Größte Fußballstätte in Remscheid

Unterer Kunstrasenplatz im Stadion Reinshagen soll im August spielbereit sein

Der untere Sportplatz im Stadion Reinshagen nimmt langsam Konturen an: Mitte August soll der unverfüllte Kunstrasen eingeweiht werden. Foto: Andreas Dach
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Der untere Sportplatz im Stadion Reinshagen nimmt langsam Konturen an: Mitte August soll der unverfüllte Kunstrasen eingeweiht werden.
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Teil 1 der Modernisierung im Stadion Reinshagen schreitet mittlerweile gut voran. Fußballer und Footballer können in diesem Sommer loslegen.

Remscheid. Über Monate verzögerten sich Umbau und Modernisierung des Stadions Reinshagen, weil grünes Licht vom Kampfmittelräumdienst fehlte, der erst bei einem Ortstermin vorbeischauen musste, um bei einer Bodenprüfung Altlasten aus dem 2. Weltkrieg auszuschließen. Die Koordinierung des Termins mit der Bezirksregierung dauerte. Fliegerbomben im Untergrund des unteren Sportplatzes wurden schließlich von den Spezialisten nicht entdeckt und so ging es im späten Frühjahr voran. Im August ist mit der Fertigstellung von Teil 1, dem unteren Sportplatz zu rechnen, der 94 x 64 Meter (brutto: 98  x 67 Meter) haben wird. „Dann können die Fußballer und American Footballer loslegen“, kündigt Markus Dobke, stellvertretender Sportamtsleiter an.

Noch ist die von Wald umsäumte Spielstätte eine Baustelle, aber das Ende absehbar. Demnächst wird eine elastische, schwarze Tragschicht aufgetragen, die aushärten muss, damit der Kunstrasen darauf verspannt werden kann. Das Sportamt hat sich nach Absprache mit den beteiligten Vereinen für ein Schweizer Produkt entschieden: den XL Pro der Firma XL Turf International GmbH (Cham).

Der umweltfreundliche Kunstrasen könnte Mitte Juli im Stadion verlegt werden

Es handelt sich um einen unverfüllten Kunstrasen, der ohne Sand oder Kork auskommt und durch seinen speziellen Faseraufbau laut Hersteller einen exzellenten Drehwiderstand sowie Ballverhalten auch bei feuchten und kalten Wetterverhältnissen vermittelt. „Der XL Pro war zwar teurer als andere Belege, ist aber in der Pflege günstig“, erklärt Dobke. XL Turf schreibt dazu auf seiner Homepage: „Durch den Verzicht von jeglichem Füllmaterial kann der XL Turf Kunstrasen vollständig gereinigt werden. Durch monatliches Absaugen der Kunstrasenfläche sind die Unterhaltskosten äußerst gering. Die Lebensdauer kann durch einfaches Ersetzen der Stresszonen verlängert werden.“

Mitte Juli könnte der vom Hersteller als „umweltfreundlich“ bezeichnete Kunstrasen verlegt werden. Remscheider Verwaltungsmitarbeiter, aber auch Vertreter der Vereine, die Nutznießer sein werden, haben ihn sich in Senden bei Münster angeschaut, geprüft und für gut befunden haben.

Als Letztes werden die Tore eingebaut. Die vier neuen LED-Lichtmasten stehen. Ein Container für die Trainingsmaterialien des AFC Remscheid Amboss wird noch neben dem unteren Platz aufgestellt.

Der XL Pro war zwar teurer als andere Belege, ist aber in der Pflege günstig.

Markus Dobke, Sportamt

Auch oben ist einiges passiert. Die neue Beregnungsanlage für den Naturrasen des Stadions ist installiert, verknüpft mit der Hoffnung, dass der holprige Untergrund wieder vernünftig gedeiht. Auch die Leichtathleten können sich freuen. Die Fundamente für die Stabhochsprunganlage sind vorhanden, der Diskuswurfring einsatzbereit. Auf der verwilderten Gegengerade wurde der Barrierezaun in kompletter Länge erneuert, wiederverwertet aus den unteren Zaunmaterialien. Sitzgelegenheiten auf 50 Meter Länge werden dreistufig gegenüber der Haupttribüne geschaffen. Zeitnah wird der Tartan um den Platz herum ausgebessert.

Auch die Hockeyspieler des RTB bekommen neuen Kunstrasen

Der einstige Wall zwischen dem kleinen oberen Kunstrasen neben dem Naturrasen wurde abgetragen und das erste Signal gesetzt, dass hier ein neuer Kunstrasen für die speziellen Belange der Hockeyspieler des RTB entstehen. Weil die Stadt dem RTB die Zusage ursprünglich gegeben hatte, dass dieser seine Saison beenden könne, bevor die Neuverlegung beginnt, sind zwar schon Erdmassen bewegt worden, aber der Abschluss lässt auf sich warten. Wenn die Hockeyspieler in die Halle gewechselt sind, kommt der Kunstrasen an die Reihe. Markus Dobke geht davon aus, dass der RTB diesen im April 2022 einweihen können wird.

Mit dem Abschluss der 2,3 Millionen Euro teuren Modernisierung wird das Nachbarobjekt an der Reihe sein. Kommendes Jahr wird die benachbarte Sporthalle West saniert. „Da es sich sehr viel um äußerliche und technische Arbeiten handelt, ist davon auszugehen, dass der Sportbetrieb nicht so sehr betroffen sein wird“, meint Markus Dobke.

Zum Stadion Reinshagen

Im Stadion Reinshagen sind die Fußballer des VfB Marathon Remscheid, Türkiyemspor und Betriebssportfußball beheimatet, die Hockeyabteilung des RTB 1910, die Oberliga-Footballer von Remscheid Amboss und die Leichtathleten der LG Remscheid. Momentan ist Reinshagen hinter dem Stadion Lennep das zweitgrößte Stadion in Stadtgebiet. Erbaut wurde es 1925. Wenn das Röntgen-Stadion mit dem Bau des Outlet-Centers wegfallen sollte, würde das 1925 erbaute Stadion Reinshagen am anderen Ende der Stadt das einzige mit Naturrasen in Remscheid sein, mithin die größte Fußballstätte.

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