und sammelt Eindrücke für seine Bewerbung. „So ist es richtig“, befindet Christine Köhler, Beraterin der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). „Wenn man nicht genau weiß, welcher Beruf für einen passend ist, gilt es, sich einen breitgefächerten Überblick zu verschaffen. Es gibt so viele Berufe, die man nicht kennt. Auch kann sich ein Praktikum als sehr hilfreich erweisen.“

Die IHK, die für Remscheid, Solingen und Wuppertal zuständig ist, sucht Azubis auf breiter Front. Carmen Bartl-Zorn, IHK-Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung, hält die Kombination für top, spricht von einem „tollen Familienevent“: „Es ist eine wunderbare Aktion, die Handel mit Bildung verbindet. Man geht in aller Ruhe Shoppen für den Gabentisch, informiert sich gleichzeitig über Lehrstellen.“ Die Nachfrage bei der Börse nach dem von der IHK mitgebrachten Info-Material, insbesondere konkrete Stellenangebote von bergischen Firmen, war so gewaltig, dass Dr. Daria Stottrop, Geschäftsführerin Handel, am frühen Nachmittag nach Wuppertal zurückfahren musste, um Nachschub zu besorgen.

Ausbau in 2023

Center-Manager Nelson Vlijt ist zufrieden: „Es gibt nicht nur den Fachkräftemangel, sondern einen großen Bedarf an Ausbildungsplätzen. Um beides zusammenzubringen, haben wir angeregt, die Ausbildungsbörse am verkaufsoffenen Sonntag im Allee-Center durchzuführen. Federführend war mein Kollege Adrian König, Junior Center Manager.“ Vlijt schaut dabei auf gut besuchte Stände: „Wie Sie sehen entpuppt sich das als Erfolg. Wir sammeln Erfahrungen für 2023. Das Format wird weiter ausgebaut.“

Standpunkt von Frank Michalczak: Gute Kombination

frank.michalczak@rga.de

Der verkaufsoffene Sonntag wartete mit einer Premiere auf: Erstmals lieferte die Ausbildungsmesse den Rahmen für den Einkaufsbummel im Center und an der Allee. Dies soll am ersten Advent zu einer Dauereinrichtung in der Innenstadt werden, was vielfältige Vorteile hat. Zum einen herrscht nun Planungssicherheit, wann die Geschäftstüren sonntags künftig in der Vorweihnachtszeit geöffnet sind. Zum anderen haben Vertreter von Unternehmen und Jugendliche die Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Und: Wenn diese Kontakte dazu führen, dass mittelfristig auch nur ein paar Arbeitsverträge abgeschlossen werden, hätte sich der Aufwand schon gelohnt. Vor allem aber trägt die Aktion ganz sicher dazu bei, bei dem einen anderen jungen Menschen Interesse an Branchen zu wecken, die womöglich bislang noch nicht im Fokus der persönlichen Berufswahl standen. Nicht jede Kulisse für verkaufsoffene Sonntage macht Sinn. Diese eröffnet Chancen.

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