Bergisch Born

Umweltschützer sehen Pläne für Gewerbegebiet kritisch

Angeführt von Hubert Benzheim (r.) und Moritz Schulze (2. v. r.) zog die Gruppe los. Foto: Doro Siewert
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Angeführt von Hubert Benzheim (r.) und Moritz Schulze (2. v. r.) zog die Gruppe los.

Nabu, Bund und der Bergische Naturschutzverein hatten zu einem Spaziergang in Bergisch Born eingeladen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Bevor die rund 30 Interessierten ihr Ziel, einen Spaziergang durch das Gebiet des geplanten interkommunalen Gewerbegebietes Gleisdreieck in Angriff nahmen, ging es zunächst einmal zum bestehenden Gebiet in Bergisch Born. Eingeladen zu der Veranstaltung hatten Gabriele Lipka (Bergischer Naturschutzverein), Moritz Schulze (Nabu) und Hubert Benzheim (Bund). Die Naturschützer übten Kritik an den Gewerbe-Plänen.

Von der Bornbacher Straße aus ging es durch das Städtedreieck Bergisch Born, Hückeswagen und Wermelskirchen, vorbei am großen Banner, der dazu aufruft, die Flächenversiegelung zu stoppen. „Wie das dann aussieht, sehen wir am Parkplatz Klingelnberg. Das ist der reine Wahnsinn“, sagte Schulze. Er erklärte, wie er zu diesem Urteil gekommen ist: „Die ersten Bäume sterben ab, die Temperaturen auf der versiegelten Fläche sind sieben bis acht Grad höher und das Oberflächenwasser, das unter anderem durch den Reifenabrieb Schadstoffe enthält, wird in den Bornbach eingeleitet.“ Dabei werde zwar die Wassermenge geprüft, nicht aber der Inhalt.

„Vor zehn Jahren ist dieses Gewerbegebiet entstanden. Die Entwässerung funktioniert hier aber leider nicht“, sagte Lipka. Die Flächen für die Parkplätze seien zu groß: „Das hatte man damals noch nicht auf dem Schirm.“ Die Naturschützer waren sich einig, dass den Städten mit einem weiteren Gewerbegebiet nichts Gutes getan wird. Das gehe zulasten der Natur, eine rote Linie werde überschritten.

Forderung: Flächen müssten landwirtschaftlich genutzt werden

„Durch Corona wird doch mehr und mehr Homeoffice angeboten. Besteht denn eigentlich noch Bedarf für ein neues Gebiet?“, lautete eine Frage an die Naturschützer. Gebraucht würden die Flächen wohl vorrangig für Logistikzentren: „Das Argument Arbeitsplätze zieht nicht mehr. Da geht es nur noch um die Gewerbesteuer“, hieß es.

Vorbei an beackerten Hochflächen machte Schulze deutlich, dass sich die Gewerbegebietsplanung nicht zuletzt gegen die Landwirtschaft richte. „Es sind Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden müssten. Sie haben einen hohen Bodenwert. Und das Heu, das für die Tiere gebraucht wird, sollte von Wiesen nahe des Hofes kommen und nicht angekarrt werden.“

Für das geplante Gewerbegebiet würde auch eine sogenannte Waldinsel verschwinden müssen. Dort stünden alte Bäume, vor allem Eichen, die beispielsweise für den Rotmilan, den Feldsperling, die Feldlerche oder auch die Waldschnepfe und den Neuntöter wichtig seien. „Das sind alles extrem selten gewordene Vögel, die in Remscheid kaum noch auf einer Fläche zu finden sind“, sagte Schulze. Ein Artenschutzkonzept sei noch nicht erstellt worden.

Im geplanten Gewerbegebiet würden die Gebäude bis an den Waldrand reichen. Und weil es von da an leicht abschüssig wird, laufe das Oberflächenwasser in Richtung Eifgen-Quellgebiet ab. Hotspots für die Vögel gebe es dann nicht mehr. „Hier ist so viel Leben. Damit muss respektvoll umgegangen werden. Das sehe ich derzeit nicht“, sagte Schulze.

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