Prozess

Unfallflucht: 22-Jährige legt Einspruch gegen Strafbefehl ein

Remscheiderin soll beim Einparken ein anderes Auto touchiert haben.

Von Jana Peuckert

Remscheid. „Wenn man das nicht gemerkt hat, merkt man auch nichts anderes mehr.“ Diese Zeugenaussage sorgte im Amtsgericht Remscheid dafür, dass die Richterin der jungen Angeklagten deren Unschuldsbehauptung nicht glaubte. Statt eines Freispruchs muss die 22-Jährige jetzt 185 Euro wegen Unfallflucht zahlen.

Am 8. März 2021 wollte die Frau in ihrer Straße einparken. Dabei habe sie gemerkt, so die Angeklagte, dass die Lücke eventuell zu klein sein könnte. Also habe sie sich eine andere Parkgelegenheit gesucht. Dass sie während ihres Einparkversuchs ein anderes Auto beschädigt haben soll, wies die Remscheiderin von sich: „Ich habe nichts gemerkt.“ Das konnte eine Zeugin, die den Vorfall beobachtet hatte, nicht glauben. Die 53-Jährige gab an, sie hätte auf der Straße hinter der Angeklagten warten müssen. „Ich war schon etwas genervt, weil ich einen Termin hatte.“

Zeugin fotografierte den Schaden am geparkten Auto

Mehrfach habe die junge Frau vor- und zurückgesetzt. Dann habe sie beobachtet, wie die Angeklagte gegen ein hinter ihr geparktes Auto gestoßen sei: „Der Wagen hat so gewackelt, wenn man das nicht gemerkt hat, also ich weiß nicht.“ Die 22-Jährige sei aber nicht ausgestiegen, sondern habe sich woanders hingestellt. Dort habe sie etwa sechs bis sieben Minuten einfach im Auto gesessen. Vielleicht, um über den gerade verursachten Unfall nachzudenken, mutmaßte die Zeugin.

Als die Angeklagte dann allerdings einfach in ihr Haus gegangen sei, sei sie ungeachtet ihres Termins ausgestiegen, so die Zeugin, und habe den Schaden fotografiert. Polizisten schätzten diesen später auf 724 Euro.

Für die Flucht war der Remscheiderin ein Strafbefehl über 450 Euro und zwei Monate Fahrverbot zugegangen. Etwas, das der Schülerin in ihrer mutmaßlichen Führerscheinprobezeit einige Schwierigkeiten hätte machen können.

Die 22-Jährige legte Einspruch gegen den Strafbefehl ein – am Ende mit Erfolg. Auch, wenn sie bis zum Schluss dabei blieb, den Zusammenstoß nicht gemerkt zu haben, zeigte sie sich mit einer Einstellung, die einem Geständnis gleichkommt, einverstanden.

Über das Geld darf sich nun der Verein für Bewährungshilfe in Remscheid freuen.

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